Minimalist werden: So habe ich es geschafft!

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Meine Begegnungen mit Minimalismus

Schon mit 16 habe ich gejobbt, mit 19 eine Berufsausbildung gemacht und mit 22 den ersten festen gar nicht mal so schlecht bezahlten und soweit man so Minimalismus_Backpackingetwas heutzutage sagen kann „sicheren“ Job gehabt. Ich konnte mir eine eigene 80 qm Wohnung (auf dem Land!), Essen, Klamotten und Freizeitaktivitäten leisten. Sogar einen Road Trip durch Kalifornien.

Für mein Alter hatte ich also schon das erreicht was viele erst nach jahrelangem Studium erreichen. Je mehr ich hatte und mich festlegte desto unglücklicher wurde ich allerdings. Würde mein Leben jetzt 40 Jahre so weitergehen? Ich fühlte mich schwer und nicht mehr frei.

Kurze Zeit später in Australien mit dem Backpack auf dem Rücken und einem einfachen Job an der Bar fühlte ich mich wieder leicht und happy! So einfach ging das also? Weniger Besitz macht frei! First Lesson learned!

Im Anschluss daran habe ich viele Jahre weitaus minimalistischer gelebt und mir statt eine teure Wohnung und viele Dinge eben Reisen geleistet.

Als ich nach Berlin gezogen bin haben sich in meinem Leben allerdings schleichend wieder mehr Dinge angesammelt. Wenn man Geld verdient aber wenig Zeit hat achtet man automatisch nicht mehr so sehr auf seine Ausgaben und wird bequem. Nach dem Motto: „Wenn ich nur 2 Wochen Urlaub machen kann dann muss ich halt alles rausholen“. Da will ich dann auch keinen günstigeren Flug mit einem Stopover in Kauf nehmen.

Zeit also wieder die Notbremse zu ziehen. Im vergangenen Jahr habe ich mehr als dreimal ausgemistet (jedes Mal dachte ich wow bist Du super um dann festzustellen das ich immer noch viel zu viel habe). So langsam machen sich aber meine Bemühungen bemerkbar. Ich fühle mich wieder leicht und aufgeräumt.

Was hast Minimalismus mit Backpacking zu tun?

Eins ist klar wenn Du länger mit dem Rucksack loszieht und nicht an einem Ort bleibst dann hast Du zwangsweise nur begrenzten Platz für Dinge in Deinem Rucksack die Du mitnehmen kannst. Das fällt zunächst fast jedem schwer aber Du wärest nicht der/die erste die unterwegs feststellt dass Dir gar nicht wirklich etwas fehlt. Du sammelst nämlich unterwegs dafür jede Menge unbezahlbarer Momente die diesen Platz füllen.

Es spricht ja auch nichts dagegen sich zwischendurch mal eine luxuriösere Unterkunft zu gönnen. Die wirst Du dann wieder zu schätzen wissen. Wenn Du ein begrenztes Budget hast und ständig Luxus willst musst Du eben in Kauf nehmen dass Deine Reise kürzer wird.

Wer einmal „Momente“ gesammelt hat entscheidet sich allerdings oft dafür und gegen Geld oder Gegenstände.

Minimalismus spielt aber auch beim Sparen vor der Reise eine große Rolle. Egal wie viel Du verdienst wirst Du nie Geld für alles haben. Das haben die anderen auch nicht. Hier findest Du: 20 Tipps zur Finanzierung Deiner Reise. Wenn Du mehrere Monate unterwegs bist musst Du die Kosten zu Hause zu gering wie möglich halten. Die Wohnung weiter bezahlen? Keine gute Idee!

Minimalismus ist mehr als „nur 100 Dinge“ zu besitzen

Es geht beim Minimalismus nicht darum in einer leeren Wohnung zu sitzen und sich überhaupt nichts mehr zu gönnen oder nur noch eine bestimmte Anzahl an Dingen zu besitzen. Es ist vielmehr ein ganzer „Lifestyle“ der Dein Leben vereinfacht und Stress und Druck wegnimmt. Du verschiebst einfach nur Deine Prioritäten.

Wenn Dein Ziel ist länger zu Reisen oder sogar Digitaler Nomade zu werden macht es Sinn sich mehr mit dem Thema zu beschäftigen da der Lebensstil sonst viel schwieriger umsetzbar ist.

Weniger Arbeiten für mehr Zeit oder mehr Dinge die Du gerne tust heisst gegebenenfalls weniger Geld. Daher ist es gut wenn Du davon nicht zu abhängig bist.

Wie werde ich Minimalist?

