ALLES was Du über das Leben in São Paulo als Digitaler Nomade wissen musst (Komplett-Guide)

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ALLES was Du über das Leben in São Paulo als Digitaler Nomade wissen musst (Komplett-Guide)

 

Sowohl unter Reisenden, als auch bei den Brasilianern ist São Paulos Ruf nicht gerade der Beste. Bei dem Gedanken an die größte Metropole Brasiliens bloppen meist Bilder auf wie die, grauer Betonklötze, mit Autos vollgestopfter Straßen und extrem gestresster Menschen. Und obwohl São Paulos Flughafen meist für viele Reisende der allererste Stopp in Brasilien ist, reisen die meisten Touristen an São Paulo vorbei.

Was viele aber nicht wissen: Für digitale Nomaden kann sich São Paulo als echte Perle entpuppen. Keine andere Stadt in Brasilien vernetzt Freigeister so gut wie São Paulo. Vielleicht sogar keine andere Stadt in Lateinamerika. Die meisten brasilianischen Startups, Co-Working Spaces und Investoren sind nun einmal… HIER.

 

Welche Fragen sich wahrscheinlich jeder Digitale Nomade bei der Auswahl seines nächsten Reiseziels stellt, sind folgende drei Hauptfragen:

            Was kostet mich der Spaß?

            Wo kann ich als Digitaler Nomade gut arbeiten?

            Wo kann ich Spaß haben und das Leben genießen?

 

Stellst Du Dir genau diese Fragen zufällig auch, wenn Du Deine Weiterreise von einem Spot zum nächsten planst? Super, dann lies einfach weiter 😉

Denn ich verrate Dir außerdem, welches völlig kostenlose Co-Working Juwel ich in São Paulo – erst nach langer Zeit – gefunden habe.  

Foto by Papa Pic (Flickr)

Lebenskosten: Ab 400 Euro monatlich kannst Du in São Paulo leben

Im brasilianischen Vergleich zählen die Lebenskosten in São Paulo mit zu den höchsten. Allerdings verdienen hier die Leute auch am meisten, zumal São Paulo der wirtschaftliche Motor des Landes ist. Aber wie teuer ist São Paulo, sagen wir mal, für einen Deutschen?

Die gute Nachricht:

Gerade ist ein sehr guter Zeitpunkt für Brasilien, da das Land sich immer noch in einer Wirtschaftskrise befindet, und die Währung (Real) fällt und fällt. Momentan kriegst Du für einen Euro mehr als 4 Real. 

Da aber Wechselkurse schon mal gerne schwanken, hab ich bei allen Preisen in diesem Artikel die Umrechnung von Real nach Euro mit dem Faktor 4 gemacht.

Miete

Die Miete hängt natürlich – wie überall sonst auch – stark davon ab, in welchem Viertel Du unterkommst und wie weit Du vom Stadtkern entfernt wohnen möchtest.

Hier hab ich mal für Dich einige Preisbeispiele für zwei Viertel recherchiert, die ich mag, weil ich sie als lebenswert empfinde: Vila Madalena und Vila Mariana – beides Viertel, die voll sind von Cafés, Restaurants und Bars. Beide sind sehr gut angebunden und liegen nicht weit vom Zentrum entfernt.

  •         Ein-Zimmer-Wohnung in Vila Madalena 625 Euro*/monatl. (R$ 2.500*)
  •         Zimmer in Vila Madalena 300 Euro/monatl. (R$ 1.200)
  •         Ein-Zimmer-Wohnung in Vila Mariana 425 Euro*/monatl. (R$ 1.700*)
  •         Zimmer in Vila Mariana 200 Euro/monatl. (R$ 800)

Das ist übrigens eine gute Webseite, um in São Paulo nach einem Zimmer zu suchen:

https://www.roomgo.com.br/

Für die Wohnungssuche find ich diese beiden Seiten schön übersichtlich:

            https://www.zapimoveis.com.br/

            https://www.vivareal.com.br

*Tipp: In Brasilien ist das so, dass bei Wohnungen, die sich in einem Hochhaus befinden, noch ein Kostenfaktor dazukommt, das sog. Condominio (für Sicherheitspersonal, Reinigungspersonal für’s Treppenhaus, evtl. Swimming Pool…). Das ist nicht zu vernachlässigen, denn in Vila Madalena bewegt sich das Condominio mal schnell zwischen 150-200 Euro (R$ 600-800), die noch zusätzlich auf die Miete draufgerechnet werden müssen.

 

Supermarkt

Edeka oder Aldi? Wie bei uns auch variieren die Preise, je nachdem in welchem Supermarkt Du einkaufen gehst. Kleine, zentral gelegene Supermärkte sind meist deutlich teurer als größere, die ein bisschen versteckt liegen.

Ich habe meinen Monatseinkauf beim Supermarkt Roldão gemacht. Das ist wie eine Art Metro, nur mit dem Unterschied, dass Du keine Mitgliedskarte braucht. Jeder darf dort einkaufen. Die Brasilianer nennen diese Art von Supermarkt „Atacado“ oder „Atacadista“. Also ein Supermarkt, wo in der Regel große Mengen an Lebensmitteln eingekauft werden und man ab einer bestimmten Menge (z.B. sechs Packungen Tomatensoße) einen Rabatt bekommt. Aber auch ohne Mengenrabatt ist es die günstigste Option.

