Machu Picchu: So planst du deinen Ausflug zur mystischsten Ruine Südamerikas

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Hallöchen, Barbara hier, Felis Co-Autorin 🙂

Auf meiner Reise durch Lateinamerika war der Machu Picchu für mich das Must See #1. Weltkulturerbe der UNESCO und eines der neuen sieben Weltwunder – das kann man sich wirklich nicht entgehen lassen.

Die von den Inkas im 15. Jahrhundert erbaute Stadt liegt auf 2360 Metern Höhe in den Anden, in der Region Cusco. Die Höhe war dann auch ein Problem für mich, aber dazu später mehr.

Durch meine Reiseroute von Iguazu nach Patagonien und über die Atacamawüste dann wieder in den Norden hat es etwa 9 Wochen gedauert, bis ich endlich an mein Ziel gekommen bin: Cusco.

 

Cusco

Cusco ist die nächstgrößere Stadt, von der eigentlich alle Ausflüge zum etwa 75 Kilometer entfernten Machu Picchu ausgehen. Dementsprechend touristisch ist es dort auch, wie du dir sicher vorstellen kannst.

Aber Cusco selbst ist es tatsächlich auch wert, dass man ein paar Tage dort bleibt. Die einstige Hauptstadt des Inkareiches ist auf jeden Fall ein spannender Ort und es gibt einiges zu entdecken.

Im Kolonialstil gehalten, ist der Platz mit der Kathedrale unheimlich sehenswert. Von da kommst du außerdem in viele kleine Gässchen, die Adern der Stadt, die du problemlos mehrere Stunden oder sogar Tage erkunden kannst.

Um Cusco herum gibt es zudem weitere Tempel, Ruinen und Täler, die sich alle für einen Tagestrip lohnen.

Ich habe leider meine Zeit in Cusco hauptsächlich im Bett verbracht.

Warum? Mich hat, wie ich auch in meinem Bericht über den Travel Blues berichtet habe, leider die Höhenkrankheit total niedergerissen.

Schon in Bolivien ging es mir nicht so gut, aber in Peru hat mein Körper mir dann endgültig mitgeteilt, dass er nicht weiter in der Höhe bleiben wollte.

Eigentlich haben mir die meisten Leute geraten, sofort umzudrehen und in tiefer gelegene Gegenden zu reisen. Das war am Ende auch das einzige, was mich von der Krankheit befreit hat. Ich konnte machen, was ich wollte.

Aber Machu Picchu musste ich einfach sehen!

Also blieb ich im Bett, fühlte mich hundeelend und wartete auf meinen Van.

Jetzt bist du sicher verwirrt? Van? Was für ein Van?

 

So kommst du zum Machu Picchu

Zum Machu Picchu gibt es keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Du kommst so gut wie ausschließlich mit Vans dorthin. Davon gibt es so viele, dass sie quasi Kolonne fahren.

Gegen 5:00 Uhr wirst du im Ho(s)tel abgeholt und dann beginnt eine mehr oder weniger lustige – je nachdem wie schnell dir beim Autofahren schlecht wird – und sehr kurvige Berg- und Talfahrt.

Gegen 14 Uhr erreichst du Hidroelétrica. Das ist ein Wasserkraftwerk, neben dem ein Bahnhof ist. Der Zug, der von dort abfährt, fährt ausschließlich nach Aguas Calientes: ein Dorf am Fuße des Machu Picchu. Statt mit dem Zug kannst du auch in gut 2,5 Stunden hinhiken.

Machu Picchu ist übrigens der Name des Berges, nicht von der Inkaruine.

Die Ruine hat keinen eigenen Namen. Wenn du gezielt über die sprechen möchtest, musst du entweder sagen „die Ruine auf dem Machu Picchu“ oder „das Dorf auf dem Machu Picchu“. Dann weiß jeder, was gemeint ist.

Du musst den Zug von Hidroeléctrica übrigens nicht nehmen. Die 20 US$ kannst du dir sparen und die Strecke laufen. Der 15 km lange Wanderweg führt fast die gesamte Zeit an den Bahngleisen entlang und ist mehr oder weniger eben.

Zug_nach_Aguar_Calientes

Der klassische Weg ist also:

Cusco – Hidroeléctrica – Aguas Calientes – Ruine auf dem Machu Picchu

Alternativ kannst du von Cusco auch mit dem Zug nach Aguas Calientes fahren. Der Zug ist aber relativ teuer und du zahlst ca 70€. Wenn du das machen willst erkundige dich unbedingt vor Ort ob die Züge fahren, denn die Strecke ist oft unterbrochen.