Das ganze kann auch ein langsamer Prozess sein indem Du erstmal zu Hause ausmistest was Du lange nicht genutzt hast. Wenn Du Dich nicht direkt traust es zu verkaufen oder zu verschenken pack es erstmal in den Keller und guck ob Du es vermisst. Wir haben einfach Angst dass wir die Dinge „irgendwann“ noch mal gebrauchen könnten. Die andere Möglichkeit ist es auf die radikale Tour zu machen.

Wenn Du einmal richtig ausgemistet hast wirst Du Dich in der Regel danach befreiter und aufgeräumter fühlen. Du wirst sogar kreativer werden da Du nicht so abgelenkt bist. Außer Gegenständen macht es natürlich auch Sinn seine Verträge mal aufzuräumen. Weniger Sachen um die Du Dich kümmern musst bedeuten mehr Zeit.

Dabei kannst Du auch gleich überlegen ob Du andere schlechte Gewohnheiten aufgibst. Rauchen? Zuviel Trinken oder ständig Fast Food auswärts essen. Eigentlich ein WIN-WIN Effekt für ein gesünderes Leben.

Oftmals hat die Aufgabe eines Gegenstandes gleich mehrere gute Nebeneffekte. Du verkaufst Dein Auto, dadurch sparst Du Dir gleich Versicherungen, Steuern, TÜV, Reparaturen, schonst die Umwelt und verlässt Deine Komfortzone indem Du wieder Fahrrad fährst. Das macht fit. Wenn Du länger verreist musst Du Dich nicht darum kümmern das es nicht abgeschleppt wird weil plötzlich eine Halteverbotszone eingerichtet wurde.

In Zeiten von Internet und der Sharing Economy kannst Du Dir im Notfall Dein Auto besorgen. Zum Beispiel durch Carsharing. Für manch einen mag dieses Beispiel vielleicht nicht sinnvoll sein dann gibt es aber bestimmt einige andere Punkte nach dem gleichen Muster.

Zu faul? Ja klar, das ist Arbeit sich damit zu beschäftigen aber ohne die wären andere auch nicht weiter gekommen. Es ist immer noch leider so das vom Nichtstun auch nichts passiert.

Die große Herausforderung

Ein oder mehrmals Ausmisten lässt sich also noch relativ leicht umsetzen. Du gehst ganz praktisch an die Sache heran. Denke immer daran. Wenn Dir wirklich etwas fehlt kannst Du es wieder neu holen. Das geht ganz schnell.

Die große Tücke ist aber: In Zukunft auch weniger haben zu wollen. Das ist vielmehr ein Wandel in Deinem Denken und den Entscheidungen die Du daraufhin im täglichen Leben triffst. Neue Besitztümer suggerieren uns Sicherheit und daher ist es schwer von ihnen wegzukommen.

Steps die helfen:

  1. Lege Deine konkrete Vision fest!
    Was willst du besitzen? Wie wirst du deine Zeit nutzen? Wo wirst du sein? Damit wird es einfacher „Nein“ zu sagen zu Dingen die dazu nicht passen.
  2. Warum willst Du überhaupt Minimalist werden?
    Damit Du Geld für etwas anderes sparen kannst? Damit Du weniger Stress hast? Damit Du mehr Zeit hast da Du weniger putzen und Dich um die Sachen kümmern musst (Reparatur etc.)? Wenn Du weisst warum wird es einfacher werden dorthin zu kommen.
  3. Teste es!
    Den Lebensstil langsam testen um herauszufinden ob er Dich überzeugt. Das kann ein Backpacking Trip mit wenig Gepäck sein oder eine Pilgerreise. Oder eben die Garage und der Keller in den Du erstmal einen Großteil Deiner Sachen packst um zu schauen ob Du sie vermisst. Wenn Du Dich dabei gut fühlst wirst Du motiviert sein weiter zu machen.
  4. Du kannst es jederzeit ändern!
    Denke daran dass Du den Lebensstil jederzeit wieder ändern kannst. Vielleicht ist es auch nur für diesen Lebensabschnitt ideal um Dir andere Träume zu erfüllen. Wieder aufstocken geht ganz ganz schnell. Wenn Dir das klar wird geht es einfacher.
  5. Warte kurz!
    Wenn Du etwas kaufen willst kaufe es nicht direkt sondern schreibe es auf. Wenn Du einige Tage wartest und nicht Deinem ersten Kaufimpuls folgst wirst Du vielleicht merken dass Dir der Großteil der Dinge auf Deiner Liste gar nicht mehr so wichtig ist. Es heißt nicht dass Du nie wieder etwas kaufst. Aber halt nicht „unkontrolliert“ und beeinflusst von Marketingaktionen.
  6. Dinge tun statt kaufen!
    Versuche die Vorfreude die Dir ein Kauf bereitet und auf den meist die Ernüchterung folgt in kreativen Dingen auszuleben. Erschaffe als Ersatz selbst Dinge statt zu konsumieren.
  7. Vergleiche finden!
    Ist mir dieses Kleidungsstück im Wert von xx € mehr wert als ein Tag in Mexiko im Strand? Wenn ja: kaufen. Wenn nein: Ein Tag länger in Mexiko genießen.

