My Life of Travel: Was ich gelernt habe & warum Reisen nicht alles ist

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Hast Du Dich schon mal gefragt wie ich es geschafft habe soviel zu Reisen? Die Frage wurde mir schon mehr als einmal gestellt…

Hier und da erzähle ich ja immer schonmal Bruchstücke in meinen Artikeln oder Newsletter (zu dem Du Dich hier anmelden kannst) aus meinem Leben. Aber heute erzähle ich Dir die ganze wilde Story . Chronologisch von vorne – versprochen.

Das Reisen hat immer eine sehr zentrale Rolle in meinem ganzen Leben gespielt. Es war immer das, was mich aus meinem tiefsten inneren motiviert und glücklich gemacht hat. Das Reisen aber nur ein Puzzle Stück im Leben ist und nur Reisen auch nicht glücklich macht das da einfach noch viel mehr dahinter steckt – Das  habe ich „Learning by doing“ herausgefunden.

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Mit zu der Geschichte gehört auch mein klassischer Karriereweg den ich am Ende dann einmal komplett über den Haufen geschmissen habe.

Also, ich lasse Dich heute teilhaben wie es dazu kam und was ich alles auf dem Weg gelernt habe! Hast Du Zeit? Dann lehn Dich zurück!

Wo fing denn nun alles an?

Ich bin ein einem kleinen Ort im Rheinland in der Nähe von Köln-Bonn groß geworden mit meinem Bruder Daniel der 7 Jahre älter ist als ich und reisebegeisterten Eltern. Dort habe ich eine idyllische, fröhliche Kindheit auf dem Land verbracht.  Als ich dann auf dem Gymnasium war hab ich gemerkt, dass ich sehr praktisch veranlagt bin. Sachen zu lernen die man nicht direkt im täglichen Leben anwenden und gebrauchen kann, darin habe ich keinen Sinn gesehen. Dazu gehörten in meinen Augen so einige Fächer.

Zum Glück gehörten meine Eltern nicht zu den Menschen die ihren Kindern sagen: Du musst auf eine Uni (dazu eine coole Blog Empfehlung von Ben aus Berlin den ich persönlich kenne: Anti Uni) damit aus Dir was ordentliches wird. Also bin ich nach der 10. Klasse auf eine 3-jährige Wirtschaftsschule gewechselt wo ich mein Fachabi mit gleichzeitiger Ausbildung als Fremdsprachenassistentin in Englisch und Französisch gemacht habe. Dort war ich viel erfolgreicher als auf dem Gymnasium und habe eine Menge Selbstvertrauen getankt Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Die Ausbildung war nämlich darauf ausgelegt direkt danach in den Beruf einzusteigen.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich mit meinem damaligen Freund meine erste große Individual-Reise gemacht. Nach Kalifornien. Mit dem Auto sind wir von Las Vegas über L.A. und San Francisco (über den Highway No. 1) bis nach Sacramento gefahren weil wir dort einen Freund von ihm besucht haben der ein Auslandssemester bei Siemens gemacht hat.

Learning #1:

Praxis ist cooler als graue Theorien. Reisen selbst organisieren macht Spaß und ist aufregend – und es funktioniert!

Trotzdem – Jetzt schon in den Job einsteigen das wollte ich noch noch nicht. Studieren wollte ich aber auch nicht. Ich wusste gar nicht was und hatte Angst Sachen zu lernen, die man nicht gebrauchen kann. Organisieren, das machte mir Spaß.

Mein Dad der immer fleißig den Kölner Stadtanzeiger las, hat dann eine Stellenanzeige für mich gefunden – von der Koelnmesse, einer internationalen Messegesellschaft. Messen & Events. Das fand ich cool und hab dank meines Wirtschaftsabis auch gleich das Einstellungsverfahren gemeistert.

