Madeira: Die portugiesische Blumeninsel im Atlantik

Denkst du darüber nach, eine Rucksack-Tour auf eine Insel zu machen oder vielleicht sogar einmal von dort aus zu arbeiten? Legst du dabei großen Wert auf eine schöne Umgebung? Die Insel Madeira, auch „schwimmender Garten“ genannt, könnte dir gefallen.

Es war die Natur auf dieser Insel, die mich überwältigt hat, sei es durch die Klippen, das Meer oder durch die Blumenvielfalt. Als Naturliebhaber solltest du Madeira unbedingt einen Besuch abstatten.

Madeira_Natur

Die Natur von Madeira

Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart

Die erstmals 1351 auf einer Seekarte erwähnte Insel ist reich an Geschichte. 1419 wurde sie von portugiesischen Seefahrern wiederentdeckt und daraufhin besiedelt. Madeira spielte Mitte des 15. Jahrhunderts eine zentrale Rolle im Zuckerrohrexport nach Europa.

Im Jahr 1514 wurde Madeira zu einer Diözese erhoben und einige Jahre später wurden die Zuckerrohrerträge immer schlechter, sodass man auf Weinproduktion umsteigen musste. 1580 wurden Portugal und Spanien zu einer Union verbunden, worauf es sechs Jahrzehnte später eine Revolte gab.

Es folgten die Unabhängigkeit 1668 und eine Besetzung durch die Engländer zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Außerdem gab es Verbannungen vieler Einwohner infolge der Hungerrevolte gegen den Estado Novo. 1974 endete die Militärdiktatur Portugals.

Die portugiesische Insel liegt im Atlantik südwestlich der portugiesischen Hauptstadt Lissabon und westlich der marokkanischen Küste. Eigentlich besteht sie aus insgesamt vier Inseln, wozu noch die Insel Porto Santo und die beiden unbewohnten Inselgruppen Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens gehören.

Gemeinsam bilden sie die Autonome Region Madeira, die etwa 254.000 Einwohner hat. In der Hauptstadt Funchal alleine leben schon rund 104.000 Menschen. Heute ist Madeira ein paradiesisches Reiseziel, das seinesgleichen sucht.

Funchal, Madeira Island

Funchal, Madeira Island

Sehenswürdigkeiten

Möchtest du zwischen der vielen Arbeit als digitaler Nomade auch mal abschalten? Hierfür sind die mit Meerwasser gefüllten Lavapools der kleinen und hübschen Stadt Porto Moniz nur allzu gut geeignet. Es gibt an diesem Ort außerdem eine Festung und ein Aquarium zu besichtigen.

Ein Muss ist auch die Hauptstadt Funchal. Dort einen Spaziergang an der Hafenpromenade zu machen und dabei Schiffe und Segelboote zu beobachten, ist einfach herrlich entspannend. Du kannst dir aber auch einen Kaffee in einem der vielen Cafés gönnen.

Für Adrenalinjunkies ist Gabo Girão, die höchste Steilklippe Europas, mit Sicherheit ein fixer Programmpunkt. Ich fand die Aussichtsplattform sehr gut gemacht – das Panorama war unglaublich schön und man hatte die Möglichkeit, das Meer und die Vegetation auf sich wirken zu lassen.

Solltest du unternehmungslustig sein, aber das Wetter schlecht, kann ich dir die Grotten von São Vicente empfehlen. Es handelt sich dabei um unterirdische Lavakanäle und du kannst dir Lavaflüsse oder Zapfen aus Vulkangestein ansehen. Im Sommer gibt es in São Vicente übrigens ideale Bedingungen für Surfer.

Bist du schon einmal auf der Blumeninsel Madeira, solltest du dir den Tropischen Garten Monte Palace, der in der Nähe der Hauptstadt liegt, auf keinen Fall entgehen lassen. Zusätzlich zu den schönsten Pflanzen kannst du hier Kachelbilder auf Keramikfliesen, die etwa historische Trachten und Tiermotive zeigen, bewundern.

