4 Wochen Urlaub am Stück? So überzeugst du deinen Chef!

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Ein fester Vollzeit-Job und eine lange Urlaubsreise – zwei Dinge, die nicht zusammenpassen? Und ob! Auch wenn du fest angestellt bist und nur 24 Tage Urlaub im Jahr hast, kannst du die Welt entdecken. So habe ich es zumindest über acht Jahre gemacht. Nur weil es bei mir geklappt hat, heißt das natürlich nicht, dass es immer funktioniert. Es ist ja auch davon abhängig, wo du arbeitest, was du machst, wie das mit dem Urlaub generell gehandhabt wird und wie dein Chef so drauf ist beziehungsweise wie gut ihr euch versteht. Kurz zu meiner Situation: Ich hatte als PR-Beraterin in einer Agentur gearbeitet und ich wusste immer, dass ich einen guten Job mache. Das machte mich zwar noch lange nicht zur Lieblingsangestellten, die sich alles erlauben konnte, aber alles in allem kam ich gut mit meinen Vorgesetzten aus – sicherlich ein Vorteil, wenn du nach einer kleinen Auszeit fragst.

Erfahrung macht klug

In meinen fast acht Jahren als Angestellte war ich genau acht Mal für vier Wochen unterwegs. Wie ich das damals durchgesetzt habe und was ich dir aus eigener Erfahrung mit auf den Weg geben kann, habe ich hier mal zusammengeschrieben. Klar, wirst du denken, wenn ich das einmal geschafft habe, war es die darauffolgenden Jahre ein Selbstläufer. Pustekuchen! Natürlich kam meine Frage nach einem Monat Urlaub für meinen Chef nicht mehr ganz so überraschend wie beim ersten Mal, aber es war für mich jedes Jahr wieder eine Herausforderung, danach zu fragen, und jedes Mal wieder die totale Erleichterung, als ich das Okay bekam. Ich kann dir also nur Mut machen, es zumindest zu versuchen. Da Vorgesetzte gern hören wollen, warum sie ausgerechnet dir erlauben sollten, so lange zu verreisen, solltest du ein paar gute Argumente parat haben.

Du willst auch mal vier Wochen am Stück hinaus in die weite Welt? Das ist nicht unmöglich – du musst nur deinen Chef davon überzeugen.

1. Plane frühzeitig

Schwebt dir eine längere Reise vor, dann rede frühzeitig mit deinem Chef. Zumal seine Entscheidung mitunter auch ein paar Wochen auf sich warten lassen wird. Es wird dir zugute kommen, wenn du keinen Druck machst, ihm Zeit gibst, zu überlegen, und das Gefühl vermittelst, dass alles seiner Kontrolle unterliegt. Wenn du ihn direkt vor halb vollendete Tatsachen stellst – „Bis Sonntag muss ich buchen, sonst verfällt die Reservierung!“ – könnte er glauben, du nimmst ihn und die Arbeit nicht so richtig ernst.

2. Sammle Urlaubstage an

Ich habe immer zugesehen, dass ich noch mindestens zehn Urlaubstage aus dem alten mit ins neue Jahr genommen habe. Denn erstens weißt du nie, was noch kommt und ob du nicht noch mal einen freien Tag brauchst, zweitens muss Resturlaub ja eh zeitnah genommen werden und drittens musste mir mein Chef nicht schon den gesamten Jahresurlaub im Januar geben – wo er doch nicht sicher sein konnte, ob ich wirklich noch bis zum Jahresende bleibe.

3. Nutze Feiertage

Ich glaube, mein Chef hätte es gern gesehen, wenn ich meinen Vier-Wochen-Urlaub über Weihnachten und Silvester genommen hätte. Habe ich aber nie. Obwohl es natürlich Vorteile hat: Oft Sind Büro oder Firma sowieso zu und außerdem sparst du Urlaubstage. Wenn es für dich infrage kommt, dann nutze also die Kraft der Feiertage! Wenn du das dann auch noch richtig kommunizierst, sieht dein Boss, dass du mitdenkst und den „Schaden“ so klein wie möglich halten willst.

4. Hol deine Kollegen mit ins Boot

Vier Wochen weg zu sein heißt natürlich für irgendeinen Kollegen, vier Wochen doppelt Gas geben zu müssen. Idealerweise halten dir deine Kollegen den Rücken frei, gönnen dir die lange Reise und sehen es nicht als unmöglich an, dass es auch mal ein paar Wochen ohne dich klappt. Mit dieser Info gern den Chef versorgen. „Mein Team wird sich in der Zeit voll ins Zeug legen und ich werde im Vorfeld so viel wie möglich vorbereiten und vorarbeiten!“ (Das habe ich tatsächlich immer getan, glaub mir, die Zeit vor der Reise war so richtig, richtig anstrengend … aber es war die Sache wert.)

Einer für alle, alle für einen – und zwar für dich! Sprich mit deinen Kollegen und hole sie auf deine Seite.

5. Poker lieber etwas höher!

Mit dem Urlaub ist es ein bisschen wie mit dem Gehalt. Es liegt wahrscheinlich in der Natur eines Vorgesetzten, das, was der Angestellte verlangt, zu unterbieten. Ich habe immer nach vier Wochen gefragt (mehr ging nicht, ich hatte nur 24 Urlaubstage) und fast jedes Mal hieß es, dass drei Wochen doch auch schon sehr lang sein würden. Also setz deinen Zeitraum nicht zu niedrig an.