Im Monat hab ich dort zusammen mit meinem Partner ca. 150 Euro (R$ 600) verpulvert. Eine Einzelperson würde wahrscheinlich 60-70 Prozent dieses Betrages ausgeben, also ca. 100 Euro (R$ 400).

Foto by Senado Federal (Flickr)

Frisches Obst und Gemüse habe ich immer auf dem Wochenmarkt eingekauft, also in meinem Viertel auf der Straße. Eigentlich hat so gut wie jedes Stadtviertel einen solchen Markt. Da kannst Du einfach die Einheimischen in Deiner Wohngegend fragen: „Hey, an welchem Tag findet die feira de rua statt?“

Der Vorteil: Das Obst und Gemüse ist deutlich günstiger und hat gleichzeitig eine viel bessere Qualität als im Supermarkt.

Ich hab immer um die 12,50 Euro (R$ 50) pro Woche ausgegeben, wobei ich früh eingekauft habe und auch teurere Sachen in den Korb kamen, wie z.B. eine Packung Champignons für satte 3 Euro (R$ 12).

Wer erst eine Stunde vor Marktende einkaufen geht, der sahnt die richtigen Schnäppchen ab (50% Nachlass oder sogar noch mehr). Teilweise werden sogar Beutelchen mit abgepacktem Gemüse für nur einen Real verkauft (25 Cent). Allerdings ist die Qualität des Obsts und Gemüses nicht mehr die beste und eventuell sind einige Obst- und Gemüsesorten bereits ausverkauft.

Da ich hier auch wieder für zwei Personen eingekauft habe, setze ich mal für eine Einzelperson 7,50 Euro (R$ 30) an.

            100 Euro (R$ 400) Supermarkt

            + 4x 7,50 Euro (4x R$ 30) Wochenmarkt

            = 130 Euro (R$ 520)/Monat

Fun-Fact: Du wirst an der Gemüse-Theke keine Avocados finden. Die zählen nämlich in Brasilien als Frucht und machen sich’s lieber neben den Mangos und Bananen gemütlich.

Foto by Luiz Fernando Reis (Flickr)

Transport

Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern sind die öffentlichen Transportmittel in São Paulo verhältnismäßig teuer. Wenn ich aber mal nach Deutschland schaue, ist es immer noch ein Schnäppchen. Einen Euro (R$ 4) kostet aktuell eine Fahrt mit der Metro oder dem öffentlichen Bus.

Ein Monatsabo, wo es günstiger wird, gibt es in São Paulo leider nicht. Allerdings lohnt es sich doch, eine Metro-Plastikkarte (Bilhete Único) zuzulegen und mit Geld aufzuladen, da Du damit kostenlos von einem Bus in den nächsten umsteigen kannst. Innerhalb von 3 Stunden kannst Du mit bis zu 4 Bussen fahren. Ohne diese Karte würdest Du bei jedem Umstieg wieder den Euro zahlen.

Nimmst Du auf Deiner Strecke eine Kombination aus Bus und der Metro, dann zahlst Du mit der Plastikkarte insgesamt 1,75 Euro (R$ 6,96) für die Fahrt.

Ich empfehle die Karte auch, weil Du sie ganz fix am Automaten aufladen kannst. Und die Schlange am Ticketschalter kann zu Stoßzeiten riiiesig werden. Glaub mir!

Nehmen wir jetzt mal an, Du fährst jeden Tag irgendwo hin (eine Hinfahrt + eine Rückfahrt). Mit den Bussen würde es Dich 60 Euro (R$ 240) im Monat kosten (30 Tage x 2 x 1 Euro). Die Kombi aus Bus und Metro käme 105 Euro (R$ 420) im Monat (30 Tage x 2 x 1,75 Euro).

Fun-Fact: Die Paulistanos (so heißen die Einwohner) machen sich über das Metro-System São Paulos lustig. Denn bei DER Größe dieser Metropole sei das Metronetz mit nur 5 Linien ja  wohl ein Witz.

Und dann gibt es noch Uber. Also das private Taxi, das bis zu 30 Prozent weniger kostet, als ein Taxi. Alle meine Freunde und Bekannten in São Paulo fahren regelmäßig mit Uber, und auch ich habe in São Paulo relativ viel Uber benutzt. Im Schnitt habe ich 3-5 Euro (R$ 12-20) pro Strecke bezahlt.

Ich find, Uber fahren lohnt sich besonders dann, wenn es viel zu kompliziert wird, irgendwo mit den öffentlichen Transportmitteln hinzufahren (weil Du öfters umsteigen musst und/oder die Fahrt sehr lange dauert). Also, sich die Uber App auf’s Handy zu laden ist in São Paulo definitiv nie verkehrt!

Ich finde es auch super sicher, da alle Uber Fahrer sich registrieren müssen und man anhand der Bewertung des Fahrers direkt erkennen kann, ob es sich um eine seriöse Person handelt (unseriöse Kollegen werden sowieso automatisch von Uber blockiert).

Noch ein Tipp: Fahr am besten nicht mit Uber Fahrern, die eine 5*-Bewertung – also die beste – haben. Eine 5*-Bewertung hat nämlich nur, wer komplett neu bei Uber angemeldet ist und dementsprechend noch keine Bewertungen erhalten hat. Ein Fahrer mit einer 4,84*-Bewertung hingegen wurde bereits bewertet (Beispiel).

 

Auswärts essen

Als ich das erste Mal nach São Paulo gekommen bin, war ich geschockt, wie teuer es ist, auswärts essen zu gehen. Selbst für meinen deutschen Geldbeutel! Das war aber auch 2012 und da war auch das Verhältnis vom Real zum Euro 2:1, während es heute 4:1 ist.