Gabo Girão, Madeira

Gabo Girão, Madeira

Kulinarik

Landestypisches Essen darf natürlich auf einer Reise nach Madeira auch nicht fehlen. Hier bietet sich zum Beispiel Espetada em Pau de Lauro an, das ist ein Rindfleischspieß, der auf einem Lorbeerstock gesteckt wird und mit Pommes Frites und Salat serviert wird.

Sehr gut schmeckt aber auch Bife de Atum a Madeirense. Dabei handelt es sich um ein Thunfischsteak, das gegrillt und mit einer Madeira-Sauce und Salat kombiniert wird. Alternativ bietet sich der Schwarze Degenfisch mit Banane Maracujasauce, auch Espada genannt, an.

Für Vegetarier bieten sich etwa Tomatensuppe mit Zwiebel, einem pochierten Ei darin und Brot dazu oder als Nachtisch Maracuja-Pudding an. Typische alkoholische Getränke sind auch auf der Insel Madeira vertreten.

Hier hat man die Auswahl zwischen Poncha, aus Zitronen- oder Orangensaft, weißem Rum und Zucker hergestellt, Nikita, Bier mit Vanilleeis und Ananas oder auch Ginga, ein Likör aus einheimischen Kastanien und Kirschen.

Lapas

Sehr gut schmeckt auch die Lapas

Restaurants

Hast du Lust, auswärts essen zu gehen? Ich kann dir das Forma d‘ Açucar im Fischerort Câmara de Lobos sehr ans Herz legen. Dort bekommst du frische Meeresfrüchte, portugiesische Gerichte und es ist auch für Vegetarier und Veganer etwas Passendes dabei.

Würdest du lieber bei Kaffee, Tee und Kuchen in einer etwas ruhigeren Oase verweilen? Dann ist das Petit Plaisir genau der richtige Ort für dich – hier ist der Name Programm, denn dieses Lokal ist wirklich ein kleines Vergnügen. Obwohl das Teehaus in der Hauptstadt gelegen ist, findest du dort die Ruhe, die du vielleicht zum Arbeiten benötigst.

Darf es ein italienisches Restaurant in Funchal sein, wäre außerdem die Pizzaria Pico da Atalaia zu empfehlen. In tollem Ambiente kannst du hier hauchdünne Pizza zu moderaten Preisen genießen.

Mit Ausblick auf die Festung von Funchal kannst du im Cafe Fortaleza ein wunderbares Frühstück oder Eis essen. Nicht zu vergessen ist aber auch die wirklich gute Kuchenauswahl.

Unterkünfte

Als Backpacker oder digitaler Nomade ist man meist eher auf der Suche nach preiswerten Unterkünften. Dafür kann ich dir zwei Hostels empfehlen: das Hostels Residencial Colombo in Funchal, in dem es ein Zimmer ab 11 € zu buchen gibt und das Reed´s View in Caniço, in dem man für ab 12 € übernachten kann. In beiden Unterkünften ist – ideal zum Arbeiten – kostenloses Wifi verfügbar.

Darf es etwas teurer sein, könntest du auch ab 24 € im sehr modernen Hotel Euro Moniz in Porto Moniz oder ab 43 € im wunderschönen Quinta Splendida Wellness & Botanical Garden in Caniço verweilen.

Für mehr Luxus wären noch das Savoy Saccharum Resort & Spa in Arco da Calheta und das Suite Hotel Eden Mar in Funchal zu erwähnen. Beide haben ein spezielles Flair, in dem du ausgezeichnet entspannen kannst.

Hostel_Madeira

Transport

Auf die Insel Madeira gibt es sehr selten Direktflüge. Zumeist wird mindestens ein Zwischenstopp gemacht. Davon solltest du dich allerdings auf keinen Fall abhalten lassen, denn es gibt schon viele Flüge, bei denen die Halte inzwischen nicht so lange dauern.

Die hauptsächliche Transportmöglichkeit auf Madeira stellen Busse dar. Es gibt sowohl Stadtverbindungen in Funchal als auch Überlandverbindungen und Regionalverbindungen.

Auch Fähren sind sehr empfehlenswert, um schnell ans Ziel zu kommen. Taxis können sich ebenfalls als sehr nützlich erweisen – häufig gibt es sogar Pauschalpreise.

