Outback-Survival: Tipps für’s Campen in Australiens Wildnis!

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Bist du auch so ein Australien-Fan wie ich? Kein Wunder – denn Australien gilt als eines der Länder, die ganz viel Abenteuer versprechen. Das liegt nicht nur daran, dass es am anderen Ende der Welt liegt, sondern vor allem auch an den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und der fremdartigen Pflanzen- und Tierwelt. Spannend für abenteuerlustige Urlauber ist auch, dass „Down Under“ zu den Staaten zählt, in denen das Wildcampen außerhalb der Ortschaften allgemein erlaubt ist. Perfekt!

Wenn du also als Backpacker oder Tourist per Anhalter, mit dem Auto, mit einem Camper-Van oder mit dem Bike unterwegs bist, kannst du dich weitestgehend frei bewegen und oft kostengünstig übernachten. Beim Durchstreifen des riesigen Kontinents abseits der Highways und fernab von Touristenhochburgen wie Melbourne, Sydney, Canberra, Adelaide oder Perth empfiehlt es sich aber, mehrere wesentliche Richtlinien zu befolgen. Damit trägst du nicht nur zu deiner eigenen Sicherheit bei, sondern vermeidest auch die im „Outback“ mögliche Bußgelder. Und die können es ganz schön in sich haben und sogar schnell mal vierstellig werden.

koala at Port Stephens area, NSW, Australia.

Der Traum (fast) jeden Australienurlaubers: einen Koala oder ein Känguru sehen – natürlich am besten in freier Wildbahn.

1. Beachte die allgemeinen Sicherheitshinweise

Auch wenn Australien als vergleichsweise sicher gilt – so jedenfalls sagt es das Auswärtige Amt im Hinblick auf die Kriminalität: Wenn du alleine oder als Wildcamper unterwegs bist, solltest du trotzdem wachsam sein und eine gesunde Skepsis mitbringen. Denn auch hier kommen – entgegen der allgemeinen Auffassung, Australien sei besonders friedlich – immer wieder auch Raubüberfälle, Vergewaltigungen und vor allem Autodiebstähle vor.

Das gilt z. B. für das zentral und zugleich völlig abgelegene Alice Springs. Hier solltest du nicht unbedingt wildcampen. Hast du entschieden, als Camper Australien zu erkunden, solltest du im Allgemeinen die äußeren Stadtteile von Touristenzentren und Metropolen wie Sydney meiden, wo auch Schutzgelderpressungen, Drogenhandel und andere Machenschaften von Gangs leider häufig an der Tagesordnung sind.

2. Verschaffe dir eine Übersicht über Unterkunftsmöglichkeiten

Statte dich rechtzeitig mit detaillierten Reiseführern wie CAMPS AUSTRALIA WIDE aus – letzteres ist als Print und auch als App erhältlich. Auch wenn du denkst: „Reiseführer? Ich bin doch kein 0815-Touri!“, hier findest du alle Informationen z. B.  über Campingplätze und sogenannte „Rest Areas“, deren Position und Entfernung auch Bush-Camper im Auge behalten sollten. Zusätzlich sorgen andere Navi- und GPS-Dienste, auf jeden Fall aber auch ein Kompass für zusätzlichen Schutz. Hol dir am besten einen echten Kompass – nicht nur einen als App auf dein Handy. Besorge dir in Ortschaften regionale Broschüren – hier findest du meistens wichtige Details zur Umgebung.

Caravan Parks: Herkömmliche Campingplätze heißen in Australien „Caravan Parks“. Hier kannst du als Wildcamper auch mal für eine Nacht Zwischenstation machen. Denn dann hast du die Gelegenheit, um für die im Busch besonders schnell notwendig werdende Hygiene zu sorgen, deine Akkus aufzuladen, dich mit Proviant auszustatten oder dir Informationen über weitere Reisemöglichkeiten einzuholen. Die Übernachtung ist im Van, im Pkw, in Hütten („cabins“) oder – im kostengünstigsten Fall – im Zelt möglich. Ein Stellplatz für das Auto bzw. für zwei Personen kostet meist weniger als 30 australische Dollar. Ein Campingplatz ist somit immer noch günstiger als die meisten Hostels, für die sich viele Rucksacktouristen entscheiden, wenn das Wetter mal schlecht oder die Zeit knapp ist.