 

So kommst du auf den Machu Picchu

In Aguas Calientes solltest bzw. musst du übernachten. Bis du dort ist, ist nämlich schon fast Sonnenuntergang und es lohnt sich nicht, so spät noch den Berg zu besteigen.

Das Dorf besteht eigentlich nur aus den wenigen Einwohnern, die die Restaurants, Hostels und Souvenirläden betreiben, und sehr, sehr vielen Touristen.

Barbara_in_Aguas_Calientes

Wenn du ein Paket gebucht hast, sollten die Unterkunft, das Abendessen und ein Frühstückspaket mit drin sein.

Es geht früh ins Bett, da der Aufstieg um 4:00 Uhr beginnt. Der Plan: Sonnenaufgang auf dem Berg sehen.

Bei mir gab‘s leider ein paar Problemchen, weil die meinen Studiausweis nochmal sehen wollten und das Touristenbüro erst um 5:30 Uhr öffnet. Ich stand ohne zu wissen, warum überhaupt, eine Stunde vor der verschlossenen Tür. Mir wurde nämlich leider nicht vorab mitgeteilt, worum es geht. Nur dass ich dort warten soll.

Als dann alles geregelt war, bin ich mit dem Bus (ca. 10 US$ one way) bis zum Dorf gefahren. Auch die kann man sich sparen und hoch- bzw runterlaufen.

Die Schlange für den Bus war wahrscheinlich die längste, die ich je gesehen habe (außer vielleicht der vor den Vatikanischen Museen zur Hochsaison…) und ich war erst um 7:00 Uhr oben, sodass ich den Sonnenaufgang verpasst habe.

Allerdings solltest du sowieso das Wetter checken!

Es hat bis 9:00 Uhr geregnet und unser Tourguide meinte, das sei normal.

Barbara_mit_Regencape_auf_Machu_Picchu

Bei Regen und Nebel ist der Sonnenaufgang gar nicht zu sehen. Ich würde, wenn ich nochmal hinreisen würde, darauf verzichten und lieber länger schlafen.

Hinzu kommt, dass morgens unbeschreibliche Menschenmassen auf den Machu Picchu pilgern, während nachmittags kaum jemand dort ist.

Das Problem ist, dass man durch die Pakete, die verkauft werden, uhrzeitlich gebunden ist. Die meisten machen, so wie ich auch, einen 2-Tages-Tripp:

Am ersten Tag hin, übernachten, mittags zurück.

Das ist zeitsparend und vielleicht auch die günstigste Möglichkeit. Aber das wahre Machu Picchu Erlebnis ist es nicht.

Es ist Massentourismus. Als eine der größten Touristenattraktionen in Südamerika besuchen täglich etwa 2000 Personen die Sehenswürdigkeit. Es gibt sogar Pläne eine Seilbahn von Aguas Calientes aus zu bauen, wodurch dann noch mehr Touris kommen würden.

 

Das Machu Picchu Paket

Jetzt fragst du dich vielleicht, ob du überhaupt so ein Paket buchen solltest oder lieber auf eigene Faust planen. Ich hatte ja auch erst nicht vor, ein Paket zu buchen, aber es ist eben doch ein bequemes und günstiges Angebot.

Wenn du in Cusco ankommst, wirst du direkt von Taxifahrern überfallen, die dich sehr günstig (für etwa 1,50 €) fahren wollen.

Wohin? Wenn du gebucht hast, natürlich in dein Hostel. Wenn nicht, werden sie dich so lange bearbeiten, bis du in eins gehst, das sie empfehlen.

Dadurch kriegen sie Provision und die enorm günstige Taxifahrt hat sich für sie trotzdem gelohnt.

Unser Taxifahrer hatte ‘zufällig’ auch eine Reiseagentur, die Touren zum Machu Picchu organisiert. Da der Preis wirklich gut war, haben wir gleich gebucht.

Hier eine Zusammenfassung, was alles darin enthalten war:

  • Ho(s)tel Pick Up in Cusco
  • Van nach Hidroeléctrica
  • Mittagessen in einem Dorf auf dem Weg
  • Abendessen in Aguas Calientes
  • Übernachtung im Hostel in Aguas Calientes
  • Frühstückspaket
  • Eintritt Machu Picchu (normal ca. 20€)
  • Rückfahrt mit dem Van von Hidroeléctrica

Für das ganze Paket habe ich umgerechnet etwa 100€ gezahlt.

Ich habe von einer Freundin gehört, dass sie alles selbst organisiert hat (also alles einzeln gezahlt: Van, Hostel, Eintritt Machu Picchu) und mit etwa 80€ hingekommen ist. Außerdem ist sie alles gelaufen und weder mit dem Zug (von Hidroeléctrica nach Aguas Calientes und zurück) noch mit dem Bus (Aguas Calientes zur Ruine und zurück) gefahren ist. Da kamen bei mir nochmal 60 US$ drauf!