6. Perspektivwechsel

Vier Wochen! Das klingt in den Ohren eines Vorgesetzten nach einer Ewigkeit. Leg den Fokus am besten gar nicht so sehr auf diesen Monat, sondern betone vielmehr, dass du ja dann die restlichen elf Monate quasi durchgängig anwesend bist. Elf Monate am Stück, in denen du ohne Unterbrechung durchpowern wirst und in denen alle auf dich zählen und mit dir planen können. Außerdem: Rücke die Vorteile, die eine lange Reise gegenüber drei kurzen Reisen hat, in den Vordergrund. Du musst beispielsweise nur einmal eine Urlaubsübergabe machen und nicht dreimal im Jahr. Und nur einmal einen Kollegen einarbeiten. Das spart Zeit.

7. Wähle einen günstigen Zeitraum

Den Reisezeitraum solltest du am besten so legen, dass du wichtige Messen, Veranstaltungen und Meetings, die jedes Jahr anstehen, nicht verpasst. Es kommt bestimmt gut, wenn du sagst: „Und pünktlich zum Event XY bin ich zurück und habe genügend Zeit, es vorzubereiten.“ oder „Wenn die Messen am Jahresanfang vorbei sind, kehrt erfahrungsgemäß etwas Ruhe ein.“ Oder „In dem Monat ist mein wichtigster Kunde ebenfalls immer drei Wochen weg.“

8. Schau dich um!

Klar, prinzipiell solltest du dich nicht mit Anderen vergleichen. Aber wenn es um Urlaub geht, dann schon! Gibt es unter deinen Kollegen jemanden, der vielleicht auch lange verreist? Hol dir Tipps und frage, wie er oder sie es geschafft hat, wie der Chef grundsätzlich darauf reagiert etc. Und wenn sich dein Vorgesetzter nicht begeistert von deiner Idee zeigt, dann sag ruhig, dass der Kollege XY doch auch immer einen längeren Urlaub macht.

9. Positive Auswirkungen

Ganz wichtig: Zähle auf, welche positiven Auswirkungen deine lange Reise nach deiner Rückkehr auf deine Arbeit haben wird: Du wirst hochmotiviert und erholt sein, mit neuen Ideen, viel Power und voller Tatendrang. Du wirst dankbar sein, dass du vier Wochen gekriegt hast, und das natürlich mit vollem Einsatz zurückgeben. Ich habe meinem Chef damals beispielsweise ehrlich gesagt, dass Reisen zu den wichtigsten Dingen in meinem Leben gehört und dass ich langfristig unglücklich werden würde, wenn es mir verwehrt bliebe. Und wenn ich erst einmal unglücklich bin, dann leidet früher oder später auch mein berufliches Engagement.

Bester Zeitraum, viele Feiertage, Sommer-Loch … leg dir deine Argumente zurecht, bevor du mit deinem Chef sprichst.

10. Nur im Notfall

Je nachdem, wohin du reist, wird es sicherlich möglich sein, dich zu kontaktieren. Das Angebot oder Versprechen, dass du erreichbar sein wirst, solltest du aber nur im absoluten Notfall machen. Denn es ist dein Jahresurlaub, deine Reise, deine Auszeit! Ich für meinen Teil habe es immer angeboten, jedoch nicht garantiert, dass ich Nachrichten auch wirklich empfange oder wie oft ich sie abrufe. Auf all meinen Reisen hat mich übrigens nie irgendwer angerufen.

Wenn der Jahresurlaub nicht mehr genug ist …

Inzwischen habe ich mich ja als Texterin/Redakteurin selbstständig gemacht. Dafür gab es viele Gründe, aber einer war definitiv, dass ich mir sowohl meine Arbeits- als auch meine Urlaubszeit einfach gern selbst einteilen wollte. Ich war es leid, nur vier Wochen im Jahr wegfahren beziehungsweise an einem anderen Ort sein zu können. Sicher ist es nicht für alle Reiselustigen möglich, diesen Weg zu gehen. Sollte sich dein Chef allerdings quer stellen oder die maximale Urlaubszeit grundsätzlich nur zwei Wochen betragen, dann musst du dir überlegen, ob du dich damit arrangieren willst. Macht dir dein Job richtig Spaß, lässt es sich bestimmt ein paar Jahre damit aushalten. Steigt dein Reisefieber jedoch stetig an und die Sehnsucht wird größer und größer, solltest du dich vielleicht doch mal nach anderen Optionen umsehen. Und ich kann dir nur sagen: Es gibt sie. Viele Menschen reisen trotz Festanstellung!

Ich wünsche dir ganz viel Glück bei deinem Gespräch mit dem Chef!

Berichte in den Kommentaren gern, wie du ihn überzeugt hast!

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Ulrike hat rund 15 Jahre Reiseerfahrungen, viele schöne Erinnerungen und immer neue Ideen im Gepäck. Nachdem ihr der Jakobsweg 2016 eine neue Richtung gewiesen hat, arbeitet sie seit Anfang 2017 als freiberufliche Redakteurin – hauptsächlich von Deutschland aus, aber immer auf der Suche nach interessanten Reisezielen und neuen Herausforderungen. Mehr unter www.ulrikekraenz.de.


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1 Kommentar

  1. Sehr gute Tipps!

    Vor allem die Perspektivenwechsel solltest du vielleicht als einzelne Punkte hervorheben, damit diese noch besser wahrgenommen werden, denn daran denkt so gut wie niemand.

    Ich habe es sogar mal geschafft, ganze 6 Wochen am Stück Urlaub zu bekommen!

    Wie?

    Ganz einfach, ich habe über Weihnachten und Neujahr die Urlaubstage von 2 Jahren zusammengelegt (nicht alle). So wäre ich prakitsch nur im Dezember 2 Wochen und im Januar 2 Wochen weggewesen, da über die Feiertage sowieso bei uns tote Hose ist. Leider ist mir dann was anderes dazwischengekommen (ein Projekt im Ausland, das ich nicht ablehnen konnte), so dass den Urlaub nicht angetreten habe… aber er war schon freigegeben!