Die Olgas bzw. Kata Tjutas (Foto) sind neben dem Uluru – dem Ayers Rock – die bekanntesten Sehenswürdigkeiten im nach ihnen allen benannten Nationalpark. Sie sind heiliges Gelände der Ureinwohner und nur beschränkt zugänglich.

Campgrounds: Freie Flächen zum Campen innerhalb oder am Rand von Nationalparks wie etwa dem Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark rund um den berühmten Uluru (Ayers Rock) nennt man „Campgrounds“. Die sind extra ausgewiesen. Der Vorteil: Diese Plätze sind viel natürlicher als Campingplätze und weniger besucht. Diese Übernachtungsmöglichkeit kommt dem Wildcampen also sehr nahe, bietet im Gegensatz dazu jedoch einfache Toiletten und Wasser oder Sitzmöglichkeiten und sieht verschiedene Beschränkungen zum Schutz des Parks vor. Die Stellfläche kostet hier maximal 20 Dollar und wird, falls keine Rezeption vorhanden ist, oft von einem Ranger erhoben. Ansonsten vertrauen die „Aussies“ darauf, dass die Besucher eigenmächtig die Gebühr in einen dafür vorgesehenen Kasten legen.

Rest Areas: Entlang der Highways triffst du auf die „Rest Areas“. Ebenso wie die sogenannten Road Houses bieten sie zumindest einfache Toiletten. Weitere Informationen rund ums Thema Campingplätze findest du hier.

3. Deine Grundausrüstung für Australien

In meiner Packliste findest du alles, was zur Ausstattung eines Backpackers und Weltenbummlers gehört. Richtig ist: Eine gründliche und sorgfältige Vorbereitung einer weiten Reise wie etwa der in den australischen Busch kann recht aufwendig sein.

Das fängt beim mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und dem ebenfalls notwendigen Visum an, betrifft aber auch die angemessene Zusammenstellung von allem, was du für den Alltag so brauchst. Wenn du campen willst, solltest du dir vorab im Klaren darüber sein, dass Wetter und Temperatur in Australien stark schwanken – entsprechend solltest du dich also dafür rüsten. Willst du im Schlafsack übernachten, solltest du dir unbedingt ein Modell anschaffen, das zu den auf deiner Reise zu erwartenden Gegebenheiten passt. Hierzu kannst du dir entweder online einen Überblick verschaffen, oder dich bei einem Fachhändler beraten lassen.

Bedenke auch unbedingt die medizinischen Vorkehrungen – und zwar rechtzeitig vor der Abreise. Das heißt konkret: Erstmal zum Arzt gehen und fragen, was du für Impfungen brauchst. Bei direkter Einreise aus Deutschland wird zwar für den Besuch Australiens nichts verlangt, es wird aber dennoch empfohlen, sich gegen Hepatitis A und B und ggf. gegen Enzephalitis und ansonsten auch gegen die bei uns üblichen Krankheiten impfen zu lassen.

Auch wichtig: Insektenspray! Das brauchst du, um dich vor allem vor dem sogenannten Dengue-Fieber, das in Nordaustralien übertragen werden kann, oder dem Ross-River-Fieber zu schützen. Mitgebrachte Medikamente sind im Allgemeinen bei der Einreise meldepflichtig, vor Ort sind sie aber auch ohne Probleme in den Drugstores oder „Urgent Dispensaries“ erhältlich.

Viele Aborigines bieten (Vor-)Führungen an. Informiere dich unbedingt über ihre Bräuche und respektiere beispielsweise die Zutrittsbeschränkungen bei ihren heiligen Stätten.

4. Beachte Privateigentum und Kultplätze

Du möchtest den Highway verlassen und auf die Suche nach einer öffentlichen Übernachtungsmöglichkeit mitten im Outback gehen? Das klingt erstmal einfach. Schließlich macht das Outback etwa drei Viertel ganz Australiens aus. Allerdings heißt es: „Augen auf!“. Achte auf Schilder, die auf Privateigentum oder Nationalparkgelände hinweisen oder über sonstige Gebote informieren. Dort ist das Wildcampen ohne vorherige Absprache prinzipiell verboten. Und den Eigentümer finden ist aufgrund der meist riesigen Grundstücke oft schwer.

