Perito-Moreno-Gletscher: 5 Gründe warum das Spektakel auf deine Bucket List gehört!

Barbara hier. Du hast das Wort „Gletscher“ bestimmt schon oft gehört und vielleicht auch schon selbst verwendet. Weißt du wirklich, was ein Gletscher ist?

Ich gebe zu, ich wusste es nicht genau, bis ich zum Perito-Moreno-Gletscher im argentinischen Patagonien gefahren bin.

Klar: Irgendwas aus Eis!

Mehr hätte ich nicht antworten können.

Jetzt weiß ich, dass ein Gletscher nicht einfach nur irgendwas aus Eis ist, sondern drei Faktoren für seine Entstehung verantwortlich sind:

  • Es muss über lange Zeit viel Schnee fallen
  • Es muss kalt genug sein, dass die Sonne den Schnee über lange Zeit nicht völlig schmilzt und der Schnee immer wieder neu gefriert
  • Es muss eine Hanglage bestehen

Dadurch entsteht nach und nach ein Gletscher, der sich vorwärts bewegt. Je nach Gletscher können das mehrere Meter oder sogar mehrere Kilometer pro Jahr sein.

Gelangt die Gletscherzunge – das ist der untere Teil des Gletschers – in tiefer gelegene Gegenden, schmilzt er.

Eine Besonderheit sind in Gewässern endende Gletscher: Sie schmelzen nicht einfach, sondern brechen auseinander. Das nennt man Kalben.

Genau das ist es, was man beim Perito-Moreno-Gletscher beobachten kann! Er ist an der Zunge 5 km breit und 70 m hoch.

Perito Moreno 1

Daneben kommt man sich ziemlich klein vor. Aber man verliert auch das Gefühl für Größe. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass die abfallenden Eisbrocken tatsächlich größer sein sollen als ein Geländewagen!

Warum auch du den Perito Moreno besuchen solltest

  1. Der Perito Moreno ist der einzige im Wasser endende Gletscher, dem eine Halbinsel vorgelagert ist, sodass man ohne Boot extrem nah herankommt

Im Normalfall kann man einen kalbenden Gletscher nur von einem Boot aus der Nähe beobachten. Beim Perito Moreno ist das anders.

Ihm vorgelagert liegt die Magellan-Halbinsel. Auf Laufstegen kann man auf dieser Halbinsel spazieren und kommt ohne Boot ziemlich nah an den Gletscher heran und kann das Spektakel der abbrechenden Gletscherbrocken, die bis zu 70 m hoch sein können, aus nächster Nähe beobachten. Das laute Knacken, bevor sie abbrechen hört sich an wie Kanonenschüsse und wenn die Eisbrocken ins Wasser fallen, verursachen sie zum Teil meterhohe Wellen.

  1. Er gehört zu den wenigen Gletschern, die noch wachsen

Seit etwa 1850 wächst die Mehrheit der Gletscher weltweit nicht mehr an. Das nennt man Gletscherschwund. Betroffen sind dabei alle Regionen. Die Alpengletscher haben in dieser Zeit zum Beispiel rund ein Drittel ihrer Fläche verloren.

Der Perito Moreno gehört zu den wenigen Gletschern weltweit, die nicht unter dem Gletscherschwund leiden, sondern sogar doch noch wachsen – und das auch noch im Schnitt einen Meter pro Tag!

Perito Moreno 2

  1. Der Perito Moreno kalbt in einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit

In meinen etwa drei Stunden vor dem Perito Moreno habe ich mindestens 10 abfallende Eisbrocken beobachten können. Das ist eine unglaubliche Anzahl.

Man vermutet, dass das unter anderem mit der Tiefe des Gletschers im Wasser zusammenhängt. Abgesehen von den 70 m, die der Perito Moreno nämlich über der Wasseroberfläche in die Höhe ragt, ist er unter der Wasseroberfläche nochmal 100 m tief.

  1. Die Umgebung des Perito Moreno ist sehr untypisch für die eines Gletschers

Schau mal mein Vlog, das ich auf meinem Blog barbaralicious.com veröffentlicht habe, an. Sobald ich mich umdrehe, siehst du, dass sich hinter mir ein ganz normaler Wald befindet.

Mit Vögeln, Eichhörnchen und sogar Pumas.

Eigentlich sind die Temperaturen nämlich mit 2°C im Winter und 20°C im Sommer viel zu hoch für die Entstehung eines Gletschers.

Warum also gibt es den Perito Moreno überhaupt?

Grund sind die stetigen Winde, die Feuchtigkeit vom Pazifik bringen. Nur deswegen gibt es den Perito Moreno und den Nationalpark mit den fast 200 Gletschern überhaupt.

Wald am Perito Moren

  1. Er bietet DAS Naturschauspiel in Patagonien, wenn nicht sogar in ganz Argentinien

Der Perito Moreno ist eine echte Attraktion! Kein anderer Ort wurde mir so oft von Argentiniern empfohlen und ans Herz gelegt zu besuchen.

Die Wale in Puerto Madryn… Klar sind die toll! Aber Wale kann man auch an anderen Orten beobachten.