Nichtsdestotrotz, wenn ich mit meinem Partner in São Paulo schön essen gehe, werden meist 25-50 Euro (R$ 100-200) pro Rechnung fällig (also 12,50-25 Euro pro Nase).

Das liegt aber auch daran, dass die Paulistanos gerne richtig essen. Das heißt: Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise, Getränke, Käffchen zum Abschluss. La dolce vita halt!

Wie dem auch sei, es ist richtig schwierig in São Paulo etwas unter 10 Real (2,50 Euro) zu finden. Schwierig, aber nicht unmöglich! Weiter unten findest Du mehr dazu (unter Street Food).

Übrigens: In ganz Brasilien ist São Paulo als die Stadt mit den besten Restaurants bekannt. Vor allem die Paulistanos selbst behaupten stolz, kulinarisch die beste Wahl des Landes zu sein.

Du bekommst hier alles, was Dein Herz begehrt, von A wie Arabisch bis Z wie Zucker, und zu jeder Uhrzeit. Die Ausgehmöglichkeiten scheinen hier unendlich und auch die schicksten Adressen und die besten Köche Brasiliens sind in São Paulo Zuhause.

Tipp: In São Paulo werden zu Deiner Rechnung automatisch 10% Service hinzuaddiert. Diese 10% sind freiwillig. Du könntest also theoretisch dem Kellner sagen, dass er die 10% rausrechnen soll, nachdem er Dir die Rechnung gebracht hat. Ich hab aber noch nie erlebt, dass jemand das verlangt hat. Würde ich Dir daher auch nicht empfehlen. Außerdem ist der Service in der Regel wirklich gut in São Paulo. Also, wer genügend Geld hat, um auswärts essen zu gehen, der kann sich auch noch die 10% leisten, oder?

Foto by CALA Marriott (Flickr) 

Arbeitsplatz für Digitale Nomaden

Damit Du ein Gefühl für die Preise in einem Co-Working Space bekommst, liste ich mal hier drei Beispiele auf, die ich für Dich recherchiert habe.

Volt Coworking

Ein Tag: 12,50 Euro (R$ 50)      

           Ein Monat: 150 Euro (R$ 599) oder 240 Euro (R$ 949) für einen festen Platz

Ahoy! Berlin Co-Working

           Ein Tag: 16,25 Euro (R$ 65)      

           Ein Monat: 210 Euro (R$ 850) oder 260 Euro (R$ 1.050) für einen festen Platz

Co-Working „We Work“ (Avenida Paulista)

           Ein Tag: wird nicht angeboten               

           Ein Monat: 250 Euro (R$ 1.000)

Fun-Fact: Neben Kaffee und Wasser ist im „We Work“ die Bier-Flatrate inklusive.

In der Regel kannst Du so gut wie jedes Co-Working in São Paulo einen Tag lang kostenlos testen. Die Auswahl ist riesig.

Foto by Ahoy Berlin

So, und jetzt kommt ein absoluter Geheimtipp. Bist Du bereit?

Ich habe in São Paulo ein wahres Juwel gefunden. Es ist ein geiler Co-Working Space und völlig kostenlos!!!

Der Google Campus

Der Google Campus befindet sich ganz in der Nähe der berühmten Avenida Paulista.

Du musst Dich nur einmalig registrieren (natürlich auch kostenfrei) und bekommst dann ein Plastikkärtchen zum Umhängen. Diese bringst Du jedes Mal mit, wenn Du im Campus arbeiten möchtest, und scannst Dich ein.

Was Dich dann oben im 5. und 6. Stock erwartet, ist in meinen Augen ein absolutes Paradies für kreative Köpfe: Wunderschöne Arbeitszonen, Hängematte, Sitzschaukeln,

Pool-Tisch, ein Café mit allen möglichen Kaffeespezialitäten und talentierten Baristas. Du hörst schon raus: Ich bin ein totaler Fan!!!

Im Google Campus gilt allerdings: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Komm deswegen am besten schon direkt um 9 Uhr morgens, wenn geöffnet wird, damit Du einen der heiß begehrten Sitzplätze ergattern kannst. Danach hast Du um die Mittagszeit wieder eine gute Chance, da einige Leute rausgehen zum Mittagessen und keine Plätze gebunkert werden dürfen.

 

Monatliche Kosten insgesamt

So, jetzt aber mal Butter bei die Fische. Was kostet Dich das Leben als Digitaler Nomade in São Paulo insgesamt?

Foto by Benjamin Thompson (Flickr)

Ich rechne mal zwei Beispiele für Dich durch.

Einmal die Low Cost Variante, wo Du in ein Zimmer in einer WG mietest (im Viertel Vila Mariana), den kostenlosen Co-Working Space im Google Campus nutzt und pro Tag zwei Fahrten mit den Öffis machst (also eine Hin- und eine Rückfahrt):

200 Euro Miete

+ 130 Euro Lebensmittel

+ 60-105 Euro Transport

= 390-435 Euro/Monat

Und dann die Lifestyle Variante, wo Du eine Ein-Zimmer-Wohnung im absoluten Szeneviertel Vila Madalena mietest und einen fixen Arbeitsplatz in einem hippen Co-Working Space, einmal pro Woche auswärts essen gehst und fünfmal das Uber-Taxi pro Woche rufst:

625 Euro Miete

+ 250 Euro Arbeitsplatz im Co-Working

+ 130 Euro Lebensmittel

+ 60-105 Euro Transport

+ 75 Euro Essen gehen (auswärts), 4x im Monat

+ 100 Euro für 20 Uber-Fahrten

= 1.240-1.285 Euro/Monat

Also, grob gesprochen: Von 400 Euro bis 1.300 Euro hast Du in São Paulo viele Möglichkeiten, gut über die Runden zu kommen. Natürlich musst Du noch ein bisschen Geld für weitere Ausgaben einplanen, die ich hier nicht berücksichtigt habe, wie zum Beispiel für’s Handy, Feiern gehen, Shoppen usw.. Das variiert natürlich stark von Person zu Person.