Die Koelnmesse war mit damals ca. 400 Mitarbeitern kein kleines Unternehmen und so war meine Ausbildung echt abwechslungsreich. Ich habe ständig die Abteilungen gewechselt, hatte zwischendurch Schule und war im allerersten Jahrgang den es für den Ausbildungsberuf Veranstaltungskaufmann/frau gab. Da es eine Berufsausbildung war habe ich natürlich auch schon meine erste Kohle verdient. Super!

Schon 1 Jahr vor Ende Ausbildung wollten sie mich fest in ein Marketing Team stecken wo ich dann nach der Ausbildung übernommen werden würde. Fand ich gar nicht gut. Ich wollte doch noch die anderen Abteilungen für die ich eingeplant war kennen lernen? Mit der Sorge sonst nicht übernommen zu werden machte ich es aber doch.

Als die Ausbildung zu Ende war fand ich mich also fest angestellt als Projektassistentin bei den Messen und Veranstaltungen zum Thema: „Haus, Garten & Freizeit“ wieder.

Anfang 20, zum ersten Mal fest angestellt, erste eigene Wohnung. Es dauerte nicht lange da fand ich das langweilig. Obwohl das natürlich Quatsch ist dachte ich wenn ich jetzt nicht sofort etwas unternehme dann sitze ich in 40 Jahren noch hier.

Learning #2:

Offensichtlich gehöre ich zu den Menschen denen sehr schnell langweilig wird, die gerne lernen und neue Herausforderungen lieben.

Reisen. Das begeisterte mich und brachte meine Augen zum Funkeln. Mit einer Freundin aus der Ausbildung fuhr ich eine Woche nach Ägypten. Mit dem Schiff über den Nil! Sau geil die Landschaft übrigens…

Inspiriert hat mich unsere 26-jährige Reiseleiterin auf dem Schiff. Sie war schon mehrere Jahre mit verschiedenen Schiffen um die Welt geschippert. Meine Freundin und ich fingen an rum zu spinnen wir könnten ja eine Weltreise machen.

Gesagt getan. Kaum zurück fingen wir tatsächlich mit der Planung an die mir extrem viel Spaß machte. In meinem bodenständigen Umfeld hielten mich natürlich alle für verrückt. Ich hätte doch einen so tollen Job mit Zukunftsperspektiven?

Learning #3:

Wenn mich etwas richtig begeistert und ich ein Ziel vor Augen hab dann leg ich sofort los und tue alles um es zu erreichen. 

Ich sparte wie wild jeden Cent und nach einem Jahr der Festanstellung kündigte ich (bzw. lies meinen befristeten Vertrag auslaufen der aber unbefristet verlängert worden wäre) um 6 Monate auf Weltreise zu gehen.

Abschiedsparty die meine Freunde für mich geschmissen haben

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Also hab ich locker einfach alles hingeschmissen? Nicht ganz! Der Sicherheitsdenker in mir sagte: Stopp! Was machst Du wenn Du zurück kommst? Was ist wenn Du keinen Job mehr findest?

Um mich und auch alle anderen zu beruhigen schrieb ich mich für nach meiner Rückkehr für ein Studium in Düsseldorf ein – Staatlich geprüfter Betriebswirt mit Schwerpunkt Tourismus. Was für ein grandioser Plan! Ich dachte mir wenn schon Betriebswirtschaft dann doch wenigstens mit einem Schwerpunkt für den ich brenne!

Aber erstmal ging es also los in die Welt. Mit einem Around-the-world Ticket nach Thailand, Australien, Chile und Argentinien. Für Australien beantragten wir ein Working Holiday Visum und ich half auf einem Weingut, bei der Tomatenernte und arbeitete in einem Backpacking Hostel am Cape Tribulation an der Bar. Von dem ganzen Trip hab ich jede Menge echte Fotos aber keine digitalen Bilder.

Hier dennoch ein paar Fundstücke:

Thailand – Auf einer Wanderung im Norden von Thailand durch den Dschungel

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Australien – Wahnsinn der „Easy Going Lifestyle“ dort hat mich nachhaltig beeindruckt!