Gehe auf jeden Fall zuerst einmal in ein regionales Tourismusbüro und frage nach, ob du dich in absehbarer Zeit in einem Aborigines-Reservat befinden könntest. Etwa ein Fünftel der insgesamt ca. 300.000 Ureinwohner Australiens lebt im Outback. Sich mit deren uralter Kultur zu befassen oder von Aborigines führen zu lassen, ist äußerst reizvoll und lehrreich. Wichtig ist, dass du unbedingt deren Bräuche respektierst. Das kann unter anderem bedeuten, Kultplätze zu meiden, geschweige denn dort zu campen oder ungefragt zu fotografieren.

5. Sorge für Orientierung

Etliche Abenteurer sind seit dem 19. Jahrhundert in den Weiten Australiens einfach verschollen. Unterschätzen solltest du die trügerische Ruhe angesichts der auch heute insgesamt sehr geringen Bevölkerungsdichte von nur drei Einwohnern auf einem Quadratkilometer nicht. Mitunter kannst du etliche Kilometer bzw. Meilen auf dem Highway fahren, ohne irgendeinem anderen Auto zu begegnen.

Fällt außerhalb der Städte das Funknetz aus (was schnell mal der Fall sein kann!), bist du oft für lange Zeit auf dich allein gestellt. Von daher geh immer auf Nummer sicher:

  • Informiere Freunde oder Verwandte, ggf. auch die Behörden vor Ort so oft wie möglich über deine Reiseroute.
  • Prüfe immer sorgfältig Stromzufuhr und Ladezustände deiner Elektronik wie Handy usw.
  • Auch eine Idee: Leih dir ein Satellitentelefon aus.
  • Informiere dich immer darüber, wo die nächstliegenden Highways oder Stationen sind – die du mit Kompass & Co. orten kannst.
  • Achte darauf, dass du diese im Notfall auch zu Fuß erreichen kannst.
  • Doppelt hält besser: Nimm immer gleich zwei Ersatzreifen mit.

Augen auf im Busch! Im Unterholz lauern große Gefahren, die nicht selten winzig klein daherkommen. Dazu gehört z. B. die Redback – eine Spinne, deren Gift tödlich sein kann. Seit Anfang der 80er-Jahre gibt es entsprechende Gegengifte, die jedoch schnell verabreicht werden müssen.

6. Gehe (nicht nur) mit der todbringenden Fauna respektvoll um

Australien beheimatet – von den Krankheitsüberträgern Bakterien, Zecken, Mücken und Moskitos abgesehen – eine Vielzahl direkt lebensgefährlicher Tiere. Und das an verschiedensten Stellen:

  • Salz- und Süßwasserkrokodile
    Leben in Fluss- und Sumpflandschaften. Achte immer auf Warnschilder und bade nur an ausgewiesenen Stellen.
  • Giftschlangen
    Sind teilweise tödlich giftig – allen voran der Taipan (Inland- und östlicher Taipan).
  • Giftspinnen
    Davon gibt es 30 verschiedene Arten. Die Sydney-Trichternetzspinne und die Red Back sind für den Menschen besonders gefährlich.
  • Gefährliche Tiere im Meer
    Hier sind vor allem die Würfelqualle (Box jellyfish, Seewespe), Seeschlangen, der Blauringkrake und Haie gemeint. Auch hier gilt: Achte auf Warnschilder und nutze nur ausgewiesene Badestrände. Bei Nesselkontakt gieße Essig auf die Wunde!

Das Gift einiger dieser Tiere kann im schlimmsten Fall innerhalb von wenigen Minuten zum Tod führen. In ihrer Nähe ist also höchste Vorsicht geboten. Im Outback solltest du dich also nicht zu weit vom nächsten Ort entfernen sowie immer festes Schuhwerk und lange Hosen tragen. Laufe auch nur an Stellen, die du gut einsehen kannst und die du gut begehen kannst.

