Amazonas Brasilien: Guide & Gefahren für Backpacker

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Als Brasilien als mein nächstes Reiseziel feststand ist mir natürlich auch der Amazonas in den Sinn gekommen. Das wäre er dir doch bestimmt auch oder?

Bisher war ich schon ein paar Mal im Regenwald zum Beispiel am Cape Tribulation in Australien, im Tortuguero Nationalpark in Costa Rica oder in Tikal in Guatemala und es hat mich immer wieder aufs Neue fasziniert. Ich mag Natur und auch exotische Tiere.

Amazonien in Südamerika ist aber noch viel größer. Es gibt hier auf einer Fläche von über 7 Millionen km² die artenreichste Pflanzen- und Tierwelt auf der ganzen Erde. Der Online Versandhandel Amazon wurde übrigens nach dem Amazonas benannt. 

Ich weiß nicht wie es dir geht aber ich hatte eine ganz konkrete Vorstellung wie es dort aussehen würde.

Was ich allerdings nicht wusste, war, dass der tropische Amazonas Regenwald sich nicht nur über Brasilien sondern über ganze 9 Länder in Südamerika ausbreitet. 

Dazu musst du noch zwischen dem Amazonas Regenwald und dem Amazonas Fluss unterscheiden. Beides verläuft in Brasilien durch den riesigen Bundesstaat der auch “Amazonas” heisst. Die große brasilianische Hafenstadt Manaus liegt mittendrin.

Daher ist Manaus zwar nicht der einzige Ausgangspunkt um dich in der Gegend zu erkunden aber ein sehr beliebter. 

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Übernachten in einer Lodge im Amazonas Dschungel

Ein bischen Respekt hatte ich ja schon. Wegen der Mücken und weil ich keinen Bock hatte irgendwo im Dschungel festzusitzen während es in Strömen schüttet. So einfach. Wir waren im November dort und da ging die Regenzeit so langsam los. 

Doch beides stellte sich gar nicht als Problem heraus. Es gab nicht einen Tropfen Regen und Mücken hab ich auch keine gesehen.

Stattdessen bestand unsere Herausforderung erstmal darin einen Guide zu finden. Dass es in Manaus nämlich es ein paar Gauner und Ganoven gibt die unseriöse Touren verkaufen hatten wir mehr als einmal gehört. Hat ein Guide eine gute Reputation geben sich die anderen einfach unter seinem Namen aus. Alles was für viele dann vom langersehnten Amazonas Abenteuer übrig bleibt ist Enttäuschung. 

Und nicht nur dass, es kann sogar richtig gefährlich werden. Woran denkst du jetzt als erstes? An Schlange, Piranhas, Spinnen und Krokodile? Weit gefehlt. Im Amazonas lauern andere Gefahren.

Wenn du mehrere Tage im Regenwald in einer Lodge übernachtest dann ist das Programm jedenfalls fast überall dasselbe. Tagsüber fährst du dann mit dem Boot auf einem der Seitenarme des Flusses raus um Piranhas zu fischen, pinke Flussdelphine zu sehen, durch den Regenwald zu wandern oder am Abend Kaimane zu spotten bzw. auch zu fangen.

Anders als gedacht!

Ok, das ist ja fast immer so. Es war irgendwie alles ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte.

Wir hatten uns 4 Tage / 3 Nächte bei Tarzan eingebucht. Er ist uns als Guide in Jerioacoara in Brasilien von zwei Mädels empfohlen worden. 

In Manaus hat er uns vom Flughafen abgeholt und uns erstmal 30 Minuten durch die Stadt vorbei an den Produktionsfabriken von Elektroherstellern bis zum Hafen gefahren.

Von dort aus mussten wir den breiten Amazonas Fluss in einem kleinen Schnellboot überqueren.

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Kurz haben wir am „Meeting of the waters“ gehalten. Hier treffen zwei Nebenflüsse des Amazonas aufeinander die sich nicht vermischen, da der eine (Rio Solimones) schneller fliesst als der andere (Rio Negro). Doch nicht nur das. Der eine ist kalt und hellbraun der andere warm und schwarz.

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Jetzt kommt aber das allerbeste: Die Säure im Wasser des dunklen Stroms verhindert Mücken. Da die kleine Lodge von Tarzan am dunklen Juma River liegt gab es auch hier keine Mücken. 

Puh, da war ich doch ein bischen erleichtert. So wie in den Everglades in Florida wollte ich nämlich nicht enden. Da bin ich einmal vor einem Mückenschwarm geflüchtet und hatte mich danach mit soviel Deed Mückenspray eingesprüht dass mir schlecht geworden ist.

Auf der anderen Seite des Flusses angekommen sind wir in einen coolen VW Bully umgestiegen und weitere 45 Minuten über eine asphaltierte Strasse gebraust bevor es dann weiter über Schotterstrassen ging.

Wenn du dir jetzt vorstellst, dass du im dichten Urwald bist dann muss ich dich enttäuschen. Die Landschaft ist geprägt von Wiesen, Palmen, Farmen und Kühe am Wegesrand.

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Endlich angekommen? Nein, immer noch nicht. Wir steigen aus dem Bulli und es geht weiter ca. 45 Minuten mit einem kleinen Boot über einen Nebenarm vom Amazonas. Das Wasser ist spiegelglatt und die Stille um dich herum fast schon spooky.

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Angekommen. Wir legen an unserer Lodge im Amazonas an. Sieht auf den ersten Blick nicht viel anders aus als ein normaler Fluss und ein Wald.

