Feli und Angela in Tarifa beim Mittag

Ein Tag von Feli – in Tarifa

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In letzter Zeit, besonders auf der letzten DNX – Digitale Nomaden Konferenz, werde ich öfter mal gefragt, wie eigentlich ein typischer Tag von mir aussieht. Fragst du dich vielleicht auch, wie Digitale Nomaden, generell ortsunabhängig Arbeitende oder Vielreisende sich organisieren, Strukturen in den Tag einbauen und welche Routinen sie dabei nutzen?

Deshalb habe ich beschlossen, dir heute mal von meinem Tag zu erzählen. Ein typischer Tag von mir ist eigentlich nie ein „typischer Tag“ – denn je nachdem, wo ich gerade auf der Welt bin, verändert sich mein Rhythmus auch etwas. Ein Tag in Berlin ist zum Beispiel anders als in Jericoacoara in Brasilien, ein Tag in Jeri ist anders als auf Bali.

Gerade jetzt bin ich in Tarifa. Das ist die am südlichsten gelegene Stadt auf dem europäischen Festland. Hier geht die Sonne schon um sieben Uhr morgens auf und es bleibt abends relativ lange hell. Das wirkt sich natürlich sehr auf meinen Tagesablauf aus.
Aber noch mehr geht es mir hier in Tarifa um eins: den Wind! Der ist wichtig für meine neue Leidenschaft, das Kitesurfen. Fürs Kiten ist der Wind mal besser oder schlechter – und wenn du raus willst, musst du da immer ein bisschen drauf achten.

1. Guten Morgen: Aufstehen und los!

Sleep better, Seven-Minute-App, meditieren, Müsli und Tee und das Five-Minute-Journal

Jeden Morgen zwischen sieben und halb acht klingelt mein Wecker. Das ist nicht irgendein Wecker, sondern die Sleep-better-App von Runtastic. Die ist ziemlich cool, solltest du auch mal ausprobieren: Du sagst der App abends, wann du spätestens aufwachen willst – und Sleep better weckt dich genau dann, wenn du nicht komplett im Tiefschlaf bist. Das sorgt für „natürliches Aufstehen“. Außerdem kannst du über Tage, Wochen und Monate tracken, wie tief und lange du geschlafen hast. Gut geträumt? Mittel? Oder schlecht? Auch das kannst du angeben und dir Notizen dazu machen.

Dann geht es weiter mit der 7-Minute-App: ein bisschen Stretching, um den Tag zu beginnen – und der Körper weiß auch Bescheid, dass es jetzt losgeht. Direkt im Anschluss meditiere ich. Ich habe für mich rausgefunden, dass zehn Minuten eine super Zeit ist, die ich ohne Probleme morgens hinbekomme. Für die Meditation nutze ich mittlerweile die App Calm statt Headspace. Es kommt aber auch vor, dass ich das ganz ohne App mache, wenn ich mal keine Lust auf Anleitung oder Hintergrundmusik habe.

Danach kommt etwas, worauf ich mich schon seit dem ersten Sonnenstrahl freue: mein Müsli! Das habe ich meistens schon am Abend vorher fertig gemacht – geht total schnell. Da kommen einfach nur Haferflocken in eine Schüssel, dann Mandel-, Hafer- oder Reismilch drüber, Chiasamen rein und eine Banane reingeschnippelt. Das Ganze steht dann im Kühlschrank. Morgens schnippel ich mir dann oft noch eine Kiwi dazu oder tue ein paar Himbeeren rein. Was nicht fehlen darf: Nüsse. Die habe ich meistens auch schon über Nacht eingeweicht, so sind sie besser verdaulich. Im Grunde kannst du da alles reinpacken, was dir schmeckt. Hier findest du das Rezept dazu: Frühstückspudding satt! Mit Hafer & Chia.

Zum Müsli gibt es Tee. Weil es gesund ist und fit und munter macht, presse ich mir da immer noch eine frische Zitrone rein. Während ich frühstücke öffne ich mein 5-Minute-Journal. Hier fülle ich aus, wofür ich dankbar bin und was ich heute machen will. Das ist eine super App, um sich aufs Wesentliche zu fokussieren und positiv in den Tag zu starten!