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Argentinien – da es das „Ende“ des Trips war gibt es von Argentinien und Chile nur noch ganz wenig
Bilder – leider. Aber wer hat schon Lust 6 Monate non-stop zu fotografieren?

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Learning #4:

Backpacking rockt. Wenig Besitztum und Abenteuer macht mich glücklicher als viel Geld und Sicherheit. Ja, es gibt sie da draussen. Andere, unkonventionellere Lebenskonzepte.

Nach dieser Reise war ich natürlich erst recht vom Backpacking – Virus infiziert und habe mich zum ersten Mal gefragt wie ich es schaffen meine Reiseleidenschaft mit dem Beruf zu verbinden. Denn nur Reisen ging ja auch nicht? Irgendwo musste ja das Geld dafür herkommen.

Auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten? Irgendwie drehte ich leicht durch kam aber irgendwie doch zu dem Punkt mein Studium zu beginnen. Das konnte ja nicht schaden noch schlauer zu werden.

Learning #5:

Damit Reisen keine „Flucht“ ist muss man auch im richtigen Leben etwas machen, dass man leidenschaftlich gerne tut. Mit irgendwas muss man ja schon Geld verdienen um zu überleben.

Nach dem Studium stand ich allerdings wieder vor dem gleichen Problem: Wieder in den Job einsteigen? Wie lässt sich meine Leidenschaft für Reisen vielleicht mit Arbeiten verbinden?

Um darüber noch mal nachzudenken verreiste ich zum ersten Mal alleine erstmal direkt danach nach Panama und Costa Rica. Woher hatte ich das Geld dafür?

Während meinem Studium habe ich ganz minimalistisch in einer 4-er WG gewohnt und nebenher im Café Knülle (so heißt es auch heute noch) und im Ticketverkauf eines Musicals gearbeitet und so fleissig mein Geld zusammen gespart.

Costa Rica – Hab ich mal geraucht? Kann mich gar nicht erinnern..

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Ich flüchte aus dem Schildkröten-Camp in Costa Rica und fahre nach Panama – Bocas del Toro

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Nach meiner Rückkehr war dann klar: Ich brauche einen Job! Dieses Mal bewarb ich mich tatsächlich auf mehreren Kreuzfahrtschiffen als Landausflugsmanager. Das fand ich noch cooler als im Entertainment / Event auf dem Schiff da ich ja schließlich auch an Land wollte.

Mit voller Hingabe schrieb ich also mein Bewerbungsanschreiben so dass ich dann auch zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde.

Natürlich habe ich mich parallel auch auf andere Jobs beworben. In dieser Zeit habe ich mich wirklich viel mit mir selbst beschäftigt und überleg was macht mir Spaß, was will ich machen, in welchem Umfeld möchte ich Arbeiten? Dann habe ich gezielt nach solchen Unternehmen und Jobs gesucht und versucht Infos von Leuten zu bekommen, die diesen Job haben.

Wirklich drei Tage vor dem Vorstellungsgespräch auf dem Schiff bekomme ich eine Zusage bei der Online Jobbörse StepStone für den Job als Eventmanagerin – mit Reisetätigkeit!

Dort habe ich dann unsere Auftritte auf Messen und Events wie Absolventenkongress, connecticum, akademika, Zukunft Personal usw. organisiert, eine Online Academy aufgebaut und Seminar-Reihen veranstaltet. Das Gute: Ich war auch immer vor Ort.

Der Job war extrem vielseitig da ich für meinen Event – Bereich gleichzeitig Online auf der Homepage und mit Bannern Werbung gemacht habe, Flyer, Poster und Brochüren oder Sales-Unterlagen entworfen habe. E-Mailings getextet, Pressemitteilungen abgesegnet, Werbemittel bestellt usw.

Das Unternehmen hatte ausserdem flache Hierarchien und war sehr unkonventionell und man konnte hervorragend eigene Ideen einbringen und umsetzen. Irgendwie waren auch alle Kollegen ein bischen crazy  – was ja nun hervorragend zu mir passte.

