Meine Lieblingsstadt in Chile: Warum Valparaiso einen so coolen Vibe hat!

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Barbara hier! Ganz ehrlich? Ich habe Chile kaum als eigenes Ziel betrachtet, sondern mehr als Durchreise- oder Übergangsland von Argentinien nach Bolivien und Peru.

Jetzt weiß ich, wie sehr ich diesem unscheinbarem Land Unrecht getan habe. Im Süden hast du riesige Eisgletscher und im Norden die trockenste Wüste der Welt. Chile ist schmal, dafür aber ganze 4.300 km lang. Santiago de Chile, die moderne Hauptstadt, die von schneebedeckten Anden umgeben ist, liegt in der Mitte des Landes.

Wenn du es aber lieber etwas kleiner magst und das Meer liebst, dann musst du dir die charmante Stadt Valparaíso anschauen. Valparaíso ist Chiles Künstlerstadt und gehört zum Welterbe der UNESCO.

Die Stadt ist unkonventionell, bunt und lebendig. Klingt gut oder? Daher hat die Hafenstadt seit jeher auch Dichter, Maler und Philosophen und einen verschiedenen Mix von Menschen angezogen.

Auch mich hat Valparaíso mit ihren farbenfrohen Häusern und der Nähe zum Meer vollkommen in ihren Bann gezogen.

In den malerischen kleinen Gassen kannst du dich stundenlang treiben lassen und urbane Kunst, Wandbilder und Graffitis bestaunen.

Auf den Hügeln (cerros) der Stadt gibt es steile, verwinkelte Gassen und Treppen (escaleras). Dorthin kommst du mit einem der 15 Aufzüge (ascensores).

Bunte Treppe Valpo

Valparaíso selbst hat zwei Strände, die beide aber nicht gerade die schönsten sind und vom Stadtzentrum eine knappe Stunde zu Fuß entfernt sind.

Schöner ist da zum Beispiel Playa Ancha, ein Stadtteil von Valpo, wie die Einwohner von Valparaíso ihre Stadt liebevoll nennen, mit der Bucht „Las Torpedillas“. Dort ist es recht windstill und dadurch wärmer und es ist nicht so touristisch.

Playa Ancha

Anders ist da die Nachbarstadt Viña del Mar. Mit ihren Hochhäusern, Kettenhotels und Sandstränden, die über und über von Buden gesäumt sind, merkt man sofort, dass man in der Touristenhochburg dieser Gegend angekommen ist. Der Strand ist immer überfüllt.

Vina del Mar

Da lobe ich mir doch mein kleines, süßes Valpo, wo jede Straße erneut zu einem erstaunten Oh oder Ah führt. Von den Hauswänden lachen dich bunte, mal lustige, mal zum Nachdenken anregende Graffitis an.

Untergekommen bin ich im Hostel Licanantay. Die Nacht kostet dort 7.000 chilenische Pesos (etwa 9,50 €) inklusive Frühstück.

Es hat allerdings einen Haken, den ich dir nicht verschweigen möchte: Direkt darunter ist eine beliebte Bar, in der es Livemusik gibt, durch die es vor allem am Wochenende bis spät in die Nacht recht laut werden kann.

Aber ich konnte das Problem mit einem Paar Ohropax gut lösen.

Die Lage des Hostels ist hingegen bombastisch: 15 Minuten zu Fuß zum Hafen, 20 Minuten zu Pablo Nerudas Haus, 5 Minuten zum nächsten Supermarkt, eine einzige (ungelogen!) Minute zum wahrscheinlich günstigsten Mexikaner der Stadt (ein Burrito mit Getränk für 1.800 chilenische Pesos, etwa 2,50 €) und direkt in der Straße mit den bekanntesten Bars.

Ausblick aus meinem Hostelzimmer

Ausblick aus meinem Hostelzimmer

Es liegt damit perfekt für das carrete: So nennt man es, wenn man in Chile feiern geht. Für jeden Partymenschen ist das Licanantay also mehr als ideal.

Die Stadt selbst erkundest du am besten mit einer Tour4Tips. Die Tour selbst ist kostenfrei, du gibst am Ende nur ein Trinkgeld, dessen Höhe du selbst entscheidest. Die Tour beginnt morgens um 10:00 und nachmittags um 15:00 am Plaza Sotomayor.