Jetzt denkst du dir bestimmt: Oh man, macht die das wirklich alles? Das kann ich nachvollziehen – und du hast recht. Es gibt Tage, an denen ich nur Teile davon schaffe. Außerdem hat das ganz schön lange gedauert, bis ich diese Routinen so richtig drauf hatte. Ich habe mir das über Monate – eher Jahre – aufgebaut. Eine Rolle spielt dabei auch mein Freund Marcus. Denn der liebt es, Dinge zu optimieren (wie ich auch), aber vor allem auch neue Tools und Apps auszuprobieren.

Eines kann ich dir sagen: Ein Digitales Nomadenleben kann ganz schön „unstable“ sein, wenn du immer mal wieder die Orte wechselst und in neue Umgebungen kommst. Eine geregelte Morgenroutine tut dann extrem gut. Du musst einfach nicht nachdenken und auch keine Entscheidungen treffen. Gerade für jemanden wie mich ist das Gold wert – denn ich habe nicht nur eine unruhige „äußere Umgebung“, sondern bin als Typ auch noch eher wie ein Vogel – anstelle von einem ruhigen Baum mit Wurzeln.

2. Ran an den Rechner: Most important first!

Arbeiten im La Cocotera, Operations-Tag und der „most important Task“ des Tages

Dann geht es los mit dem Arbeiten. Heute bleiben Marcus und ich dafür nicht „zuhause“ in unserem Airbnb-Appartement, sondern gehen eine Straße weiter ins La Cocotera. Manchmal gehen wir auch in die Stoked Surf Bar, aber heute ist Mittwoch und da hat das Stoked zu.

Feli und Marcus, Coworking in Tarifa

Coworking in Tarifa

Das La Cocotera ist ein Coworking-Hostel, das vor drei Jahren von zwei supernetten Mädels gegründet wurde. Es gibt Hostel-Zimmer, aber auch zwei kleine Offices – eines unten und eines oben im Gebäude, wo auch die mega Dachterrasse ist (da kannst du aber NICHT arbeiten, weil da der Wind fegt). Hier sind wir gerne, da es echt schnelles Internet gibt und das Coworken hier immer besser wird. Die Mädels optimieren und optimieren – letztes Jahr gab es zum Beispiel noch keine richtigen Bürostühle, jetzt gibt es supergemütliche Plätze, überall Pflanzen und Farben – das macht Laune.

Schild im La Cocotera in Tarifa

Das La Cocotera in Tarifa

Hier sitzen wir also und arbeiten. Ich beginne immer mit der wichtigsten Aufgabe des Tages (Most Important Task, MIT), die ich am Abend vorher festgelegt habe. Generell versuche ich, den ganzen Tag in kleine Häppchen aufzuteilen („Time Chunks“). So komme ich besser voran, springe nicht von einem zum nächsten und schaffe doppelt so viel Arbeit. Zum Beispiel:

  • 07:00–08:00 Uhr Aufstehen und Morgenroutine
  • 08:00–12:00 Uhr Arbeiten MIT
  • 12:00–13:30 Uhr Mittagspause, Verabredung
  • 13:30–15:00 Uhr Arbeiten
  • danach: Freunde treffen
  • 19:00–20:00 Uhr Sport

Zusätzlich stellen Marcus und ich unsere Arbeitstage immer unter ein bestimmtes Thema („Topic“). Heute ist Operations-Tag (andere Tagesthemen können sein: Skype-Tag, Business-Development-Tag usw.), das heißt, dass heute alle möglichen Tasks, die für das laufende Business anfallen, bearbeitet werden. Das klappt echt gut und wir haben gemerkt, dass wir so viel besser vorankommen, als wenn wir alles durcheinander bearbeiten.

Für jedes Thema gibt es eine eigene To-Do-Liste in Wunderlist. Genau wie bei den Routinen ist das unsere Wunschvorstellung. NATÜRLICH gibt es auch immer mal wieder Tage oder Zeiten, wo wir teilweise oder komplett versagen: out of order! Das Schöne ist aber, dass du auch wieder schnell auf den richtigen Kurs kommen kannst. Aber dafür musst du eben wissen wie der aussieht. Right?