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Unsere Holzhütte.

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Hey, sogar ein Telefon mit Regenschutz!

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Workout im Urwald – So geht’s!

Das Leben im Amazonas ist schon sehr einsam. Die meisten Häuser haben keine Nachbarn. Es dauert ewig bis das nächste Haus kommt. Wenn mal andere Kinder zu Besuch sind ist das ein absolutes Highlight. Für die Kids gibt es auch einen Bootshuttle zur Schule.

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Die Boote auf dem Amazonas sind niedrig und dass wir eines Nachts Kaimane fangen gehen hab ich erst kapiert als wir mit dem Boot ein paar Mal auf das Schilf los düsten wo unser Guide die Augen eines Kaimans hatte leuchten sehen. Beim ersten Versuch hat er ihn nicht geschnappt und unser Boot schaukelte nur hin und her.

Ich malte mir die Kaimane um einiges größer aus und sah uns schon bei der nächsten Aktion mit dem Boot im Schilf umkippen.

Beim zweiten Mal hatte er das Kerlchen. Gefangen mit der Hand.

Kaiman in Schockstarre.

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Nee war der süß. Erst dann habe ich gelernt dass die richtig fetten Krokodile auf dem Boden vom Flussbett leben. Und da bleiben sie auch weil es schön kühl ist.

Die Kaimane siehst du auch tagsüber immer wieder draussen. Sie sind schwer zu fotografieren da sie schneller ins Wasser huschen als du dich umsiehst.

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Piranha angeln! Ja, da war ich motiviert. Bis zu dem Zeitpunkt wo ich feststellte, dass ich als einzige einfach keinen fing. Ganz klar ich bin zu ungeduldig. Die Piranhas haben sich sogar noch einen Spaß draus gemacht und meinen Köder (ein Stück Hähnchen) jedes Mal abgefressen.

Dafür fingen Marcus und ein Franzose der zur selben Zeit mit uns in der Lodge war einen Piranha nach dem anderen. Die gab es dann am Abend – meistens als Suppe.

Eigentlich sind wir ständig mit dem Boot gefahren. Klar, anders kamen wir von unserer Hütte ja auch nicht weg. Zum Fischen, zum Sonnenuntergang, zu den Kaimanen und Flussdelphine spotten. Die jumpen immer mal hier und da aus dem Wasser. Sie sind ganz klein und es gibt neben schwarzen und grauen auch pinke. Also ganz hell pink wie ein Ferkel.

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Sonnenuntergang am Amazonas.

Im Regenwald selbst haben wir einige Vogelspinnen gesehen, die aber auch erstmal mit einem Stöckchen aus ihrem Loch gelockt werden mussten, Termitenhaufen und einmal stand ich in einem Haufen Feuerameisen. Mit Flipflops. Na bravo.

Feuerameisen verursachen den schmerzhaftesten Insektenstich überhaupt. Sie sind sehr groß also schon gut zu sehen. Der Insektenstich verursacht hohes Fieber.

Neben Vögeln und ein paar Affen aus der Ferne war es aber auch schon fast mit der Tierwelt. In Costa Rica habe ich mehr tropische Tiere gesehen. Auch im Panantal in einem Sumpfgebiet im Süden von Brasilien soll man mehr Arten zu sehen bekommen als im Amazonas.

Und doch leben im Amazonas eine Menge gefährlicher Tiere. So gibt es zum Beispiel die Anaconda Riesenschlage die im Wasser lebt, Jaguare und Pumas (die man nachts mit Feuer von sich fernhalten kann), giftige Schlangen und kleine Pfeilgiftfrösche in knalligen Farben.

Das Gift des Frosches wird von den Indianervölkern benutzt. Sie bestreichen die Spitzen von Pfeilen damit und erlegen damit zum Beispiel Schweine zum Essen.

Die Tiere sind aber scheu – wir sind ja auch nicht im Zoo. Sie kommen ausserdem auch eher zum Vorschein wenn es geregnet hat. Der Wasserstand vom Amazonas Fluss unterscheidet sich übrigens um einige Meter in der Regen- und Trockenzeit. Da wir zum Ende der Trockenzeit da waren war er extrem niedrig.

Einen Tag waren wir im dichten Regenwald unterwegs. Dafür sind wir erstmal mit dem Boot lange gefahren. Weit und breit war wirklich niemand ausser uns. Hätte man uns hier ausgesetzt wir hätten im Leben nicht mehr zurückgefunden. Alles sieht gleich aus. Da ist mir so richtig klar geworden wie riesig und unbewohnt dieses Gebiet ist.

Unser Guide sprach genug Englisch zur Verständigung. Ich habe ihn die ganze Zeit mit Fragen gelöchert. Insbesondere auch über die im Amazonas lebenden Indigo-Stämme die teilweise noch nie auf andere Menschen gestossen sind (unkontaktierte Völker). Das fand ich spannend. Eine Begegnung mit ihnen kann sogar gefährlich werden.

Später in Manaus habe ich mir noch einige Videos und Artikel darüber reingezogen.

Unser Ausflug in den Dschungel war schon beeindruckend. Unser Guide hat mit einem Stock immer den Weg markiert damit wir wieder zurück finden.

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Im Regenwald gibt es eigentlich alles was der Mensch zum Leben braucht. Für nahezu jedes Problem gibt es auch eine Lösung: Wenn du Termiten zwischen deinen Händen zerreibst, dann dient das zum Beispiel als Mückenschutz.