 

Lifestyle

Wie viele Metropolen auch hat São Paulo ihre coolen und hippen Stadtviertel. Spontan fällt mir da direkt das Viertel Vila Madalena, Pinheiros und die Rua Augusta ein. Alle drei Locations sind gesäumt mit Bars, Restaurants und Cafés und haben ein sehr aktives Nachtleben.

Während es sich bei Vila Madalena und Pinheiros um bohemische Viertel handelt, verwandelt sich die Rua Augusta nachts in eine Party-Straße, die von jungen Menschen aller Art aufgesucht wird.

Foto by Pati Martinez (Flickr)

Auch für Street Art Fans ist São Paulo ein absolutes Paradies. Da sich einige talentierte Paulistanos nicht mit São Paulos Ruf als „graue Betonwüste“ zufrieden geben wollten, haben sie überall in der Stadt wirklich tolle, knallige Graffitis an Hauswände, Brücken usw. gebracht und somit São Paulo einen kräftigen Farbkleks verpasst.

Die bekanntesten Graffiti-Künstler aus São Paulo sind ohne Zweifel die beiden Zwillingsbrüder Os Gêmeos. Sie haben nicht nur in ihrer Heimatstadt São Paulo, sondern schon überall auf der Welt ihre Dosen sprühen lassen.

Typisch in ganz Brasilien sind übrigens die sog. barzinhos oder butecos. Das sind Eckkneipen, die am Wochenende oder nach Feierabend prall gefüllt sind. Dort wird eiskaltes Bier serviert (muss auch, sonst wird es von den Brasilianern direkt wieder zurückgeschickt) und warme Snacks (porções).

Meine absolute Lieblings-porção (und die ich wirklich so gut wie immer in solch einer Kneipe bestelle), ist mandioca frita, also frittierte Maniok (vegetarisch). Sieht aus wie dicke Riesenpommes und ist mega lecker. Musst Du unbedingt probieren!

Ich hatte mal vor einiger Zeit für alle Leute, die mich in São Paulo besucht haben, eine Liste mit Fun-Dingen erstellt, die man in São Paulo unternehmen kann. Gerne teile ich diese Liste hier mit Dir, damit Du noch mehr aus Deiner Freizeit machen kannst:

  1. Paradies für Graffiti-Liebhaber: Beco de Batman
  2. Food-Markt im japanischen Viertel „Liberdade” (sonntags)
  3. Avenida Paulista (sonntags)
  4. Fahrrad fahren (sonntags)
  5. Ausgehen auf der Rua Augusta
  6. Farbexplosion erleben: Mercado Municipal
  7. In eine surreale Bücherwelt eintauchen: Livraria Cultura (auf der Av. Paulista)
  8. São Paulos Central Park: Parque Ibirapuera
  9. In einer der Top-Adressen São Paulos Essen gehen
  10. Verrücktes Erlebnis: Metro fahren zur Rush Hour
  11. Auf eine Samba Party gehen
  12. Auf eine Forró Party gehen
  13. Eine Free Walking Tour machen (Av. Paulista | Vila Madalena | Altstadt)
  14. Lebendigster Flomarkt: Feira Benedito Calixto (samstags)
  15. Auf einen Straßenwochenmarkt gehen, Pastel essen und Caldo de Cana trinken

Foto by Serlunar (Flickr)

Mehr vom Land sehen

Wenn Du mehr von Brasilien sehen möchtest, dann geh einfach auf die Webseite der Flug-Suchmaschine Decolar und gib Dein Wunschziel ein zusammen mit einem für Dich passenden Reisedatum. Auf diese Weise kannst Du wunderbar die besten Schnäppchen ausfindig machen.

Allerdings würde ich einen Flug nicht über decolar.com buchen, sondern dort einfach nur schauen, welche Airline den günstigsten Flug anbietet. Dann gehst Du auf die Webseite der jeweiligen Airline und buchst Deinen Flug da.

Bei decolar.com werden nämlich noch zusätzlich Gebühren für die Vermittlung draufgeschlagen. Diese sparst Du Dir, wenn Du direkt bei der Airline buchst.

Die gängigen Airlines in Brasilien sind LATAM, Azul, Gol und die kolumbianische Airline Avianca, wobei die letzten drei als Low Cost Airlines gelten.

São Paulo verfügt über zwei Flughäfen, den nationalen Flughafen Congonhas (8 km bzw. 20 min mit dem Auto von der Avenida Paulista entfernt) und den internationalen Flughafen Guarulhos, der streng genommen nicht mehr in der Stadt São Paulo liegt (30 km bzw. 1 Stunde mit dem Auto von der Avenida Paulista entfernt).

Meist sind Flüge von Guarulhos aus bei decolar.com deutlich günstiger als von Congonhas.