Ein weiterer Vorteil davon ist, dass du am Ende der Tour mit reichlich Infos zu Aktivitäten in und um Valpo ausgestattet wird.

Reiten in den Dünen von Concón? Oder doch lieber ein Kochkurs zur chilenischen Küche? Alles kein Problem!

Die Tour beginnt am Hafen und führt durch zwei der 15 Hügel, die cerros genannt werden, wo der Guide mit Witz und Humor die Geschichte der Stadt und zum Teil ganz Chiles an den Gebäuden und Straßen erzählt.

Zum Beispiel berichtete er, warum es in der Stadt so viele Graffitis gibt: Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach. Die Hauswände wurden regelmäßig mit Tags oder hässlichen Kritzeleien besprüht. Das ist nicht nur illegal, sondern auch kostspielig für die Hausbesitzer, die nichts anderes machen konnten, als die Wände jedes Mal neu zu streichen.

Irgendwann kam man dann auf die Idee, Künstler zu beauftragen, die Wände mit schönen Graffitis zu bemalen.

Grafittis

Ich bin sogar tatsächlich in der Silvesternacht Zeuge eines Zusammenstoßes zwischen einem Tagger und einem Hausbesitzer geworden. Nach dem Feuerwerk war viel los in Valpo.

Es heißt, dort gäbe es die größte und beste Silvesterparty in ganz Chile.

Als ich so nichts ahnend durch die Straßen lief, sah ich plötzlich, wie jemand eine Sprayflasche aus der Tasche zog und anfing, etwas an die nächstgelegene Hauswand zu sprühen.

Ich überlegte noch, ob ich davon ein Foto machen solle, aber dann dachte ich mir, dass man denken könnte, ich gehöre dazu. Und in irgendwelche Streitigkeiten wollte ich wirklich nicht hereingezogen werden.

Also ging ich schnell weiter.

Und nach kaum 15 m hörte ich einen Schrei hinter mir: „Tu das nie wieder“.

Als ich mich umdrehte, sah ich gerade noch, wie jemand von hinten auf den Sprayer einschlug. Freunde des Sprayers kamen ihm zu Hilfe und dem Hausbesitzer (ich nehme zumindest an, dass er das war) kamen wiederum seine Freunde zu Hilfe.

Innerhalb von Sekunden entstand eine Massenschlägerei erster Güte, der ich noch einen Moment wie gebannt folgte, mich dann aber losriss und mich davon machte, bevor ich noch mit hineingezogen wurde.

Obwohl Valpo so nah an Santiago liegt (die Fahrt dauert knappe zwei Stunden und kostet ca. 4.000 chilenische Pesos, etwa 6 €, für die einfache Fahrt oder 6.000 chilenische Pesos, etwa 8 €, für Hin- und Rückfahrt) hat es einen ziemlich großen eigenen Busbahnhof, von dem aus man fast überall hin kommt.

Beliebte Ziele in Richtung Norden

  • La Serena (ab 18.000 chilenische Pesos, etwa 24 €), eine Oase mitten in der Wüste und das auch noch im Kolonialstil
  • die Wüstenstadt San Pedro de Atacama (ab 35.000 chilenische Pesos, etwa 50 €). Dafür muss man aber in Calama umsteigen und sich dort noch ein Ticket nach San Pedro kaufen.
  • Arica (ab 45.000 chilenische Pesos, etwa 60 €), die nördlichste Stadt Chiles, direkt an der Grenze zu Peru.

Wer in den Süden reist, steuert meist die chilenische Hauptstadt Santiago de Chile an, von der aus man dann wirklich überall hinkommt. Busse dorthin fahren zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends alle 20 Minuten.

Wann lässt du dich von Valpo in Chile verzaubern?


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2 Kommentare

  1. Halloo 🙂

    Wie bist du denn von Santiago de Chile nach Valpraíso gekommen? Ich plane, diese Tour um Ostern herum zu machen.
    Danke und Gruss
    Mirjam 🙂

    • Barbara Riedel

      Hallo Mirjam,

      von Santiago fahren Busse so gut wie überall in ganz Südamerika hin. Nach Valparaíso dauert die Fahrt, wenn ich mich recht erinnere, sogar nur 90 Minuten und kostete unter 5 Euro.

      Viel Spaß
      Barbara