Das Ganze hat aber auch ein wenig mit Um-die-Ecke-Denken zu tun: Wenn Du bemerkst dass die Flüge zu Deinem Traumreiseziel sau teuer sind warum fliegst Du nicht woanders hin? Ein wenig Flexibilität ist gefragt statt starre Pläne. Mit dem was Du hast holst Du das bestmögliche raus.

Den Lifestyle kann man natürlich auch auf Informationen und Beziehungen ausweiten. Es geht nicht unbedingt nur um Gegenstände. Hier gibt es noch einen schönen Blog nur zu dem Thema: Mr. Minimalist

Was hast Du für Erfahrungen gemacht? Fühlst Du Dich leichter ohne viele Dinge?


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11 Kommentare

  1. Moni

    Hi,Feli durch einen Post von dir bin ich zu Theta Healing gekommen und habe mich spontan zur Ausbildung angemeldet,nun sitze ich hier und hab keinen Plan wie ich mein neues Wissen zu einem Bussines machen kann.Hast du vielleicht eine Idee oder ein paar Tipps oder gibt es vielleicht eine Art Plattform wo ich an Interessierte offene Menschen komme?
    Lg Moni

  2. BlauerAra

    Hallo zusammen ,
    Wieder einmal ein sehr informativer Beitrag . Ich bin vor einem halben Jahr auf das Thema Minimalisus gestoßen und bin seitdem noch einen ganzen Schritt weiter . Auch wenn meine Eltern mich in meiner zunehmend stärkeren Einstellung unterstützen , teilen sie Sie nicht , was aber in Ordnung ist , da sie es akzeptieren . Auch über blöde Sprüche , wenn ich mir zum Geburtstag gewünscht habe , dass jeder der mir etwas schenken will , einen Monat im Jahr das Schulgeld für mein Patenkind in Indien zahlt, muss ich noch lernen einfach drüber zu stehen . Schade zu sehen , wie meine Generation oft tickt , aber genau das zeigt mir , dass meine Einstellung die richtige ist . Bin noch weit von meinem Ziel entfernt , aber jeder kleine Schritt ist auch ein Schritt 🙂 Liebe Grüße , bitte weiter so .

  3. Hallo Feli,

    bin über Deinen heutigen Gastartikel bei Markus Cerenak auf Deinen Blog gekommen. Einen tollen Artikel über Minimalismus hast Du da geschrieben!

    Viele Grüße von Minimalistin zu Minimalistin sowie von Berlin nach Berlin,
    Anja

    • Feli
      Author

      Hey Sebastian, ja gerne. Mittlerweile hab ich es echt geschafft und nur noch ein paar wenige Kisten im Keller. Yeah!

  4. Hey, Feli! Cooler Post, denn da steckt ne Menge Wahrheit drin. Dinge verschenken, verkaufen, wegwerfen. Alles fühlt sich gut an. Und weniger haben heisst auch weniger Verantwortung.
    Und eben mehr Tage am Strand!
    Was ich sehr empfehlen kann, ist mobiling. Ich schaue mir manchmal stundenlang Autos auf mobile.de an. Ich stelle mir dann nur vor, wie es wäre, das Auto zu fahren. Und tatsächlich ist mir das dann auch schon Befriedigung genug! Lässt sich vielleicht auf viele Konsumgüter anwenden.
    Anyway, ich find den Lifestyle gut weiter so!
    Marco/Life is a Trip

    • Feli
      Author

      Hey Marco, beim Thema Auto bin ich Gott sei Dank schmerzfrei und wollte noch nie ein eigenes. Das ist ja ne witzige Strategie mit Mobile :).

  5. Tolle Tipps die Anregen den Lifestyle zu ändern!
    Eine Idee, die sogar noch eine gewisse Romantik hat – Miete für einen Sommer lang auf dem Campingplatz in deiner Nähe, ein fixes Häuschen. Da hast du auch net viel Platz für 1000Sachen, dafür bist du mehr in der Natur und erlebst auch mal wieder die Grundsätzlichen Dinge.
    Toll geschrieben Feli, Danke 🙂

    • Feli

      Oh ja das hab ich schon getestet. Hütte auf dem Campingplatz am Schlosspark in lübbenau im Spreewald :). Inkl. Hausente vor der Tür. Zelten tu ich aber nur im Notfall 🙂

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