Wenn du nicht wie ich das Pech hast, krank zu werden, ist es also definitiv machbar mit 100€ für beide Tage auszukommen.

Für die Abenteurer und Outdoor-Lover unter uns: Es gibt auch die Möglichkeit, von Cusco mit dem Fahrrad nach Aguas Calientes zu fahren. Das dauert etwa zwei Tage.

Die Strecke verläuft über den sogenannten Inka-Trail. Wenn du viel Zeit (vier bis fünf Tage) hast, kannst du die Strecke auch hiken und so auf authentischem Wege die Inkastadt erreichen.

Falls du immer noch nicht genug hast, kannst du auch auf den Huayna Picchu hiken. Das ist ein kleinerer Berg neben dem Machu Picchu. Von dort hast du einen fantastischen Ausblick auf den Machu Picchu. Der Aufstieg dauert etwa 90 Minuten und du solltest auf keinen Fall Höhenangst haben.

Allerdings kannst du dann leicht unter Zeitdruck geraten, wenn du ein Paket gebucht hast. Die Vans fahren nämlich um 14 Uhr aus Aguas Calientes ab. Wenn du nicht rechtzeitig dort bist, hast du ein Problem. Sie warten nämlich nicht!

Wenn du endlich alles organisiert und bedacht hast, kannst du nun endlich den einmaligen und atemberaubenden Ausblick genießen.

Ausblick_vom_Machu_Picchu

Die Ruine selbst ist wundervoll und ein absolut magischer Ort.

Und der Ausblick auf die umliegenden Berge ist einfach fantastisch. Du wirst sehen, man könnte stundenlang dort auf einer Mauer sitzen und sich umschauen. Es wird sicher nicht langweilig…

 

Unterkunft in Cusco

Wie gesagt, wenn du in Cusco ankommst, wirst du wirklich überfallen! Ich hatte von einer Freundin das Hostel Estrellita empfohlen bekommen und wollte da unbedingt hin.

Ein Bett kostet dort 15 Sol, also so 4,50 €, inklusive Frühstück.

Der Taxifahrer hat uns dann gesagt, er bringt uns für 25 Sol, also etwa 7,50 €, in einem 3 Sterne Hotel unter. Da konnten wir nicht nein sagen.

Wir haben dann erfahren, dass der Preis normalerweise doppelt so hoch ist. Wie genau das läuft, kann ich dir leider nicht erklären, aber ich kann dir sagen, dass du online für dasselbe Zimmer wahrscheinlich 20 € bis 30 € zahlen würdest.

Also mein Tipp: Machs wie ich! Setz dich in eines der zahlreichen Taxis, sag, du willst zum Hostel Estrellita, das nur 15 Sol kostet, und schwups wirst du zu einem 3 Sterne Hotel für wenig mehr gebracht 😉

Und wenn es doch nicht klappen sollte, kommst du in ein super günstiges Hostel… Win-Win-Situation, oder?

 

Anreise/Abreise Cusco

Da Machu Picchu sowas wie der Nabel von Südamerika ist, kommt man von fast überall gut dort hin.

Vom/zum Titicacasee ist es zum Beispiel nicht weit (zumindest für südamerikanische Verhältnisse): in 8 bis 9 Stunden ist man in Puno (peruanische Seite des Titicacasees) und es dauert weitere 6 Stunden, bis man auf der bolivianischen Seite in Copacabana ist.

Falls du nach Bolivien weiterreist, solltest du dir den Salar de Uyuni, den größten Salzsee der Welt nicht entgehen lassen!

Wenn du weiter in Peru reisen möchtest, stehen dir alle Türen offen: wundervolle Strände im Norden, hohe Berge in den Anden oder tropische Regenwälder östlich der Anden.

Da sollte für jeden Geschmack was dabei sein!


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20 Kommentare

  1. Hallo 🙂
    Ich plane momentan meine Peru Reise vom April und habe da eine Frage. Ich habe nicht ganz verstanden, wie du auf den Machu Picchu rauf gekommen bist. Soweit ich weiss fährt da ein Bus von Cusco bis nach Aguas Calientes? (Von Aguas bis Machu Picchu möchten wir laufen)
    Wo hast du dieses Packet gebucht? Denn der Zug bis nach Aguas Calientes ist deutlich teurer als dieses Packet.

    Hast du mir evt. gleich einen weiteren Tipp: Wir (mein Freund und ich) planen, danach von Cusco nach Puno (nur als Zwischenhalt übernachten) und dann gleich nach Copacabana weiterzureisen. Die Strecke Cusco – Puno ist mit einem Bus machbar (Tipp?). Was ich noch nicht herausgefunden habe, wie man am besten von Puno nach Copacabana kommt.

