Auf eigene Faust: Railway Trekking in Sri Lanka!

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Letztes Jahr bin ich für sechs Wochen nach Sri Lanka gereist. Und dort, wie auch in Indien, solltest du auf jeden Fall mal mit dem Zug fahren. Die Tickets sind superbillig und die Aussicht, vor allem im Hochland, ist atemberaubend! Nicht ohne Grund gilt die Route von Kandy nach Ella – oder umgekehrt – als eine der schönsten Zugstrecken des Landes. Ich mag Zugfahren generell sehr gern. Und spätestens in Sri Lanka habe ich auch mein Faible fürs Railway Trekking entdeckt. Jedenfalls scheinen mich Eisenbahnschienen seitdem magisch anzuziehen, besonders, wenn sie sich durch Berglandschaften schlängeln.

Der Zug – das Verkehrsmittel Nummer Eins in Sri Lanka

Ich bin auch die besagte schönste Strecke von Kandy Richtung Ella gefahren. Und obwohl der April eigentlich nicht unbedingt zur Hochsaison gehört, war der Zug so proppenvoll, dass ich stundenlang auf dem Boden sitzen musste – von wegen schöne Aussicht! Erst gegen Ende meiner Fahrt leerten sich die Abteile, sodass ich bis zu meiner letzten Station sogar noch am Fenster sitzen konnte. In Haputale, einem kleinen Städtchen in den Bergen, stieg ich vorerst aus und wurde von einem ordentlichen Regenschauer begrüßt. Vielleicht lohnt es sich tatsächlich, für diese Bahnfahrt eine bessere Zugklasse mit einem reservierten Sitzplatz zu buchen. Zumal auch die 1. Klasse im Verhältnis zu Deutschland immer noch superbillig ist. Manche Züge haben aber nur Waggons der 2. und 3. Klasse.

In Sri Lanka sind die Bahngleise für die Einheimischen ganz normale Gehwege.

Von der spontanen Idee zum Railway Trekking

Der Ort Haputale gehört zu meinen persönlichen Highlights in Sri Lanka. Er ist klein und überschaubar und es gibt kaum Sehenswürdigkeiten. Haputale ist ein ganz normales Städtchen und du kannst dich dort herrlich unter die Einheimischen mischen. Und die Umgebung ist phantastisch! Ich unternahm alle möglichen Wanderungen – aber eine blieb mir ganz besonders gut im Gedächtnis: die entlang der Bahngleise. Und das war eigentlich eine ganz spontane Sache. Von Haputale aus wanderte ich erst einmal auf einem „offiziellen“ Weg vorbei an einem Kloster, über einen Bergkamm und durch Wald und Heide bis zum Nachbardörfchen Idalgashinna. Das waren etwa acht Kilometer. Immer wenn ich meinen Blick schweifen ließ, sah ich Bahnschienen. Und nicht selten spazierten Einheimische auf ihnen entlang. Also beschloss ich, nicht wie zuerst geplant, den Zug zurück zu nehmen, sondern ebenfalls zu Fuß entlang der Gleise nach Haputale zurückzulaufen.

Ein Blick auf den Zugfahrplan schadet nicht

Gesagt, getan. Kurz vor dem Start warf ich noch einen Blick auf den Fahrplan, um abzuchecken, wann frühestens der nächste Zug kommen würde. Nicht, dass die so besonders schnell sind, als dass ich Angst hätte haben müssen, von einem erwischt zu werden. Es ging mir um die Tunnel, die ich schon auf dem Hinweg gesehen hatte. Die mögen zwar im Zweifelsfall breit genug sein, aber herausfordern wollte ich es nicht. In dem Dorf Idalgashinna hatte ich bei einer Tee-Pause in einem Homestay auch noch einmal nachgefragt, ob das in der Gegend ein Problem wäre, auf den Gleisen rumzulaufen. Die Frage an sich irritierte dort niemand, eher die Tatsache, dass ich allein unterwegs war. Aber das wundert die Menschen ja sowieso immer und so machte ich mich frohen Mutes auf den Weg. Acht Kilometer die Bahngleise entlang, acht Kilometer Spaß und tolle Aussichten.

Auf geht’s in den Tunnel!

