Eine junge Reisende stirbt in ihrem Bett. Dutzende weitere landen im Krankenhaus. Und das Hostel, in dem sie übernachtet haben, macht einfach weiter, als wäre nichts passiert.

Was sich Anfang September 2025 in Canggu, Bali ereignet hat, sorgt in China für einen regelrechten Aufschrei – doch in Bali selbst bleibt es erstaunlich still. Travelicia.de fasst die bekannten Fakten, Reaktionen und offenen Fragen zusammen.

🗓 Chronologie des Vorfalls

  • 31. August 2025 – Mehrere Gäste, darunter chinesische Reisende, nehmen am Abendessen im Clandestino Hostel Canggu teil. Wenige Stunden später treten bei vielen akute Symptome auf: Durchfall, Erbrechen, hohes Fieber, in einigen Fällen sogar Blut im Erbrochenen.
  • 1.–2. September – Die Situation eskaliert. Eine junge Frau aus Chengdu (Miss Y) wird zunehmend schwächer, bittet um Hilfe – bleibt jedoch über 12 Stunden unbehandelt. Am Morgen des 2. September wird sie tot in ihrem Bett aufgefunden.
    • Eine weitere Reisende fällt in septischen Schock und kommt auf die Intensivstation.
    • Zahlreiche andere Gäste werden in Kliniken gebracht, darunter BIMC Hospital, Nusa Medica, The Medical Canggu und RSUP Ngurah Denpasar.
  • 6.–8. September – Die Familie der Verstorbenen versucht vergeblich, Kontakt zum Hostel aufzunehmen. Erst Tage später bestätigt das Management den Tod – ohne nähere Informationen.
  • 15. September – Ein offizielles Todeszertifikat wird ausgestellt. Diagnose: Akute Gastroenteritis und hypovolämischer Schock.

⚕️ Medizinische Befunde

Die Krankenhäuser stellten bei den Betroffenen Diagnosen wie:

  • Akute Gastroenteritis (bakteriell, viral oder parasitär)
  • Hypovolämischer Schock (durch massiven Flüssigkeitsverlust)
  • Septischer Schock (lebensbedrohlich, intensivpflichtig)

Mindestens eine Patientin überlebte nur durch mehrtägige Intensivbehandlung.

🏚 Verhalten des Hostels

Statt transparenter Aufklärung zeigen sich laut Betroffenen und Angehörigen klare Hinweise auf Vertuschung und katastrophales Krisenmanagement:

  • Gäste wurden nicht über den Vorfall informiert.
  • Abendessen wurde weiter serviert, obwohl andere bereits im Krankenhaus lagen.
  • Kommentare auf Social Media wurden deaktiviert.
  • Kritische Bewertungen auf Google, Booking & Co. verschwanden.
  • Das Hostel wirbt weiterhin mit kostenlosen Dinners und Events.
  • Auf direkte Presseanfragen stellte sich das Management bislang tot.

🌍 Reaktionen

  • China – Die Story trendet in sozialen Netzwerken, zahlreiche Medienberichte machen den Fall bekannt. Empörung und Forderungen nach Gerechtigkeit nehmen zu.
  • Bali – Kaum öffentliche Berichterstattung. Lokale Behörden oder größere Medien haben bislang nicht berichtet. Beobachter vermuten, dass negative Schlagzeilen über die Tourismusbranche vermieden werden sollen.

Travelicia hat mehrere Stellen kontaktiert:

  • Hostel: Keine Antwort.
  • Dinas Kesehatan Provinsi Bali: Anfrage gesendet – bisher keine Rückmeldung.
  • Dinas Kesehatan Kabupaten Badung: Offizielle Stellungnahme am 3. Oktober 2025 erhalten (siehe unten).
  • Dinas Pariwisata Bali: Anfrage gesendet – bisher ohne Antwort.
  • Polres Badung: Kontaktversuche via offizieller Mailadresse scheiterten (Domain fehlerhaft).

🔄 Update – 3. Oktober 2025

Das Gesundheitsamt des Bezirks Badung (Dinas Kesehatan Kabupaten Badung) hat auf unsere Anfrage reagiert.

In der Stellungnahme heißt es, dass eine epidemiologische Untersuchung im Clandestino Hostel durchgeführt wurde. Diese umfasste Kontrollen von Wasserquellen, Abfallmanagement, Sanitäranlagen sowie die Qualität von Speisen und Getränken. Zudem wurde das Hostelmanagement angewiesen, ein Gesundheitszertifikat gemäß den geltenden Vorschriften zu beantragen.

Für Betroffene und Zeugen wurden folgende offizielle Meldekanäle genannt:

  • Notrufnummern: 112 / 119
  • 24h Safety Center: +62 811 3991 9119
  • E-Mail: [email protected]
  • Apps/Plattformen: Badung Sehat, SIDUMAS, SP4N LAPOR

👉 Die Stellungnahme lässt jedoch offen, ob eine konkrete Kontamination bestätigt wurde und ob das Hostel derzeit für Gäste sicher ist.

❓ Offene Fragen

  • Warum wurde das Hostel bisher nicht geschlossen oder untersucht?
  • Gibt es weitere unerkannte Fälle?
  • Wer übernimmt Verantwortung für den Todesfall und die Klinikaufenthalte?
  • Welche Rolle spielen Polizei, Gesundheits- und Tourismusbehörden in Bali?

✊ Forderungen der Opfer & Familien

Die Familien und Überlebenden fordern:

  1. Sofortige Schließung und Untersuchung des Hostels
  2. Aufklärung durch Polizei, Gesundheits- und Tourismusbehörden
  3. Transparenz und Gerechtigkeit für die Betroffenen
  4. Aufruf an weitere Opfer, sich zu melden
  5. Dringende Warnung an Reisende: Das Hostel meiden – Gefahr für Gesundheit und Leben!

🚨 Fazit: Ein unterschätztes Risiko in Canggu

Der Fall rund um das Clandestino Hostel Canggu ist weit mehr als eine schlechte Hostelbewertung. Es handelt sich um eine ernste Gesundheitskrise mit Todesfolge. Dass die Unterkunft weiterhin Gäste empfängt, während Kommentare und Reviews verschwinden, ist ein Skandal.

👉 Wer gerade in Bali reist, sollte sich informieren, wachsam bleiben – und im Zweifel sofort medizinische Hilfe suchen.

Screenshots und Hintergrunddokumente sind im Instagram-Post hier einsehbar.

Hinweis: Travelicia hat für diesen Artikel Hostel und Behörden kontaktiert. Bis auf die Bestätigung des Badung Health Office liegt bisher keine offizielle Stellungnahme vor. Bei neuen Antworten wird der Artikel aktualisiert.

👉 Unser englischsprachiger Artikel: Bali: Death & Mass Food Poisoning at Clandestino Hostel Canggu

Unser Ratgeber zu Bali Belly & Lebensmittelvergiftung auf Reisen