Puerto Madryn

Puerto Madryn: Warum ich die „Península Valdés“ niemals vergessen werde!

Barbara hier. Nach der chaotischen Großstadt Buenos Aires und den fantastischen Iguazu Wasserfällen wollte ich unbedingt wieder in eine kleinere Stadt in Argentinien und vor allem ans Meer!

Schnell fiel die Wahl auf die Kleinstadt Puerto Madryn, von der aus man einen Tagesausflug auf die nahegelegene Halbinsel Valdés (Península Valdés) machen kann.

Was das Besondere an diesem Naturschutzgebiet ist?

Puerto Madryn

Du kannst dort Wale, Orcas, Pinguine, Delphine und Seelöwen und See-Elefanten beobachten.

Je nach Jahreszeit kann man die einen mal mehr oder mal weniger sehen. Aber ich hatte Glück, dass ich genau im richtigen Monat, im November, dort war, sodass ich gleich ALLE Tierarten sehen konnte.

Wie es bei freier Natur so ist hat man nie eine Garantie. Generell ist die Saison:

  • Glattwale: Juni bis Mitte Dezember
  • Orcas: Februar bis April
  • Pinguine: Oktober bis März
  • See-Elefanten / Seelöwen & Delphine: Ganzjährig

So findest du den günstigsten Bus für deine Argentinien-Reise

Über das argentinische Portal für Busreisen omnilineas.com findest du schnell den günstigsten Bus für deine Reise. Aber Achtung: Wenn der Bus nicht direkt fährt, sondern du umsteigen musst, wird dir der Bus nicht angezeigt. In so einem Fall einfach direkt zum Busterminal gehen und nachfragen.

In meinem Fall war die günstigste Möglichkeit der Bus des Unternehmens Don Otto für 975 argentinische Pesos (nach dem offiziellen Wechselkurs im November 2014 etwa 90 €), der um 12 Uhr in Buenos Aires gestartet ist und um 8:15 Uhr in Puerto Madryn ankommen sollte. Mit der typisch lateinamerikanischen Verspätung war ich um 9:00 Uhr an meinem Ziel angelangt.

Da der Bus so früh ankam, hatte ich beschlossen, kein Hostel zu buchen, sondern mein Glück mit Abklappern versuchen wollte.

An der Infotheke im Busbahnhof holte ich mir eine Liste der Hostels vor Ort. Das Stadtzentrum von Puerto Madryn ist sehr klein, sodass man sich da keine Gedanken machen muss. Es gibt unzählige Hostels.

Beim zweiten hatte ich direkt Glück: Das Hostel Kaló. Für umgerechnet 12 € kam ich dort mit meiner temporären Reisegruppe – einem netten, jungen Pärchen aus Bremen – in einem Privatzimmer mit Bad (inklusive Badewanne) und Küchenzeile unter.

Nicht schlecht, oder?

Nach dem Check-In wollten wir alle zuerst ans Meer. Wir sehnten uns nach dem Wasser, dem Sand und dem Geruch nach Meerwasser.

Nachdem wir unsere Sehnsucht gestillt hatten und sogar die ersten Seelöwen ausfindig gemacht hatten, die still und leise an einem Treppenabgang zum Meer die Sonne genossen, machten wir uns auf den Weg, eine günstige Agentur für unseren Ausflug zur Halbinsel Valdés zu finden, die etwa 80 km von Puerto Madryn entfernt liegt.

Seelöwen in Puerto Madryn

Auch hier war es der zweite Versuch, bei dem wir ein gutes Schnäppchen schlagen konnten: Solltest Du eine Tour, egal ob für Whale Watching oder etwas anderes, aus Puerto Madryn buchen wollen, geh auf jeden Fall zu Fugu Tours.

Die Inflation in Argentinien ist so hoch , dass sich die Preise ständig verändern. Ich war sehr enttäuscht, als ich feststellte, dass alle Preise im Lonely Planet veraltet waren, obwohl es die neueste Auflage war. Aber so als Richtwert: Ich habe für zwei Tagestouren inklusive dem Bootstrip fürs Whale Watching statt knappen 200€ ’nur‘ um die 150€ bezahlt.

Am nächsten Tag wurden wir dann von einem Minivan abgeholt. Die fast zweistündige Fahrt verging wie im Fluge, weil der Tourguide wirklich interessante Fakten zu Puerto Madryn und den Tieren, die wir bald sehen würden, zum Besten gab.

