Antwerpen ist keine Stadt für halbe Sachen. Hier stapeln sich Container im Hafen, während in den Boutiquen der Nationalestraat die neuesten Kreationen junger Designer hängen. Barocke Kirchen stehen neben Jugendstilvillen, und zwischen Diamantenhändlern, Street-Art und trendigen Cafés entfaltet sich ein urbanes Lebensgefühl, das Antwerpen zu einer der spannendsten Städte Belgiens macht. Wer hierher reist, taucht ein in ein vibrierendes Mosaik aus Kunst, Handel, Architektur und Genuss.
Die Viertel von Antwerpen – Kontraste, die leben
Historische Altstadt
Die Altstadt rund um den Grote Markt ist ein Postkartenmotiv: Renaissance-Giebel, die mächtige Liebfrauenkathedrale, Kopfsteinpflastergassen, in denen Rubens einst lebte. Abends füllen sich die Terrassen der Cafés, und die Stadt strahlt ein warmes, fast südländisches Flair aus.
Het Eilandje – Hafenflair und Moderne
Das frühere Hafenviertel ist heute eines der spannendsten Quartiere. Zwischen renovierten Lagerhäusern ragt das MAS (Museum aan de Stroom) wie ein roter Backsteinturm empor. Von seiner Dachterrasse reicht der Blick über Hafenkräne, Schelde und Skyline. In den alten Docks liegen heute Bars und Restaurants, in denen sich Studenten, Kreative und Hafenarbeiter mischen.
Zurenborg – Jugendstil und Belle Époque
Ein architektonischer Traum: In den Straßen rund um die Cogels-Osylei reiht sich Jugendstilvilla an Jugendstilvilla. Verziert mit Ornamenten, Türmchen und kunstvollen Fassaden, ist Zurenborg ein Freilichtmuseum für Architekturbegeisterte – und gleichzeitig ein entspanntes Wohnviertel mit kleinen Lokalen.
Das Modeviertel
Antwerpen gilt als Modemetropole. In der Nationalestraat und rund um das Modemuseum (MoMu) präsentieren Designer ihre neuesten Kollektionen. Hier begann der Aufstieg der „Antwerp Six“, jener Avantgarde-Designer, die in den 1980er Jahren die Modewelt auf den Kopf stellten. Heute mischen sich edle Labels mit innovativen Newcomern.
Sehenswürdigkeiten & Museen – Kunst, Geschichte und Geschichten
- Liebfrauenkathedrale: Meisterwerke von Rubens schmücken das Innere der gotischen Kathedrale, deren Turm die Altstadt überragt.
- Rubenshaus: Hier lebte und arbeitete der Malerfürst – heute ein Museum voller Barockpracht.
- MAS (Museum aan de Stroom): Mehr als ein Museum, ein Wahrzeichen der Stadt. Themen von Hafen bis Weltkultur, dazu eine spektakuläre Aussichtsterrasse.
- Red Star Line Museum: Geschichten von Millionen Auswanderern, die von Antwerpen nach Amerika aufbrachen.
- Diamantenviertel: Hier schlägt das Herz des internationalen Diamantenhandels. Spannend für alle, die den Mythos „Antwerpener Diamanten“ einmal live erleben wollen.
- Zoo Antwerpen: Einer der ältesten Zoos der Welt, mitten in der Stadt gelegen und mit schöner Architektur.
Architektur – von Barock bis Bauhaus
Antwerpen ist ein Spielplatz der Architekturen. Der barocke Prunk von Rubens trifft auf die strengen Linien des Bauhaus. Der futuristische Hafenpavillon von Zaha Hadid scheint über dem alten Hafengebäude zu schweben. Die Kathedrale thront über der Altstadt, während im Viertel Zurenborg die Belle Époque tanzt. Diese Mischung mag auf den ersten Blick chaotisch wirken, doch genau darin liegt der Charme Antwerpens.
Parks & Natur – grüne Pausen in der Großstadt
- Rivierenhof: Ein riesiger Park mit Schloss, Seen und Wiesen – perfekt für Spaziergänge, Joggen oder ein Picknick.
- Park Spoor Noord: Modernes Freizeitareal auf ehemaligem Bahngelände. Skater, Familien und Foodtrucks treffen sich hier.
- Linkeroever: Auf der anderen Seite der Schelde gelegen, bietet dieses Viertel einen Stadtstrand mit Blick auf die Skyline – ein Geheimtipp für Sonnenuntergänge.
Essen & Trinken – zwischen Tradition und Avantgarde
Antwerpen schmeckt nach Pommes mit hausgemachter Sauce, nach Bier in urigen Kneipen und nach Sterneküche in eleganten Restaurants. Wer Streetfood mag, probiert Frites in Papiertüten oder belgische Waffeln. Die Gastronomieszene ist international: Von marokkanischen Märkten bis zu japanischer Fusionküche. Bierliebhaber finden in Antwerpens Kneipen eine Auswahl, die von lokalen Craft-Bieren bis zu belgischen Klassikern reicht.
Ausflüge von Antwerpen
- Mechelen: Nur 20 Minuten entfernt, mit mittelalterlichem Stadtkern und imposantem Dom.
- Lier: Klein, charmant, voller Kanäle und historischer Gebäude – ein Geheimtipp.
- Brüssel: Mit dem Zug in 40 Minuten erreichbar, perfekt für einen Tagesausflug.
- Rotterdam: In einer Stunde bist du schon in den Niederlanden, mit moderner Architektur und Hafenatmosphäre.
FAQ
Wie viel Zeit sollte man einplanen? 2–3 Tage sind ideal, um Altstadt, Museen und Viertel wie Zurenborg zu erleben.
Beste Reisezeit? Frühling und Sommer für Straßencafés und Festivals, Herbst für Museen und Kultur, Winter für gemütliche Kneipen.
Wie kommt man hin? Von Brüssel in 40 Minuten mit dem Zug, internationale Verbindungen nach Amsterdam und Paris. Der Flughafen Antwerpen ist klein, Brüssel-Zaventem ist die Hauptdrehscheibe.
Ist Antwerpen sicher? Insgesamt ja. Wie in jeder Großstadt gilt: Achtung auf Wertsachen, besonders im Bahnhofsviertel.
Shopping-Tipps? Mode im Modeviertel, Antiquitäten im Quartier Latin, Diamanten im Diamantenviertel.
Was ist typisch für Antwerpen? Die Liebe zur Mode, die internationale Hafenluft, Rubens’ Erbe – und ein Glas frisch gezapftes Bier auf dem Grote Markt.
Fazit: Antwerpen erleben
Antwerpen ist eine Stadt der Kontraste: Historische Pracht trifft auf moderne Kreativität, Hafenkräne auf Haute Couture. Wer Belgien wirklich verstehen will, sollte Antwerpen erleben – nicht nur als Station auf der Durchreise, sondern als Ort, der inspiriert, überrascht und bleibt.
Weiterlesen:
- Brügge Reiseführer: Märchenstadt mit echtem Leben
- Brüssel Reiseführer: Europas Herz zwischen Geschichte, Genuss und modernem Leben
- Die schönsten Strände in Belgien – Nordsee, Dünen & Seebäder
- Belgien Backpacking & Digitale Nomaden Reiseführer
Foto von Ernest Ojeh auf Unsplash