3. Pause machen und den Tag genießen!

Sonne, blauer Himmel, Smoothies, Mittagessen und warum Angela ein neues Backpacker-Hostel aufmacht

Ganz ehrlich: Sonnenschein und Wärme sind für mich Grundbedürfnisse! Deshalb freue ich mich, als ich mittags den Rechner zuklappe und in meinen Flipflops zum Stadttor gehe. Das ist ein beliebter Treffpunkt in dem kleinen Tarifa mit den winzigen Gässchen und den weißen Häusern. Hier treffe ich Angela und ihren Hund Bella.

Feli und Angela in Tarifa beim Mittag

Mit Angela zum Mittagessen treffen

Angela ist gestern erst angekommen und jetzt heißt es: Neuigkeiten austauschen. Da ich mittlerweile vegan bin und Angela, wie sie mir gerade erst berichtet, auch schon Teil-Veganer, bestellen wir uns in einem kleinen Café total leckere grüne Smoothies. Es ist wirklich nicht ganz einfach, sich in Tarifa vegan zu ernähren, aber es gibt ein paar kleine Lädchen mit echt leckerem Essen.

Angelas Hund Bella in Tarifa

Angelas brasilianischer Hund Bella, die überall hin mitkommt (ohne Leine …)

Angela kenne ich aus Brasilien, wo sie ein Backpacker-Hostel geführt hat, das zu den Top-Choices von Lonely-Planet gehörte. Leider wollte der Grundstücksbesitzer nach einigen Jahren was Eigenes starten – und Angela musste sich nach einer neuen „Pousada“ (Name für ein Guesthouse/Hostel in Brasilien) umschauen. Das hat sie geschafft, und jetzt sitzen wir an der frischen Luft in der Sonne, sie berichtet vom Stand der Dinge und wir überlegen uns Namen für das neue Backpacker-Hostel in Brasilien, dass sie im Sommer in “Ilha do Guajiru” eröffnen wird.

4. Back to work!

Ab nach Hause, kleinere Tasks abarbeiten und nebenher den Wind checken

Nach dem Treffen mit Angela geht es zurück ins Airbnb-Appartement (Tipp: Über diesen Link bekommst du 30 Euro Guthaben geschenkt!). Hier wohnen wir noch gar nicht so lange. Vorher hatten wir eines direkt am Strand, aber da gab es leider Schimmel. Immer wenn wir zur Tür rein kamen, haben wir schon den muffigen Geruch bemerkt und dann irgendwann von Jetzt auf Gleich beschlossen: Wir ziehen um!

Das mit dem Schimmel ist generell hier in Tarifa ein Problem – da die Appartements im Winter unbewohnt sind. Wir haben Glück gehabt und über Airbnb ein neues Appartement gefunden, das in der Altstadt von Tarifa liegt. Da sind wir jetzt.

Feli auf der Dachterasse des La Cocotera

Life is good in Tarifa, Dachterasse vom La Cocotera

Im Gegensatz zu morgens versuche ich, diesmal kleinere Aufgaben abzuarbeiten die schneller gehen. Je später am Tag, desto besser ist es, kleinere Tasks anzugehen, die nicht so viel “Headspace” kosten.

Währenddessen schielt ein Auge aber schon auf die Webcam vom Strand „Los Lances“, wo du sehen kannst, ob schon Kiter draußen sind. Dazu gibt es noch die Apps Windfinder und Windguru – da kannst du checken, wann der Wind zum Kitesurfen auffrischt. Wir gehen nicht jeden Tag Kitesurfen, aber heute wollen wir mal wieder, weil es ist gerade auch „Poniente-Wind“ gibt.

In Tarifa gibt es nämlich die Winde Poniente und Levante. Der eine weht vom Wasser aufs Land und der andere vom Land raus aufs Wasser. Für uns ist der Poniente-Wind momentan besser – wenn du nämlich mal mit dem Kite crashst oder dein Bord verlierst, wirst du auf jeden Fall wieder an Land gespült und nicht rüber nach Afrika. Beruhigend, oder?

5. Drachen raus – es geht zum Kiten!

Nacho und das kaputte Kiteboard, Autofahren und warum wir kein Sportgepäck aufgeben

Um 15:30 Uhr entscheiden wir uns, loszufahren und packen unsere Kitesachen ins Auto. Normalerweise mieten wir kein Auto – und ich bin auch kein besonderer Fan davon. Aber hier in Tarifa braucht man schon mal eins: Einmal, wenn man in Malaga ankommt und erstmal bis zu zwei Stunden herfahren muss (das öffentliche Verkehrsnetz ist unfassbar schlecht!), dann, um zu den Kite-Stränden zu kommen – und fürs Einkaufen ist es auch sehr bequem. Über die Plattform Do you Spain klappt das auch supergünstig: Wir bezahlen für einen Monat Auto ohne Versicherung gerade mal 100 Euro – kein Scherz! Teil- oder Vollkasko-Versicherung kostet auch nicht viel oben drauf. Das sollte ich hier jetzt wirklich keinem raten aber wir haben einfach keine genommen.