Die Wasserfälle in Iguazú… Wundervoll! Aber sie sind nur durch ihre Größe was Besonderes. Denn Wasserfälle gibt es in Lateinamerika unzählige.

Aber der Perito Moreno gehört zu einigen wenigen noch wachsenden Gletschern auf der gesamten Welt und noch dazu kann man zu Fuß so nah ran, wie an keinen anderen.

Klar, dass die Argentinier da sehr stolz drauf sind, oder?

Tipps, damit dein Aufenthalt perfekt wird

Stell dich darauf ein, dass ein Ausflug zum Perito Moreno nicht mit Low Budget machbar ist. Der nächste Ort (ca. 80 km entfernt) ist El Calafate. Um in diesen Ort zu kommen, musst du recht tief ins Portemonnaie greifen.

  1. Anreise

Direktbusse gibt es zum Beispiel von Bariloche (28 Stunden Fahrt und ca. 1500 argentinische Pesos ~ 150 €) oder von Puerto Madryn (25 Stunden Fahrt und ca. 1200 argentinische Pesos ~ 120 €). Aber Achtung: Beide kann man nicht im Internet, sondern nur am Schalter buchen.

Alternativ kann man fliegen, was im Schnitt zwischen 50 € und 150 € teurer ist als der Bus.

  1. Aufenthalt vor Ort

Reserviere dein Hostel nicht über booking.com. In Argentinien ist aus irgendeinem Grund die Mehrwertsteuer bei booking.com nicht im angezeigten Preis mit inbegriffen. Und die beträgt aktuell 26%. Ich habe dementsprechend statt den angegebenen 16 € ganze 21 € für ein Bett im Dorm zahlen müssen.

Außerdem kann ich dir von meinem Hostel, dem Marcopolo Inn, leider nur abraten. Ich empfand das Personal als extrem unhöflich und es war ganz schön teuer.

Versuch lieber ein Bett im Hostel de las Manos zu bekommen. Darüber habe ich nur gutes gehört und es sah sehr schön aus.

  1. Ausflüge

Der Ausflug zum Perito Moreno kostet zwischen 160 argentinischen Pesos (etwa 16 €) und 500 argentinischen Pesos (etwa 50 €). Die Touren unterscheiden sich allerdings so gut wie gar nicht! Klapper also alle Agenturen ab, frag im Hostel und entscheide dich für den günstigsten Anbieter. Ich hatte zum Beispiel das günstigste Angebot der Agenturen gewählt und 200 argentinische Pesos (etwa 20 €) bezahlt. In meinem Hostel wurde die Tour für 500 argentinische Pesos angeboten. Bei uns im Bus saß aber ein deutsches Pärchen, das im Hostel de las Manos untergekommen ist und dort die Tour für 160 argentinische Pesos bekommen hat.

Abgesehen vom Perito Moreno kann man noch weitere Ausflüge machen

  • El Chaltén

El Chaltén ist ein Ort etwa 200 km nördlich von El Calafate. Die Touren aus El Calafate klingen alle wahnsinnig verlockend. ABER ich kann dir nur raten, selbst eine Tour zu organisieren. Die Linienbusse dorthin kosten etwa 300 argentinische Pesos (etwa 30 €) und vor Ort kann man vieles allein machen. Die Wanderwege durch die dortigen Gletscher sind gut ausgeschildert und man kann Trekkingtouren in Eigenregie planen und unternehmen. Es sei denn du bist ein Profi und willst den Fitz Roy besteigen. Das geht nicht mal eben und ohne Guide.

  • Torres del Paine

Ein Ausflug in den riesigen Nationalpark im chilenischen Patagonien ist aus El Calafate möglich und meiner Meinung nach im Verhältnis zu den anderen Touren relativ günstig. Ich hatte bei Always Glaciers gefragt und eine Tagestour (von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr abends) für 1000 argentinische Pesos (also etwa 100 €) angeboten bekommen. Mein Vorschlag: Überlege dir, ob du zum Beispiel nach Ushuaia weiterreisen möchtest. Dann bietet es sich nämlich an, von Ushuaia über Punta Arenas direkt nach Torres del Paine zu fahren und dort eine Tour zu buchen.

4. Weiterreise

Für eine Weiterreise aus El Calafate empfehlen sich folgende Ziele:

Bariloche – unglaubliche Bergen- und Seenlandschaft (28 Stunden Fahrt und ca. 1500 argentinische Pesos ~ 150 €)

Puerto Madryn – Whale Watching und Pinguine beobachten (25 Stunden Fahrt und ca. 1200 argentinische Pesos ~ 120 €)

Ushuaia– die südlichste Stadt der Welt (4 Stunden Fahrt nach Rio Gallegos und ca. 300 argentinische Pesos ~30 € und dort Umstieg in den Bus nach Ushuaia mit 12 Stunden Fahrt und ca. 600 argentinische Pesos ~ 60 €)

Der Perito Moreno stand ursprünglich nicht auf meinem Plan. Ich bin nun aber echt froh, dass ich auf die Argentinier gehört habe, die meinten, ich dürfe mir dieses Spektakel nicht entgehen lassen.

Und du solltest das auch nicht!

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