Von tollen Fotomotiven und Tunnelblicken

Wenn du wie ich gern Fotos machst, wirst du beim Railway Trekking voll auf deine Kosten kommen. Ob endlose Bahngleise, Strecken am Abhang oder der Moment, bevor es in einen Tunnel geht – ich hatte einen Heidenspaß mit meiner Kamera. Der erste Tunnel hat mich übrigens doch ein bisschen Überwindung gekostet. Es konnte zwar rein theoretisch kein Zug kommen, aber ich beschleunigte meine Schritte trotzdem ein wenig. Es war ja auch ziemlich dunkel darin und eine Taschenlampe hatte ich nicht dabei. Richtig gruselig wird es sicher, wenn du das Licht am anderen Ende erst einmal ewig nicht siehst, aber so lang waren die Tunnel auf der Strecke nicht. Je näher ich Haputale kam, desto mehr Menschen – und auch Tieren – begegnete ich auf den Bahngleisen. Denn für die Einheimischen scheinen sie ein ganz normaler Fußweg zu sein. Ich hatte sogar Glück und am Ende kam ein Zug vorbei, den hörst du schon auf viele Kilometer und hast auf jeden Fall genügend Zeit, zur Seite zu gehen. Und dann heißt es: winken, winken, winken – denn aus sämtlichen Türen und Fenstern werden Köpfe und Hände herausgestreckt!

Railway Trekking: Klappe die Zweite

Als ich einige Tage später nach Ella weiterreiste, riefen mich die Bahngleise erneut zu sich. Ich wollte eigentlich nur einen Abstecher zur Eisenbahnbrücke Nine Arches Bridge machen, die ihren Namen von ihren neun Bögen hat. Mein Timing war gut, es fuhr auch gerade ein Zug über die wirklich imposante Brücke. Kaum war der weg, spazierte ich hinterher – durch tollste Landschaft und ganz viel Grün. Laut Reiseführer befindet sich rund 18 Kilometer von Ella entfernt auch die Schleife von Demodara, die ist anscheinend berühmt, denn hier windet sich die Bahntrasse rund um einen Berg. Nun, bis da hin habe ich es aber nie geschafft. Denn erstens war es viel zu heiß, um die ganzen Kilometer zu laufen, und zweitens ist so eine Schleife mit Sicherheit aus der Entfernung betrachtet schöner anzusehen, als wenn du auf ihr herumturnst.

Schöner Ausgangspunkt für dein Railway Trekking: die Nine Arches Bridge in Ella.

Ein paar Tipps, die ich dir mit auf die Gleise geben möchte:

  • Frag am besten in deiner Unterkunft nach, wo du am besten auf den Bahngleisen entlanglaufen kannst. Es bietet sich ja an, auf dem Hinweg eine andere Strecke zu nehmen und dann eben auf den Schienen zurückzukommen.
  • Check den Zugfahrplan vorher! Es fährt zwar sowieso nur alle paar Stunden ein Zug, aber mich hat es einfach beruhigt, zu wissen, wann in etwa der nächste kommen würde. Vor allem, wenn es auf der Strecke viele Tunnel gibt! Der Schaffner am Bahnhof kann dir auch sagen, ob ein Zug Verspätung hat (fast immer der Fall).
  • Taschenlampe kann nicht schaden!
  • Kamera mitnehmen. Am besten auch Stativ und Selbstauslöser-Möglichkeit (wenn du allein bist), denn glaub mir, es gibt die tollsten Motive!
  • Versteht sich von selbst: festes Schuhwerk, Sonnenschutz, Wasser. Je nachdem, wo und wie lange du unterwegs bist, am besten auch etwas Verpflegung einpacken!

Als Frau allein durch die Gegend spazieren?

Ich weiß, dass Sri Lanka nicht den besten Ruf hat, wenn es um alleinreisende Frauen geht, und es empfohlen wird, sich nie ohne Begleitung auf den Weg zu machen. Natürlich kommen dir auch auf den Bahngleisen mal Einheimische entgegen oder es gibt mal eine Baustelle, an der Männer arbeiten, die dich so oder so anstarren werden. Ruhe bewahren, kurz grüßen und weitergehen. Ich hatte Glück und es gab keine einzige unangenehme oder brenzlige Situation, aber leider kann ich dir nicht versprechen, dass es immer so ist. Ich bin aber einer von vielen Beweisen, dass nicht zwangsläufig was passieren muss!

 

Ulrike hat rund 15 Jahre Reiseerfahrungen, viele schöne Erinnerungen und immer neue Ideen im Gepäck. Nachdem der Jakobsweg ihrem Leben 2016 eine neue Richtung gewiesen hat, pendelt sie zwischen Deutschland und Spanien hin und her. Seit Anfang 2017 ist sie freiberufliche Redakteurin. Mehr unter www.ulrikekraenz.de.


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