Weil wir ein bisschen hektisch sind, vergisst Marcus ein Board in den Kofferaum zu packen und fährt zum Start erstmal drüber. FUCK! Also müssen wir noch kurz zu „Kite Obsessions“, dem Kite-Laden von Nacho weil die Finnen jetzt platt sind. Das ist ein richtig netter Spanier, der uns ein neues Board und das kaputte zur Reparatur gibt.

Feli und Marcus Selfie in Wetsuits

Wir müssen einen Wetsuit kaufen, denn in Tarifa ist das Wasser schon recht kühl.

Nacho jedenfalls hat einen richtig coolen Laden, den er mit absoluter Leidenschaft führt. Das neue ausgeliehene Board in der Hand – geht es dann auch endlich wirklich los zum Strand.

6. Endlich am Strand und die Zeit vergessen

Birgit, die Waves-Bar, fachsimpeln und rauf aufs Brett

Angekommen am Los Lances Beach mit all unseren Sachen treffen wir in der Waves-Bar (unsere Lieblingsbar) auf Birgit. Die ist immer da, weil sie Managerin von einer Kite-Surfing-School ist, den Wave Bandits. Vor einem Jahr hatten wir hier auch ein paar Stunden genommen. Mit Birgit wird jetzt erstmal eine Runde darüber gefachsimpelt, was es mal wieder Neues gibt.

Es ist echt krass, wenn du zum Kiten gehst: Bis du deine Kites aufgebaut und auf dem Wasser warst, vergehen Stunden. Da wir ja immer noch zu den Anfängern zählen gibt es auf jeden Fall auch immer wieder ein paar Stolperfallen und Herausforderungen. Haha.

Strand mit Kiteboardern in Tarifa

Kitesurfing in Tarifa, direkt vor Afrika

Wenn du mehr zum Kiten lesen willst, dann schau doch mal in den Gastbeitrag von Miri!

7. Ab nach Hause, den Tag beenden und glücklich einschlafen

Müde, Hunger, zufrieden – und noch mal das Five-Minute-Journal

Nach dem Kiten bist du echt k. o. Wir packen alle Sachen ein, hängen sie zuhause zum Trocknen auf und sind mega froh, dass im Kühlschrank noch genug da ist für ein leckeres und gesundes Essen. Mittlerweile ist es acht Uhr abends und wir wundern uns, wie krass die Zeit verflogen ist, seit wir zum Kiten los sind. Gut ist aber, dass hier auch die Sonne erst spät untergeht.

Abends versuche ich den Rechner gar nicht erst wieder anzumachen – auf jeden Fall aber bleibt er die letzte Stunde vorm Schlafengehen zu. Ich bereite mein Müsli für morgen vor und beende den Tag mit dem Five-Minute-Journal. Hier beantworte ich die Fragen für den Abend, zum Beispiel warum der Tag schön war und was ich besser machen kann. Ich schaue in den Kalender und lege den MIT für den nächsten Tag fest – und dann geht es ins Bett.

Zitat aus dem Five-Minute-Journal

Super am Five-Minute-Journal: Das Zitat des Tages

So, das war mein Tag heute. Während ich den Artikel nochmal lese sitze ich gerade allerdings schon auf Lemnos, einer kleinen, eher unbekannten, griechischen Insel…..

Was sagst du dazu? Hast du auch Routinen, die dir helfen, den Tag besser zu strukturieren? Welche sind das? Ich freue mich über deinen Kommentar!


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13 Kommentare

  1. Sehr interessant einen Einblick in deinen “typischen” (wenn man das so nennen kann ;-)) Alltag zu bekommen. Könnte schlechter aussehen 😀 Und Tarifa ist wirklich toll! Generell die Gegenden in Andalusien.
    Viel Erfolg noch beim Lernen 🙂
    xx Anna & Vanessa