Die Fahrt zum Guarulhos Flughafen kostet vom Zentrum aus je nach Transportmittel ca. 2,50 Euro (R$ 10) mit den Öffis, 12,50 Euro (R$ 50) in einem komfortablen Reisebus oder 17,50 Euro (R$ 70) mit UberX (allerdings nicht zur Stoßzeit, dann wird’s teurer).

Foto by Anna Zvereva (Flickr)

Ah, wenn Du einen Abstecher in ein Städtchen machen möchtest, dass nicht so weit von São Paulo entfernt ist, dann steig einfach in einen der echt komfortablen Reisebusse. Sie fahren alle vom Busbahnhof Tietê ab, welchen Du leicht mit der blauen Metrolinie erreichst.

Mal ein Beispiel: Ein Flug von São Paulo nach Rio dauert ca. 1 Stunde. Mit dem Bus machst Du die gleiche Strecke in 6-8 Stunden. Da Du beim Flughafen noch paar Stunden zusätzlich einplanen musst, um hin- und wegzukommen, lohnt sich an dieser Stelle manchmal der Vergleich, vor allem was den Preis anbetrifft.

Aktuell kostet eine Busfahrt von São Paulo nach Rio um die 25-30 Euro (R$ 100-120). Wenn Du die ganze Strecke liegen möchtest, verdoppelt sich fast der Preis.

Ich schau übrigens immer auf diesen drei Seiten nach Buspreisen und Abfahrtszeiten:

            https://www.buscaonibus.com.br

            https://www.clickbus.com.br

            https://www.temonibus.com

Alternativ kannst Du auch einfach bei Google „onibus são paulo rio de janeiro“ eingeben, bzw. statt Rio halt die Stadt, die Du besuchen möchtest.

Tipp: Obwohl Du mit dem Reisebus meist das Land Brasilien nicht verlässt, musst Du, wenn Du eine Busfahrt antrittst, immer Deinen Ausweis oder Reisepass dabeihaben. Sogar schon beim Kauf Deines Tickets! Entweder wird Dein Name und Deine Ausweisnummer auf das Ticket gedruckt, oder Du musst diese Daten selbst mit einem Kulli eintragen, bevor Du in den Bus steigst. Denn der Busfahrer kontrolliert noch mal alles ganz genau beim Einstieg.

 

Vegetarier

Ich weiß, dass viele Digitale Nomaden Vegetarier sind, oder sogar Veganer. Und auch ich ernähre mich überwiegend vegetarisch.

Da ich gleich über „typisches Essen in São Paulo“ schreiben werde und ehrlich und transparent sein möchte, werde ich natürlich nicht leugnen können, dass in São Paulo viel Fleisch gegessen wird. Und viele typische Gerichte wie Rodizio oder Feijoada werden eben mit Fleisch zubereitet. Wobei es heutzutage in São Paulo auch vegetarische Abwandlungen davon gibt, wie feijoada vegetariana.

Deswegen, bevor ich mich den typischen Gerichten widme, möchte ich Dir paar Tipps geben, wie Du auch als Vegetarier in São Paulo etwas zu beißen bekommst.

Die gute Nachricht ist: São Paulo ist, wie gesagt, die Stadt in Brasilien mit der größten Vielfalt und Abwechslung, vor allem wenn es um das Thema Essen geht. Mittlerweile gibt es viele vegetarische Restaurants in São Paulo, und es werden immer mehr.

Reis mit Bohnen und Spiegelei

Wenn Du mittags ein typisches Tellergericht mit Reis und Bohnen bestellst, bitte den Kellner darum, Dir ein Spiegelei dazu zu braten (statt Fleisch oder Fisch). Du musst nur sichergehen, dass in den Bohnen keine Fleisch- oder Wurststückchen drin sind. Am besten auch hier direkt nachfragen.

Street Food und Kleinigkeiten

Überall in São Paulo, in Bäckereien oder kleinen Cafés, werden herzhafte Teiggebäcke verkauft, die unterschiedlich gefüllt sind (empadas). Darunter finden sich immer wieder vegetarische Optionen. Halt einfach die Augen und Ohren auf nach folgenden Füllungen: Käse, Palmherzen (palmito) mit Käse, Tomate mit Käse, getrocknete Tomate mit Ricotta usw..

Mein vegetarischer Top-Pick

Lust auf eine leckere und absolut frische Gemüsetasche mit knusprig-warmen Falafel-Bällchen? Dann musst Du unbedingt in meinem absoluten Lieblingsladen auf der Rua Augusta vorbeischauen: Das Maoz Vegetarian (Bewertungen bei Tripadvisor). Du kannst Dir die Tasche mit so viel Gemüse und Soßen vollhauen, wie Du willst. Denn Du bekommst die Tasche mit den Falafeln in die Hand gedrückt und befüllst sie Dir am Gemüsebuffet selbst. Ach, ich liebe es einfach! Und hab jetzt Hunger bekommen…

Tipp: Veganern kann ich nur den Tipp geben, dass sie gezielt nach veganen Restaurants suchen. Einige Restaurants haben auch auf ihrer Karte vermerkt, welches Gericht vegetarisch ist und welches vegan. Auf jeden Fall wirst Du in São Paulo selbst als Veganer nicht verhungern, weil immer mehr vegane Restaurants in der Metropole aufmachen.