Learning #6:

Es lohnt sich wirklich sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen. Was will ich eigentlich was passt zu mir? Die Wahrscheinlichkeit dass man dorthin kommt ist extrem hoch! Es ist Dein Leben – Dein Weg.

Der Job war wirklich eine lange Zeit perfekt für mich und auch sehr herausfordernd. Ich war immer wieder unterwegs zwischendurch und habe vor allem auch viel darüber gelernt wie ein „Online Unternehmen“ funktioniert. Trotzdem fand ich natürlich 4 Wochen Urlaub einen Tick zu wenig für meine Liebe zu abenteuerlichen FERNREISEN….

In der Zeit wohnte ich immer noch in meiner geliebten 4-er WG aus dem Studium in Düsseldorf. Da war auch immer was los. Wir haben so viele Freizeitaktivitäten unternommen. Das war eine ganz tolle Zeit.

In Düsseldorf hatte ich ganz tolle Freunde die ich in Berlin erstmal mühselig wieder finden musste 

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Mit einem festen Gehalt konnte ich natürlich weiter für Reisen sparen. Innerhalb meines Jahresurlaubes ging es 3-4 Wochen meist im Winter nach Südafrika, Vietnam, China, Florida usw.

Vietnam – So eine Hütte reicht mir völlig aus. Ist ja eh nur zum Schlafen.

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Südafrika – Ganz tolles Land. Kapstadt zähle zu meinen Lieblingsstädten weltweit.

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China – Oh man das war eine krasse Reise….

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Florida! Eine Reise bei der ich meine Inline Skates von zu Hause mitgenommen habe um einmal damit durch Key West zu fahren.

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Learning #7:

Fernreisen innerhalb des Jahresurlaubes geht, ist aber anstrengend. Das Problem ist nicht Geld sondern zu wenig Zeit.  

Ganze 3,5 Jahre habe ich es bei StepStone ausgehalten. Das Unternehmen war immer in Bewegung – ganz mein Style! Auch das Thema hat mir gefallen. Unternehmen mit Jobsuchenden zusammen zu bringen. Also alles gut?

Ich gewinne bei einem StepStone Team Event beim Go Kart fahren als einziges Mädel den 2. Platz

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Meine Lieblingskollegin Simone und ich bei StepStone. Wir testen die Shirts für die Messehostessen. Übrigens hat StepStone Designer Roland auch mein Gecko Travelicia Logo gemacht. 

Nach dem 3. Jahr habe ich aber dann doch so langsam aber sicher den Wunsch verspürt noch mal länger und entspannt auf Reisen zu gehen und mich auch im Job weiterzuentwickeln. Aber wohin?

Das einzige was mir schon wieder einfiel war das fucking‘ Kreuzfahrtschiff. So langsam habe ich mich selbst schon für verrückt erklärt.

Learning #8:

Nichts bleibt wie es ist. Auch wenn Du an den Punkt kommst wo alles „perfekt“ zu sein scheint. Du entwickelst Dich weiter und nach einer Zeit ist das was mal perfekt war doch nicht mehr passend.

Das Leben besteht ja nun aus mehreren Lebensbereichen und nicht nur Job oder Freizeit/Reisen. Das hat Tina super in ihrem neuen Artikel beschrieben: Das Lebensrad. Wie stand es also um meine Beziehungen? Ja, nach dem ich die ein oder andere Beziehung hatte kam ich zu einem Punkt wo ich mich selbst als „beziehungsunfähig“ ernannt habe. Wie sollte ich als Unruhe-Geist jemals ein traditionelles „Kind-Haus-Job-Leben“ führen können. Davon war ich nicht überzeugt. Gab es da draussen jemanden der das mitmachen würde?

Im letzten Jahr bei StepStone lernte ich Marcus kennen. Wo? Bei StepStone. Er war neu im internationalen Online Marketing Team und ich eben nach wie vor im Eventmanagement.

