Die Qual der Wahl: Was unternimmst du vor Ort und wohin soll die Reise überhaupt gehen?

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Das erste Mal in ein Land zu reisen, gehört für mich zu den aufregendsten Dingen im Leben. Wenn ich im Vorfeld im Reiseführer blättere oder im Internet recherchiere, wird die Liste der Dinge, die ich dort unbedingt sehen und tun will, immer länger. Bis mir irgendwann auffällt: Halt stopp mal, ich habe ja nur vier Wochen! Klar, ich könnte jeden Tag den Ort wechseln und mir ein straffes Programm zurechtlegen, aber will ich das? Nein! Ich muss mich also entscheiden und mir darüber bewusst werden, was mir am meisten Spaß macht und was mich wirklich interessiert. Es ist ganz bestimmt beeindruckend, wenn irgendwo das höchste Gebäude der Welt steht. Oder einen Ort zu besuchen, an dem ein Hollywood-Film gedreht wurde. Aber was gibt mir das wirklich, wenn ich viel lieber in der Natur unterwegs bin, mich für Tempel interessiere oder Yoga mache?

Stadt, Land, Fluss …

Ich weiß inzwischen, dass ich mich im Grünen tausendmal besser aufgehoben fühle als in einer Metropole. Von vielen großen Städten kenne ich deshalb nur die Flughäfen, weil ich direkt nach der Landung in einen kleineren Ort weitergefahren bin, um anzukommen. Große Städte stressen mich bei der Ankunft, wenn ich das Land eigentlich noch gar nicht kenne, und bei der Abreise nerven sie mich auch, weil ich als letzte Erinnerung lieber einen Berg oder einen Strand im Kopf behalte – und nicht Verkehrschaos und Hochhäuser. Ich will Großstädte nicht pauschal verteufeln, aber wenn ich nur noch zwei Tage habe und es winkt auf der einen Seite eine Wanderung auf einen Vulkan und auf der anderen Seite eine Metropole – tja, da weiß ich, was ich tue. Fragen, die du dir stellen kannst, um herauszufinden, wo du gut aufgehoben bist, sind zum Beispiel:

  • Magst du quirlige Großstädte?
  • Brauchst du viele andere Reisende um dich oder kannst du auch gut mit dir allein sein?
  • Liebst du die Natur und bewegst dich gern?
  • Hast du lieber schnell den Überblick in einem kleinen Ort oder reizen dich die unendlichen Möglichkeiten in einer Stadt?

Es ist nicht immer leicht, sich zu entscheiden …

Kunst und Sehenswürdigkeiten

Du weißt am besten, was dich interessiert und wobei du deine Zeit am meisten genießt. Quäl dich nicht durch eine Kunstgalerie, nur weil hier vielleicht das berühmteste Bild von jemandem hängt. Wenn dein Herz nicht für die Malerei schlägt, wirst du dich danach nur fragen, warum du so viel Eintritt bezahlt hast. Ähnlich verhält es sich mit Museen. Es geht nicht darum, die Highlights abzuklappern, die dir der Reiseführer vorschlägt, sondern darum, deine eigenen Höhepunkte zu finden. Auf eine meiner ersten Reisen war ich ein paar Tage in Taipeh. Damals befand sich dort mit dem Wolkenkratzer 101 noch das höchste Gebäude der Welt. Es ging mir nicht aus dem Kopf. Nicht, weil ich so auf Skyscraper stehe, sondern weil es eben überall erwähnt wurde. An meinem letzten Abend bin ich noch ganz gestresst dort hin- und dann hochgefahren. Es war der teuerste Ausflug meiner gesamten Reise. Und ja, der Blick war schon fantastisch von da oben, aber ganz ehrlich, ich habe da nie wieder dran zurückgedacht. Und inzwischen kann ich nicht mal mehr sagen, dass ich auf dem höchsten Gebäude der Welt war, denn es gibt nun weit höhere Bauten.

  • Wofür interessierst du dich wirklich? Kunst, Architektur, Musik etc.?
  • Was hört sich für dich besser an: ein Tag am Meer oder ein Tag im Museum?
  • Wofür bist du bereit, Geld auszugeben? Und wie viel?
  • Wer sagt, dass du XY unbedingt sehen musst, dein Herz, deine Eltern oder der Reiseführer?

Auf der schönen Insel Pulau Pangkor in Malaysia bin ich nur gelandet, weil ich Zeit hatte, mich treiben zu lassen. Am Ende war sie eines der Highlights meiner Reise!

Raum und Zeit

Egal ob du für ein Wochenende einen Städtetrip planst oder für mehrere Wochen ans andere Ende der Welt reist – die Größe deiner Destination und die Dauer deiner Reise sind zwei ganz wichtige Faktoren. In Laos beispielsweise wirst du in vier Wochen deutlich mehr vom Land sehen und weniger „Abstriche“ machen müssen als in China oder Indien. Also: Wenn du nicht besonders entscheidungsfreudig bist und am liebsten alles in und an deinem Reiseziel sehen und erkunden willst, dann fang klein an – und zwar was die Größe deiner Destination betrifft. Oder beschränke dich auf eine bestimmte Region. Als ich nach Indien geflogen bin, habe ich etwa nur den Süden bereist und selbst dafür waren vier Wochen meines Erachtens nicht genug. Ich hätte noch viel länger bleiben können und mich nicht gelangweilt. Je mehr Zeit du hast, desto mehr kannst du sehen. Diese Regel ist einfach. Deshalb überlege dir am besten schon im Vorfeld, ob du dir für ein Wochenende wirklich eine Millionenstadt vornehmen möchtest oder ob du damit nicht besser wartest, bis du einen längeren Zeitraum zusammen hast. Zwei Tage im beschaulichen Porto oder in Antwerpen geben dir bereits einen super Überblick über die City, aber was sind schon 48 Stunden in Rom, Berlin, London oder Paris?