 

Typisches Essen

Wenn ich jetzt an typisches Essen aus Brasilien denke, fällt mir als allererstes spontan Reis und Bohnen ein (ich liiiiiebe es). Und selbstverständlich gibt’s das auch in São Paulo an jeder Ecke in den den unterschiedlichsten Variationen. Also, mit Fleisch, Fisch, Spiegelei…

Pizza

Die Paulistanos sind waaahnsinnig stolz auf ihre Pizza. Viele behaupten sogar, es wäre die beste Pizza der Welt.

Allerdings kann ich persönlich diese Meinung nicht teilen. Ich steh auf die hauchdünne, knusprige und mit wenigen, dafür hochwertigen Zutaten zubereitete Version aus Italien, wobei man die in São Paulo auch bekommt (mein Top-Pick: Pizzeria Carlos mit den Bewertungen bei Tripadvisor).

Was die paulistano Pizza aber definitiv kann: Dich satt machen. Sie ist riesig, dick und mit Zutaten regelrecht vollgepackt. Normalerweise futterst Du in São Paulo eine Pizza auch nie allein, sondern mit zwei oder drei Freunden. Eine Person schafft meist nur 2-3 Stücke.

Was ich aber an der brasilianischen Pizzakultur richtig geil finde, ist das Rodizio-Phänomen.

Das heißt: Wenn Du auswärts Pizza essen gehst und das Restaurant bietet Rodizio an, dann zahlst Du einen Fixpreis (z.B. 9 Euro, R$ 35). Und der Kellner kommt dann alle paar Minuten mit einer neuen, frisch aufgeschnittenen Pizza an Deinen Tisch und fragt Dich, ob Du ein Stück haben möchtest. All You Can Eat also!

So kannst Du Dich durch alle möglichen Pizzasorten durchprobieren und am Ende sogar noch Nachtisch essen.

Fun-Fact: In Brasilien gibt es süße Pizza als Nachtisch. Die Klassiker sind „Banane mit brasilianischer Kondenzmilch“ und „Erdbeere mit Schokosoße“. Musst Du unbedingt probieren!

Rodizio

Wenn man in Deutschland vom brasilianischen Restaurant spricht, dann meint man meist genau das hier: Rodizio. Also gegrilltes Fleisch, meist vom Rind, All You Can Eat.

Genauso wie beim Pizza Rodizio kommen die freundlichen Kellner mit riesigen Fleischspießen an Deinen Tisch und fragen Dich, ob Du etwas abhaben möchtest. Damit’s nicht zu monoton wird, wird das Ganze durch ein riesiges Buffet mit Salaten, Brot und und und begleitet.

Da ich selbst noch nie bei einem Rodizio in São Paulo war, hab ich mal einen guten brasilianischen Freund befragt, welches sein Lieblingsrodizio in São Paulo sei und warum. Er hat mir das Angélica Grill  (Bewertungen bei Tripadvisor) empfohlen, weil das Preis-Leistungsverhältnis super sei.

Dort kostet die Teilnahme am Rodizio zwischen 12,50-17,50 Euro (R$ 50-70), je nachdem ob man unter der Woche oder am Wochenende hingeht und zu welcher Tageszeit (Mittagessen oder Abendessen). Getränke kommen extra.

Feijoada am Samstag

Samstags ist in São Paulo Feijoada-Tag. Dementsprechend sind die besten Feijoada Restaurants an diesem Tag um die Mittagszeit rappelvoll.

Feijoada ist ein gewürzter Bohneneintopf mit allen möglichen Fleisch- und Wurststückchen, der zusammen mit Reis und Grünkohl serviert wird.

Ich liebe das Restaurant Consulado Mineiro (Bewertungen bei Tripadvisor), allerdings empfehle ich vor 12 Uhr zu kommen, da Du sonst länger in der Warteschlange stehen könntest. Ah, und geh auf keinen Fall alleine Feijoada essen. Die Riesenportion ist für mindestens zwei bis drei Esser gedacht.

Fun Fact: Das Coole am Feijoada-Restaurant „Consulado Mineiro“ ist: Es liegt direkt an dem Platz „Benedito Calixto“, wo jeden Samstag ein Markt mit Antiquitäten, handgemachten Sachen und lauter anderem Kleinkram veranstaltet wird. Der Besuch dieses Marktes zählt definitiv zu den Highlights, die Du in São Paulo machen kannst.

Foto by André Schirm (Flickr)

Buffet a Kilo

In ganz Brasilien wirst Du immer wieder auf so genannte „Buffet a Kilo“ Restaurants stoßen. Dort findest Du, wie der Name schon sagt, ein Buffet mit allem was Dein Herz begehrt. Abgerechnet wird nach Gewicht.

Auch in São Paulo ist das Buffet a Kilo mega beliebt und wird vor allem unter der Woche in der Mittagszeit von vielen Paulistanos aufgesucht.

Du musst aber aufpassen: Die Kilo Preise variieren je nach Restaurant dramatisch. Vor allem in den Shopping Centern wird’s teuer, wo schnell mal 12,50-15 Euro (R$ 50-60) pro Kilo fällig werden.

Lass Deine Augen auch nicht größer werden, als Deinen Hunger. Zur Orientierung: Auf meinen Teller (Frau) kamen im Schnitt 300-500 Gramm an Essen, je nach Hunger.

Tipp: Ich würde beim Buffet a Kilo nie den Teller mit Sachen vollhauen, die Du im Supermarkt für n Appel und n Ei bekommst. Also, hau Dir keine dicke Portion mit Reis und Bohnen auf den Teller! Nimm lieber was, wofür Du im Supermarkt mehr Geld ausgeben würdest. Und greif auch beim Salat ordentlich zu. Der wiegt nämlich nicht viel und peppelt Deinen Vitaminhaushalt auf.