Wir verstehen uns verdächtig gut, sind uns aber beide einig, dass wir keine Beziehung wollen. Also dümpeln wir so vor uns hin. Ein halbes Jahr lang. Erst als unsere Freunde & Kollegen uns dann für etwas unglaubwürdig halten sagen wir –  gut, wenn Euch das beruhigt dann sind wir halt zusammen.

Dann kommt der Knaller. Marcus bekommt ein cooles Jobangebot aus Berlin was er einfach nicht ablehnen kann. Unser Aus?

Ich war unsicher, denn so lange waren wir noch nicht zusammen. Ob das funktionieren würde? Zuerst sträubte ich mich innerlich: Der Gedanke Düsseldorf, meine WG und Freunde und auch StepStone zu verlassen taten mir irgendwie weh. Im Kopf hatte ich aber ja schon die „Du könntest nach 3,5 Jahren so langsam nochmal was neues machen“ Gedanken gehabt.

Das musste ein klares Zeichen sein: Auch ich habe ein Jobangebot in Berlin bekommen.

Matthias, der auch bei StepStone gearbeitet hatte ging ebenfalls nach Berlin zu einem Online Unternehmen – Searchmetrics, das genau in diesem Moment einen Marketing Communication & Event Manager gesucht hat. Die vorherige Stelleninhaberin wollte nach DÜSSELDORF zu ihrem Freund.

Ungelogen nach genau nur 3 Wochen nach Marcus war ich also auch in Berlin. Ein Step der mich in dem Moment total überforderte im Nachhinein aber der perfekte „Move“ war.

Learning #9:

Sei mutig. Sei spontan. Lass Dich auch mal auf Sachen ein die einfach „passieren“ und nicht von Dir geplant sind auch wenn Du keine Ahnung hast wo das hinführt. 

Doch kein Schiff – neuer Berufsabschnitt. Nicht verkehrt denn ich war innerhalb meines Jobs immer noch viel unterwegs und zwar dieses Mal auch international! Bingo. SEO- und Online Marketing Konferenzen, Messen & Events. Die dmexco in Köln, ein Roof-Top Event in New York oder eine Online Marketing Konferenz in Seattle – Ich war dabei!

Koch-Teamevent von Searchmetrics in Berlin. Mit Kollegen hatte ich im Berufsleben immer Glück. Aber ich war ja auch immer nett. Ach Du Scheisse ich bin die einzige die nicht kocht sondern Sekt trinkt?

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Meine reisebegeisterte Lieblingskollegin & Freundin Natalie, die mittlerweile als Online Marketing Managerin bei AirBerlin arbeitet. Keine Ahnung mehr wer uns diese bescheuerte Brille und den Hut gegeben hat.

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Gott sei Dank war auch das Unternehmen nicht spießig. In Flipflops oder Kaputzenpulli ins Büro kommen? No problem!

Das Ding hier war aber dass wir anfangs ein sehr kleines Marketing Team waren. Das heißt, dass ich neben sehr vielen Veranstaltungen auch noch andere Marketingaufgaben übernommen habe.

Ach so, logisch dass ich in der Zwischenzeit meinen Jahresurlaub in der Mongolei oder Tansania verbracht habe oder? Geld kein Problem habe ja gearbeitet.

Mongolei – Steppe und die Wüste Gobi. Das ist mal was ganz anderes! Reiten in der Mogolei?

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Tansania – meine 1. große Reise zusammen mit Marcus. Wir machen eine Safari, besteigen erfolgreich den Kilimandscharo und fliegen danach nach Sansibar. Heftiger Trip.

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So weiter zu meinem Job bei Searchmetrics. Aufgrund der Vielzahl der Aufgaben und dem Wachstum des Unternehmens haben wir jemand neuen eingestellt und ich durfte mich für einen Bereich entscheiden. Um mich weiterzuentwickeln habe ich den Eventbereich abgegeben und die PR, Marketing-Kampagnen über On-und Offline Kanäle & Mailings übernommen.