Menschen & Kultur

Persönlich habe ich die Einwohner Madeiras als sehr freundliches Volk empfunden, von dem man mit offenen Armen empfangen wird. Die Art und Weise, wie die Menschen mit einem umgehen, hat mich beeindruckt.

Kurz vor Weihnachten ist die Insel besonders sehenswert, denn da beginnen die Vorbereitungen auf das Fest in Form von zahlreichen Vorstellungen und Paraden. Nicht zu vergessen ist auch das im Frühling stattfindende Blumenfest, bei dem in allen Städten die Bürgersteige mit handgeflochtenen Blumenmosaiken geschmückt werden.

Arbeitsplatz für Digitale Nomaden

Madeira – genauer gesagt die Hauptstadt Funchal – ist ein Paradies für Menschen, ortsunabhängig arbeiten können. Es gibt hier nämlich einige Coworking Spaces, wie das Cowork Funchal oder das Matika Funchal.

Außerdem ist schon in den günstigsten Unterkünften kostenloses Wifi verbunden – die Internetkosten kannst du dir also sparen. Zusätzlich bietet Madeira eine sehr inspirierende Atmosphäre, in der ich ganz viele Ideen sammeln konnte.

Funchal

Beim Backpacking mehr vom Land sehen

Der Norden Madeiras ist etwas unentdeckter oder – besser gesagt – nicht ganz so touristisch wie die übrigen Gebiete und die Landschaft dort ist wilder. Selbst während der Hauptsaison kannst du das Große Glück haben, auf nur wenige Menschen zu treffen. Als Backpacker ist das natürlich ideal, denn da möchte man nicht ständig von Touristen umgeben sein.

Bist du begeisterter Surfer, solltest du unbedingt nach Ponta Pequena, denn dort wirst du, wenn du schon erfahren bist, ein Paradies vorfinden. Das an der Nordküste gelegene Sao Vicente hingegen ist auch für Anfänger geeignet.

Ein besonderes Erlebnis ist es auch, eine Wanderung auf den höchsten Berg Madeiras, den Pico de Ruivo, zu unternehmen. Der Aufstieg hat es zwar in sich, doch danach wirst du mit einer umso schöneren Aussicht belohnt.

Sprache

Die offizielle Sprache auf Madeira ist zwar Portugiesisch, aber in den touristischeren Gebieten spricht ein Großteil des Hotelpersonals Englisch und Französisch. Auch viele Einheimische beherrschen die englische Sprache, weshalb die Verständigung für dich zu keiner Zeit ein Problem sein sollte.

Sicherheit

Die Kriminalitätsrate auf Madeira ist sehr niedrig, aber natürlich solltest du dort – wie auch überall sonst – auf deine Wertgegenstände aufpassen. Was hier eher gefährlich werden kann, sind Tropenstürme, die vor allem von Mai bis November aufziehen können.

In den Sommermonaten kann es sein, dass es zu Waldbränden kommt. Daher solltest du immer alle vorhandenen Hinweisschilder und etwaige Warnungen beachten. Erdbeben und Vulkane stellen auch einen gewissen Risikofaktor dar, da Madeira in einer seismisch aktiven Zone liegt.

Dazu kannst du dich beim Portuguese Institute for Sea and Atmosphere IPMA über die aktuelle Situation informieren. Informationen zu Bränden bekommst du bei Fogos.

Sao_Vincente

Beste Reisezeit

Am besten ist es, zwischen April und Oktober nach Madeira zu reisen. Dann kannst du nämlich mit Temperaturen von 21-26 °C rechnen. Generell ist es aber das ganze Jahr über sehr mild und selbst im Winter gibt es nur selten unter 13 °C. Pflanzen gedeihen hier von Januar bis Dezember.

Im Süden ist es ein bisschen wärmer und trockener als im Norden. Dort ist es niederschlagsreicher.

Konnte ich dein Interesse für die Blumeninsel im Atlantischen Ozean wecken? Ich verspreche dir, es zahlt sich aus, einen Abstecher dorthin zu machen – egal ob als Backpacker oder als digitaler Nomade.

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