Foto by neonleo (Flickr)

Padaria/Padoca

Was wäre São Paulo bloß ohne ihre Bäckereien? Rund um die Uhr geöffnete padarias – oder padocas wie es im Volksmund heißt – sind in São Paulo keine Seltenheit.

Allerdings sind sie ganz anders, als die Bäckereien bei uns Zu Lande.

Brötchen und Kuchen kannst Du dort zwar auch kaufen, aber die brasilianische Padaria kann noch viel, viel mehr: Du kannst Dich reinsetzen und etwas Warmes zu essen bestellen, von Sandwiches, über Hamburger hin zu kompletten Tellergerichten.

Du kannst – für kleines Geld – Säfte aus unzähligen tropischen Früchten wie Wassermelone, Mango oder Orange bestellen, die vor Deiner Nase frisch aufgeschnitten und gepresst oder gemixt werden. Ein Traum!

Und dann funktionieren viele padocas auch noch als ein Mini-Supermarkt, wo Du frische Milch, Butter und was sonst noch alles in Deinem Kühlschrank fehlt, nachkaufen kannst. Würd ich aber nur im Notfall machen, da es selbstverständlich teurer ist als im oben beschriebenen Supermarkt.

Street Food

Wenn Du mal unterwegs bist, Hunger bekommst und schnell was „auf die Kralle“ brauchst, oder Du Deinen Geldbeutel ein bisschen schonen willst, dann bekommst Du folgendes Street Food in São Paulo so gut wie immer für unter 2,50 Euro (R$ 10), oft sogar für 1,25 Euro (R$ 5).

  1. Pastel: frittierte Teigtasche mit allen möglichen Füllungen (z.B. Käse, Tomate, Schinken…)
  2. Cachorro Quente: Hot Dog (riiiesig und mit Dingen gefüllt, die Du nicht erwartest)
  3. Yakisoba: japanische, gebratene Nudeln mit Gemüse (und Hühnchen, falls Du möchtest)
  4. Tapioca: Crepe (aus Maniokmehl) mit allen möglichen Füllungen
  5. Milho Verde: Portion Mais mit Butter und Salz

 

Fun Fact: Eine Portion Pommes ist vergleichsweise teuer in Brasilien!

Foto by Marco Aurélio Furtado (Flickr)

Menschen: So sind die Paulistanos drauf

Wenn Du zum allerersten Mal nach Brasilien kommst, São Paulo Deine erste Anlaufstelle ist und Du noch nirgendwo anders in Brasilien gewesen bist, wirst Du die Einwohner São Paulos als sehr herzlich und lebensfroh wahrnehmen. Ich kenne aber mittlerweile viele Orte in Brasilien und kann den Unterschied genau festmachen.

In São Paulo arbeiten die Menschen hart und viele Stunden. Dazu kommen noch für die meisten 2-4 Stunden im Auto/Bus. Jeden Tag! Und das spiegelt sich im Gemüt des Paulistanos wieder: Gestresst, kurz angebunden, ängstlich.

In der Metro hab ich gerne die Menschen beobachtet. Selten habe ich so viele müde und abgeschlagene Gesichter auf einen Haufen gesehen.

Außerdem sind die Paulistanos extrem ängstlich, was der höheren Kriminalität in Metropolen zu verschulden ist. Es ist also nicht ungewöhnlich, wenn Du eine Person auf der Straße ansprichst, dass sie erst einmal zusammenzuckt, Dich skeptisch anguckt und erst mal von unten bis oben mustert. Viele Paulistanos denken, sie werden gleich überfallen, nach Geld gefragt etc..

Am Wochenende dreht sich das Blatt aber. Dann lockern die Paulistanos auf und sind genau die herzlichen und lebensfrohen Menschen, die man sonst aus Brasilien kennt. Das gleiche gilt für eine Person aus São Paulo, die die Chance hatte Dich erst einmal richtig kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen.

Foto by Edu Alpendre (Flickr)

Sprache

Wie Du wahrscheinlich weißt, wird in Brasilien Portugiesisch gesprochen (und nicht Spanisch). Ich selbst spreche fließend Portugiesisch, und das hat mir das Leben in São Paulo deutlich leichter gemacht.

Ich behaupte aber mal, dass Du auch mit Spanisch in Brasilien super zurecht kommst. Die Brasilianer verstehen in der Regel Spanisch und antworten Dir dann meist auf portoñol, also auf Portugiesisch mit einer spanischen Aussprache. Dabei sprechen sie auch deutlich langsamer, so dass auch Du sie gut verstehen kannst. Hört sich echt lustig an 😉

Mit Englisch ist es schon deutlich schwieriger. Ich hab mal gehört, dass nur ca. 5% der Brasilianer Englisch sprechen. Zwar machen grad viele in São Paulo Englischkurse wie verrückt und die Fernsehwerbung ist voll von Kursangeboten, aber ohne Praxis-Erfahrung (also zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt) bleiben dann doch die meisten auf einem mangelhaften Niveau hängen. Eine tiefergehende Unterhaltung ist dann kaum noch möglich.

In der Start Up- und Digitalen-Nomaden-Szene allerdings ist der Anteil an gut Englisch sprechenden Brasilianern deutlich höher. Hier findest Du in der Regel immer jemanden, mit dem Du Dich unterhalten kannst und der dann die Brücke zum Rest schlägt.