Hieß gleichzeitig auch ich war nicht mehr auf allen Veranstaltungen mit unterwegs und mehr im Büro, klar oder? Irgendetwas störte mich. Aber was? Erst dann kam ich endlich dem eigentlichen Problem auf die Schliche.

Es war gar nicht so dass ich keinen Bock hatte zu Arbeiten und nur faul am Strand liegen wollte. Es war nicht der Inhalt meines Jobs der mich störte sondern die Rahmenbedingungen. Jeden Tag im gleichen Büro. Die gleichen Leute. Die gleichen Uhrzeiten. Was ich wollte war einfach mehr Selbstbestimmtheit. Die ständig gleichen Bedingungen langweilten und bremsten mich. Als wir einmal ein Marketing Meeting im Café draussen gemacht haben sprudelten die Ideen nur so aus mir heraus.

Immer wenn der Wunsch nach längeren Reisen in mir aufpoppte war das meine innere Stimme die rief: Du brauchst mal wieder ein bisschen mehr Freiheit & Selbstbestimmtheit. Die Stimme war längere Zeit ruhig geblieben wurde aber schon wieder lauter und lauter.

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Learning #10:

Der Wunsch nach Reisen kann auch andere Ursachen und tiefere Gründe haben…. 

Auf mein Herz hören das fiel mir schwer. Ich hatte meine Karriere jetzt so weit gebracht. Ich konnte doch nicht wieder von Null anfangen? Das kann ich doch nicht machen. Ist nicht normal. Ich bin jetzt 30 Jahre alt und 2 Jahre bei Searchmetrics. Mehr Freiheit? Wie zum Teufel soll das gehen??

Learning #11:

Auf das Herz zu hören ist schwer. Wer sagt schon was normal ist? Es ist quatsch Konventionen hinterher zu laufen die einen nicht glücklich machen.

Zum Glück bin ich sehr lösungsorientiert veranlagt und bin das Problem ganz praktisch angegangen und hab einfach meine Ideen aufgeschrieben. Eine Auszeit nehmen? Ich wusste, dass längeres Reisen mich vielleicht auf die richtige Idee bringen würde. Also fragte ich nach unbezahltem Urlaub. Der wurde sogar genehmigt – 2 Monate.

Gleichzeitig versuchte ich meinem Herzen zu folgen. Und da mir wieder nur das Kreuzfahrtschiff einfiel schickte ich zum zweiten Mal einfach eine Bewerbung los. Diese Aktionen brachten Steine ins Rollen.

Was ich dabei aber ja ausgeblendet hatte war ein anderer Part in meinem „Lebensrad“. Meine Beziehung mit Marcus. Das klappte alles prima mit uns und ich konnte das doch nicht aufs Spiel setzen?

Ich wollte alles. Mehr berufliche Freiheit, Reisen, Beziehung. Eine Freundin aus Berlin holte mich dann auf den Boden der Tatsache zurück. Alles? Das geht nicht. Egal wofür Du Dich entscheidest: Es gibt einen Preis den Du dafür zahlen musst. Du musst Prioritäten setzen.

Die Frage ist: Was bereust Du am Ende Deines Lebens mehr?

Learning #12:

Egal vor welchem Problem Du stehst: Angehen. Das fühlt sich gut an, bringt Steine ins Rollen und holt Dich aus der Opferrolle heraus.  

Ich ließ ich nicht locker, nahm all meinen Mut zusammen und unterschrieb dieses Mal tatsächlich einen Vertrag auf dem Schiff. Gleichzeitig sah ich nicht ein mich entscheiden zu müssen und versuchte Marcus davon zu überzeugen dass er eben 6 Monate auf mich warten muss. Schließlich war ich ja auch nur für ihn nach Berlin gekommen.

War ein Schiff die Lösung für mehr Selbstbestimmtheit? Nicht wirklich. Im Gegenteil meine Freundinnen meinten da sei ich doch erst Recht eingeen