    Danke vielmals und Lg

    Mirjam 🙂

    • Frank

      Hallo Mirjam,

      ich antworte dir auch mal. Ist zwar nun schon 10 Jahre her, dass ich dort war, aber ich weiß nicht ob sich so viel geändert hat. Nach Aguas Calientes fährt nur die Eisenbahn, es gab damals keine Straße!

      Der Touristenbus mit Zwischenstops, mit welchem ich damals von Cusco nach Puno gefahren bin war von der Firma “First Class”. Deren Büro war damals hier: Av. Sol N°948 of 219.

      Ein paar aktuellere Infos findest du hier: http://www.quechuasexpeditions.com/inca-trail/peru-travel/bus-cusco-puno.php

    • Barbara Riedel

      Hallo Mirjam,

      es gibt verschiedene Möglichkeiten, von Cusco zum Machu Picchu zu kommen. Wenn du in Cusco ein Paket buchst (den Namen der Agentur, bei der ich es gekauft habe, weiß ich leider nicht mehr), wirst du mit einem Van zu einem Wasserkraftwerk (auf Spanisch: Hidreléctrica) gefahren. Von dort gibt nur die Möglichkeit den Zug zu nehmen (meistens nicht im Preis enthalten, kostet 20 Dollar one way) oder nach Aguas Calientes zu laufen. Die Wanderung dauert so zwei bis drei Stunden. Auf den Berg rauf kommt man dann entweder zu Fuß oder mit einem Bus, der aber auch extra kostet.

      Sowohl zwischen Cusco und Puno als auch zwischen Puno und Copacabana fahren regelmäßig Busse. Da brauchst du dir keine Gedanken zu machen.

      Viel Spaß!
      Barbara

    • Barbara Riedel

      Vielen Dank für den Link 🙂 Sehr schöner Bericht! Das Foto mit dem Lama gefällt mir am besten…

      Liebe Grüße
      Barbara

  2. Hey,

    der Artikel ist wirklich sehr ausführlich. Ich wünschte ich hätte ihn vorher gelesen, bevor Machu Picchu erklommen haben. Ich kann auf jeden Fall bestätigen, dass die Touristenmassen echt krass sind. Was dabei helfen kann, bzw. uns geholen hat, die Menschen zu umgehen, möglichst entweder den ersten Bus nach oben nehmen, oder – das haben wir gemacht – direkt mit der Öffnung des Wanderweges hochlaufen. Das ist zwar anstrengend, aber die Sache meiner Meinung nach wirklich wert. Man danach das Gefühl, ich das ganze “erarbeitet” zu haben. 😉

    Wir haben auf dem Weg nach Aguas noch einen Stop in Ollantaytambo gemacht. Das ist wirklich zu empfehlen, wenn man Zeit hat!

    Ein paar Bilder und Anekdote unserer Weltreise gibt es auch auf unserem Reiseblog.

    Viele grüße
    Mathias

    • Barbara Riedel

      Hi Mathias,

      schön, dass du meine Erfahrungen in etwa teilst, aber trotzdem noch das Beste aus deinem Tripp rausgeholt hast…
      Und vielen Dank für die Tipps!

      Liebe Grüße
      Barbara

  3. Peer

    Wir haben vor ein paar Tagen Amerikaner getroffen die eine 4 Tageswanderung nach Machu Picchu gemacht haben und in den höchsten Tönen von Ihrer Wanderung abseits der Massen aber auch von Machu Picchu geschwärmt haben. Zu welcher Jahreszeit warst du da?

    • Barbara Riedel

      Hallo Peer,

      ich war dieses Jahr im Januar dort. Es kommt natürlich immer darauf an, ob gerade Hochsaison ist oder nicht. Eine Portion Glück gehört wahrscheinlich auch mit dazu.

      Ich habe leider niemanden kennengelernt, der eine mehrtägige Wanderung dorthin gemacht hat. Ich kann mir schon vorstellen, dass das was besonderes ist. Ich war durch die Höhenkrankheit gar nicht in der körperlichen Verfassung für so etwas. Ich würde auch abraten, das im Voraus zu planen, wenn du nicht weißt, wie dein Körper auf der Höhe reagiert. Aber das ist nur die Vorsicht, die aufgrund meiner Erfahrung aus mir spricht 😉

      Ich würde sagen: Du kennst dich am besten! Höre auf deinen Körper und auf deinen Instinkt und dann wird es sicher ein tolles Erlebnis!

      Liebe Grüße
      Barbara