Aus meiner Erfahrung würde ich sagen: Auch ohne gute Sprachkenntnisse kommt man in Brasilien gut zurecht, da die Brasilianer einfach unglaublich herzlich und hilfsbereit sind. Und hinzu kommt, dass sie ein großes Herz für Gringos – also uns Ausländer – haben.

Wenn’s mit der Sprache nicht klappt, wird dann eben mit Hand und Fuß weitergemacht. Klar, Voraussetzung ist natürlich, dass Du offen und positiv eingestellt bist. Und auch den festen Willen hast, etwas zu verstehen. Wer hingegen weder Portugiesisch noch Spanisch spricht und auf stur schaltet, für den sehe ich in São Paulo leider keine rosigen Zeiten.

Foto by Rodnei Reis (Flickr)

Sicherheit

Mir ist in São Paulo Stadt noch nie etwas passiert.

Allerdings kann es auch in São Paulo, wie in so gut jeder Großstadt Lateinamerikas, heiß her gehen.

Deswegen solltest auch Du die gängigen Sicherheitsvorkehrungen treffen, wenn Du nach São Paulo reist: Nachts nicht irgendwo allein im Dunkeln Ecken rumlaufen, Deine Arbeitsgeräte (Laptop, Tablet usw.) nicht draußen oder im Bus/Metro benutzen und das Stadtzentrum am Wochenende meiden, dass zum Schauplatz der Drogenabhängigen wird.

Da ich von meinen Freunden und Bekannten immer wieder gefragt werde, wie sicher Lateinamerika ist (es ist tatsächlich die häufigste Frage, die mir gestellt wird), habe ich irgendwann mal alle meine Tipps zum Thema Sicherheit zu einem kleinen Ratgeber zusammengefasst. Das würde zwar jetzt den Rahmen dieses Artikels sprengen, Du kannst ihn Dir aber gerne hier herunterladen. Die 11 Tipps sind, wie gesagt, für Lateinamerika, gelten aber alle uneingeschränkt auch für São Paulo.

Den besten Tipp, den ich Dir mit auf den Weg geben kann: Hör auf genau das, was die Einheimischen Dir sagen.

Meiner Erfahrung nach haben die Brasilianer mehr Angst um Dich, als Du selbst. Und es kommt nicht selten vor, dass Du von brasilianischen Freunden bis vor die Haustür begleitet wirst, nachdem ihr zusammen irgendwo unterwegs wart (das gilt vor allem nachts).

Und wunder Dich nicht, wenn Dir gesagt wird „Schreib mir eine Nachricht, wenn Du zu Zuhause angekommen bist!“. Schreib diese Nachricht auch wirklich, dann können Deine brasilianischen Freunde beruhigt ins Bett gehen.

 

Vorteile São Paulos auf einen Blick

+ unendlich viele Möglichkeiten zu jeder Tages- und Nachtzeit

+ größte Startup-Szene Brasiliens und großes Netzwerk für Digitale Nomaden

+ man kommt einfach in den Rest Brasiliens (zwei Flughäfen)

+ Riesenauswahl an Restaurants und Essen aus aller Welt

+ aktives Nachtleben mit unzähligen Bars und Parties

+ Brasiliens Hot Spot für Street Art, Graffitis und Murals

+ jedes Stadtviertel erzählt seine eigene Geschichte

+ charmante Cafés

+ viele unterschiedliche tribes (Arten von Menschen und Nationalitäten)

+ jeden Tag gibt es kostenlose oder günstige Events in der Stadt

Foto by Wei Hsu (Flickr)

 

Sodele, das war’s (für heute)! Wahnsinn! Ich hoffe, dass ich Dir mit diesem Artikel einen Mehrwert liefern konnte und vielleicht sogar Deine Neugier geweckt habe, São Paulo als Digitaler Nomade einfach mal auszuprobieren. Eine Chance zu geben!

Und jetzt möchte ich von Dir wissen: Welches Bild hattest Du bis gestern noch von São Paulo? Und was darf Deiner Meinung nach in einer Großstadt auf keinen Fall fehlen, damit Du Dich dort als Digitaler Nomade rundum wohlfühlst? Verrate es uns in den Kommentaren!

 

Gastartikel von Joanna Krupa

 

 

 

Joanna hat über zwei Jahre als digitale Nomadin in São Paulo gelebt und hat über 6 Jahre Brasilienerfahrung. 2017 gründete sie zusammen mit ihrer Freundin Andrea Querido Mundo und zeigt kleinen, deutschsprachigen Reisegruppen, wie wunderschön Lateinamerika ist.

 


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2 Kommentare

  1. Hallo Feli,
    wir kennen uns ja "virtuell" schon ewig … 😉
    Bin immer noch gerne auf deinem Blog zu Gast. Eine Frage … hast du zufällig einen Blog mit ähnlicher Ausrichtung wie deinem (sprich Backpacking + von unterwegs arbeiten, jeweils mit schönen Übersichts- oder ggf. Listenartikeln und mega vielen Tipps) auf Englisch (oder zufällig sogar spanisch 😉 ) parat? Möchte meiner Freundin mal etwas Lesestoff geben … 😉

  2. Ein interessanter Artikel.
    Ich habe bisher immer einen großen Bogen um Sao Paulo gemacht, wenn ich in Brasilien war. Aber ich werde mir eine Reise in diese Stadt auf jeden Fall durch den Kopf gehen lassen.