Für Notfälle gibt es den „Royal-Flying-Doctor-Service“. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass trotzdem Stunden vergehen können, ehe ein Arzt einfliegen kann, ist einfach zu hoch. Frag deshalb vor einem Trip in den Busch im örtlichen Drugstore nach Gegengiften. Solltest du gebissen werden, merke dir das Aussehen des Tieres, binde die Körperstelle ab und suche schleunigst einen Arzt oder einen Drugstore auf.

7. Sorge für Sonnenschutz und ausreichend Wasser

Australien ist besonders im Sommer trocken und heiß! Das solltest du nicht unterschätzen. Immer wieder sterben vorrangig jüngere Backpacker bei ausgiebigeren Touren im Outback an Dehydration oder Hitzeschlag. Vermeide besonders zur Mittagszeit und am frühen Nachmittag größere körperliche Anstrengungen. Zu diesen Zeiten muss also die nächste große Wander-Etappe nicht unbedingt sein. Nimm immer eine Kopfbedeckung mit und benutze reichlich Sonnencreme.

Was du auch immer und unbedingt brauchst: große Mengen Trinkwasser. Unterwegs auf Süßwasser zu stoßen, ist zumindest in den Trockengebieten sehr unwahrscheinlich. Falls du doch fündig wirst, solltest du das Wasser nur im absoluten Notfall ungekocht trinken.

Wildcampen in Australien, hier in der Nullarbor-Ebene im Süden des Landes – wenn man Sicherheitsvorkehrungen trifft, ist das ein absolut eindrucksvolles Abenteuer.

8. Denk an Naturkatastrophen

Busch- oder Waldbrände sind in Australien, in besonderem Maße im Osten und Süden, jederzeit möglich. Denk daran, wenn du auf die Idee kommst, spontan mal ein Lagerfeuer anzuzünden. Vor allem im Frühling und Sommer (also ab November) heißt es, sich über die Medien vor Ort über Risiken zu informieren. Wenn überhaupt, dann nutze ausschließlich die ausgewiesenen Feuerstellen und lösche danach gründlich mit Wasser.

Im Fall eines Brandes alarmiere sofort die Behörden und sprinte zum nächsten Highway!

Auch Unwetter können besonders Nordaustralien regelrecht heimsuchen und so manchen Fluss über die Ufer treten lassen. Besorge dir deshalb Wetter-Apps für Australien und behalte die Entwicklung im Auge (denk dran, dass der Empfang mitunter schlecht oder nicht da ist!). In jedem Fall: Plätze oberhalb von Flussbetten (auch wenn die ausgetrocknet sind) beugen beim Bush-Camping bösen Überraschungen vor.

Alle Punkte gemerkt? Dann hast du als Australien-Backpacker gute Aussichten darauf, dass der Kontinent hält, was du dir von ihm versprochen hast – egal mit welchem Verkehrsmittel du unterwegs bist oder wo und wie du Rast machst.

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3 Kommentare

  1. Hi, vielen Dank für den tollen Artikel. Wir planen noch unseren ersten Campingurlaub in Australien und freuen uns aber schon wahnsinnig. 😀 Bisher waren wir immer eher Heimatverbunden und sind beim Urlaub Dolomiten geblieben, aber jetzt soll es mal richtig exotisch werden. *.*

  2. Her Feli,

    Danke für diesen umfangreichen Artikeln. Nächstes Jahr geht es für mich nach Australien, da ich bin ich jetzt gut vorbereitet. 😉

    Danke für die hilfreichen Tipps. Hats du schon mal eines der giftigen Tiere gesehen? Wie wahrscheinlich ist es das man denen über den Weg läuft?

    Liebe Grüße

    Lydia 🙂

    • Hey Lydia,

      hach so langsam hab ich auch wieder Lust auf das Abenteuer Australien. Giftige Tiere sieht man wirklich selten wenn du nicht völlig durch den Dschungel robbst (und auch da gibt es ja Boardwalks als Wege meist für die Visitor 😉

      LG aus Tarifa,
      Feli

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