  • Wie viel Zeit hast du insgesamt – abzüglich An- und Abreisetag?
  • Bist du jemand, der viele Erholungspausen bzw. viel Schlaf braucht?
  • Wie groß ist das Land? Ist es möglich, dass du dich auf eine Region beschränkst?
  • Kommst du vor Ort gut rum oder wird viel Zeit für den Transport draufgehen?

Weniger ist mehr

Sicher, es kann nicht schaden, sich vor dem Abflug mit dem Reiseziel zu beschäftigen und ein paar Pläne zu machen, damit du am Ende nicht wiederkommst und dann erst erfährst, was du „verpasst“ hast. Dabei ist verpassen wirklich relativ. Was ich sagen möchte: Nimm dir nicht tausend Sachen vor und lasse genügend Zeit dafür, dich treiben zu lassen, spontan länger an einem Ort zu bleiben, der dir gefällt, oder dich anderen Reisenden anzuschließen, um etwas zu unternehmen, von dem du bisher noch gar nichts gehört oder gelesen hast.

  • Was gehört auf jeden Fall auf deine Must-See/Must-Do-Liste?
  • Kannst du die Aktivität XY nur an deiner Reisedestination machen oder ist sie vielleicht gar nicht so landestypisch und überall möglich?
  • Lässt du dich gern überraschen? Bist du spontan?

Auf der Halbinsel Mannar auf Sri Lanka gerätst du nicht so schnell in Freizeitstress. Zu den Highlights gehören Esel und ein großer Affenbrotbaum.

Kommt Zeit, kommt Rat!

Es ist nicht immer leicht, sich zu entscheiden. Vor allem, wenn du dich quasi für alles interessierst und alles ausprobieren willst. Das ist auch gut so. Im Laufe der Jahre wirst du schon herausfinden, was dir wirklich etwas gibt und was dir nicht so wichtig ist. Wenn du schon ein paar Reisen hinter dir hast und mal an deinen ersten Trip zurückdenkst, wirst du feststellen, dass du damals bestimmt noch ganz anders unterwegs warst, als du es heute sein würdest, und das gleiche Land inzwischen anders angehen würdest. Oder? Bevor du überhaupt entscheidest, wie du deine Zeit vor Ort verbringst, musst du dir aber erst einmal eine andere Frage stellen, nämlich „Wo fahre ich überhaupt hin?“ Ich bin ja der Meinung, dass es überall schön sein kann, nichtsdestotrotz kannst du ja nicht überall gleichzeitig sein und musst also eine Auswahl treffen. Hierbei gibt es ein paar Kriterien, die dir dabei helfen können, eine Destination zu finden, in der die Wahrscheinlichkeit, dass es dir gefällt, sehr, sehr hoch ist. Gehörst du beispielsweise zu den Menschen, die auf jeden Fall das Meer brauchen, um glücklich zu sein? Oder magst du auf warme Temperaturen in deinem Urlaub nicht verzichten? Auch dein Budget spielt eine Rolle, denn was bringt dir eine Reise in ein Land, das vielleicht nicht so günstig ist, und am Ende musst du jeden Cent zweimal umdrehen und kannst dir gar nichts gönnen. Dann wirst du entweder total pleite wiederkommen oder vor Ort auf vieles verzichten müssen – beides fühlt sich nicht so schön an!

Und falls die Zeit in einem Land doch nicht gereicht hat, um alles zu sehen und zu tun, was du gern wolltest, dann kommen hier die guten Nachrichten: Du kannst ja einfach nochmal hinfahren! 🙂

 

Ulrike hat rund 15 Jahre Reiseerfahrungen, viele schöne Erinnerungen und immer neue Ideen im Gepäck. Nachdem ihr der Jakobsweg 2016 eine neue Richtung gewiesen hat, arbeitet sie seit Anfang 2017 als freiberufliche Redakteurin – hauptsächlich von Deutschland aus, aber immer auf der Suche nach interessanten Reisezielen und neuen Herausforderungen. Mehr unter www.ulrikekraenz.de.


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3 Kommentare

  1. ideamagazine

    Es handelt sich grundsätzlich um eine individuelle Reise. Sollten andere TravelBird-Gäste den selben Zeitraum gebucht haben, reisen Sie gemeinsam. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 16 Personen" Gibt es da dann einen Reiseführer oder nicht ?!

  2. Richard Stadler

    Du hast eine sehr klare Schreibform und hast die wesentlichen Gesichtspunkte sehr nett zusammengefasst.
    Gerne lese ich deine Artikel, und stets gibt's auch für mich (73, viele ungezählte Reisen) eine Bereicherung,
    mit herzlichem Gruß,
    Richard

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