Er hat zum Beispiel erklärt, dass die Guanakos, ein wildlebendes Tier, das zur Gattung der Lamas gehört, immer im Rudel zu sehen ist. Wenn man mal ein einzelnes sieht, dann sind es junge Männchen, die sich nicht unterordnen konnten und nun ein eigenes Rudel gründen wollen.

Außerdem sind sie so anpassungsfähig, dass man sie in ganz Argentinien findet. Ob im tropischen Norden oder fast arktischen Süden – Guanakos leben hier überall.

Ein Rudel Guanakos

Nun aber zurück zu unserem eigentlichen Ziel. Zunächst ging es mit dem Boot raus aufs Meer.

Alle waren zum Bersten gespannt, ob wir nun wirklich gleich die sanften Riesen der Ozeane sehen würden. Die Saison neigt sich nämlich im November dem Ende entgegen und deswegen sieht man eher wenige. Allerdings wurde uns garantiert, dass wir jetzt welche sehen würden.

Gebannt blickten alle aufs Wasser. Unfassbar, wie still 30 Menschen sein können!

Ein Raunen ging durch die Menge, als wir den ersten Walrücken entdeckten – es folgten unzählige Klickgeräusche der Fotoapparate.

Walrücken Valdés

Immer wieder tauchten sie um uns herum auf. Meistens Walweibchen mit ihren Jungen.

Neunzig Minuten lang kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

Aus der Ferne sahen wir sogar springende Wale. Wobei ich nicht sagen kann, ob es wirklich Wale oder nicht doch Orcas waren.

Es war ein einmaliges Erlebnis!

Wir fuhren mit dem Minivan weiter zu den Pinguinen, die in einer kleinen Kolonie in Caleta Valdés leben.

Als wir alle ausgestiegen waren, hörten wir jedoch ein lautes „Vamos, vamos!“ („Gehen wir, gehen wir“ oder einfach „Los, los“). Der Tourguide hatte per Handy erfahren, dass in einer anderen Bucht Orcas gesichtet wurden!

Wie von der Tarantel gestochen, stürzen alle zurück in den Minivan und im Autokorso ging es mit den anderen Vans zu der betreffenden Stelle.

Und tatsächlich! Schon von Weitem konnten wir die schwarz-weißen Tiere im Wasser sehen.

Es war ein faszinierendes Spektakel, denn sie waren am Jagen!

Orcas vor der Küste mit Seelöwen

Das Rudel bestand aus etwa 17 Tieren. Sie schwammen immer wieder an den am Strand liegenden Seelöwen vorbei und kamen ihnen dabei gefährlich nahe.

Orcas vor der Küste

Leider sahen wir die typische Angriffsart nicht: Frei übersetzt „das gewollte Stranden“. Dabei strandet ein Orca absichtlich, wobei er den Seelöwen sehr nahe kommt und nicht selten mindestens einen von ihnen erwischt.

Sie zogen weiter und wir mit ihnen an den nächsten Strand. Als sie sich wieder vom Strand entfernten, konnte wir unsere Augen gar nicht von ihnen lösen.

So wunderschön und gleichzeitig so gefährlich.

Zum Abschluss ging es zurück an den Strand mit den Pinguinen.

Die Pinguine gehören der Gattung der Magellan-Pinguine an und leben dort in kleinen Höhlen, die die Männchen in die Erde graben. Am liebsten bauen sie sie unter kleine Büsche, die ihnen zusätzlichen Schutz gewähren und Material zum Nestbau bieten.

Pinguine chillen in der Sonne

So viele außergewöhnliche Tiere habe ich noch NIE zuvor an einem Tag in freier Natur gesehen. Ich bin mir sicher, dass dieser Tag für immer als etwas ganz besonderes in meinem Gedächtnis bleibt.

Dinge, die du besitzt kannst du verlieren. Deine Erinnerungen, die du auf Reisen sammelst, bleiben das ganze Leben lang!

Von Puerto Madryn kommt man sehr gut weiter in den Süden Patagoniens – nach Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, oder zum Beispiel nach El Calafate. Letzteres habe ich gemacht, denn den berühmten Gletscher Perito Moreno wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Warum der Gletscher weltbekannt ist? Das erfährst du in meinem nächsten Post!

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